Verbraucherrechte gestärkt:
Neues Bundesgesetz verbietet Abo Abzocke in Singlebörsen

Veröffentlicht: 31. August 2021

Mit dem "Gesetz für faire Verbraucherverträge", das ab 1. September 2021 in Kraft tritt, haben es die Nutzer von Singlebörsen zukünftig sehr leicht, aus unerwünschten Vertragsverlängerungen herauszukommen. Gleiches gilt für Handyverträge, Zeitschriften, Fitnessstudios,… Nur bei Versicherungen bleibt alles beim Alten…

Da hat die Bundesregierung den Verbrauchern in Deutschland wirklich noch etwas Gutes getan: Lange Knebelverträge haben ein Ende – auch in Singlebörsen.

Und so funktioniert es:

  • Anbieter, die ein Abo nach der Erstlaufzeit verlängern wollen, müssen das dem Kunden vorher mitteilen, so dass er die Chance hat, vorher zu kündigen.
  • Verlängert sich der Vertrag z.B. um weitere 12 Monate, darf man trotzdem jederzeit zum Monatsende kündigen (z.B. nach 2 Monaten) und bekommt dann sein Geld zurück (hier für 10 Monate).
  • Im Mitgliederbereich muss es einen großen Knopf geben, auf dem "Jetzt kündigen" steht.
  • Wenn ein cleverer Anbieter nun einfach 8-Jahres-Verträge verkaufen möchte, geht das leider nicht: Die längste erlaubte Erstvertragsdauer beträgt 2 Jahre. Aber nur, wenn es gleichzeitig eine 1-Jahres-Alternative gibt, die pro Monat höchstens 25% teurer ist. Also "24 Monate zu 12,99/Monat" kombiniert mit "12 Monate zu 99,99/Monat" wäre unzulässig. Da der Verbraucher so in den 24er gedrängt würde.

In der Praxis bedeutet das, dass Verbraucher aus Verlängerungen jederzeit binnen 1 Monat aussteigen können. Und das gilt für alle Abos, die man so abschließen kann – vom Handy über Netflix oder die Zeitschrift bis hin zum Fitnessstudio oder ihrem Hundefutter-Abo. Nur die Versicherungen haben es geschafft, sich herauszuwinden.

1. Was passiert, wenn sich eine Singlebörse nicht daran hält? 

Dann haben Sie jederzeit die Möglichkeit, Ihren Vertrag für ungültig zu erklären und Ihr Geld zurückzuverlangen. Das geht am einfachsten, wenn Sie per Lastschrift bezahlen, dann reicht ein Klick im Online-Banking und Sie bekommen Ihr Geld zurück.

2. Was ist mit bestehenden Verträgen?

Das Gesetz gilt nur für neue Verträge. Alte haben noch 1,5 Jahre Schonfrist, danach gilt auch für sie das neue Gesetz.

3. Was, wenn die Singlebörse im Ausland sitzt?

Da sie ihren Service auch in Deutschland anbietet, gilt auch für sie das neue Gesetz. Wenn sie sich nicht dran hält: Siehe 1).

4. Was ist mit In App Käufen oder Paypal Abos?

Für diese Zahlmethoden gilt das Gesetz natürlich auch!

5. Wo kann ich Singlebörsen melden, die sich nicht an das neue Gesetz halten?

Entweder melden Sie sie an uns (schlichtung@singleboersen-vergleich.de) oder direkt an die Verbraucherzentralen. Oder beides.

Singlebörsen Verstehen Video zum Thema

Wer mehr Informationen haben möchte oder weitere Fragen hat, kann sich folgendes Video ansehen:

SingleboersenVerstehen - Verbraucherschutzgesetz

Quelle: singleboersen-vergleich.de

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