partneragenturen und partnervermittlung dossier 2018

Dossier Partnervermittlung

In diesem Dossier finden Sie ALLES, um die Partnervermittlung im Web" zu verstehen und effektiv zu nutzen.

Sie erfahren ganz genau, wie die Vermittlungen theoretisch und in der Praxis funktionieren, welche Anbieter für Sie relevant sind - und natürlich, wie Sie das Optimum aus dem Kennerlern-Ansatz "Partnervermittlung" herausholen.

1. Geschichte der Internet-Partnervermittlung

Für die historisch Interessierten unter unseren Lesern beginnen wir mit der langen Geschichte der Partnervermittlung / Ehevermittlung : Von den biblischen Zeiten bis zur modernen Internet- Partnervermittlung des 21. Jahrhunderts...

Sie erfahren etwas über die wesentlichen Meilensteine in der Entwicklung der Partnervermittlung (bzw. Ehevermittlung) und wir haben einige schöne Anekdoten und Randnotizen für Sie herausgesucht.


1.1 Von der traditionellen Ehevermittlung zur kommerziellen Partnervermittlung

Partnervermittlung bzw. Ehevermittlung gehört zu den ältesten Gewerben der Welt und hat eine Jahrtausende alte Tradition. Die frühesten Quellen, die die Branche "Ehevermittlung" erwähnen, finden sich bereits im Alten Testament. Dabei handelt es sich zwar nicht um Adam & Eva (die ja bei der Partnerwahl nicht wirklich jemanden zum Aussuchen brauchten), aber schon ein paar Generationen später sandte Abraham seinen Hausknecht Eliezer als Ehevermittler nach Mesopotamien, um für Isaak eine Frau zu suchen.

Partnervermittler alias Ehevermittlung alias Heiratsvermittler alias Brautwerber alias... wurden über Jahrhunderte in vielen Kulturen von höhergestellten Familien damit beauftragt, insbesondere für männliche Familienmitglieder geeignete Partnerinnen zwecks Heirat zu finden. Ihnen fielen zwei wichtige Funktionen zu:

  • Erkundung und Sondierung des regionalen und überregionalen Heiratsmarktes unter Berücksichtigung v.a. sozialer und religiöser Passung.

  • Übernahme der Schmach, die die Familie oder der jungen Mann auf Brautschau im Misserfolgsfall erleiden müsste.

Noch heute (Stand 2018) ist in Deutschland ein offizieller Schadchen (traditioneller jüdischer Ehevermittlungs-Fachmann) tätig:

José Weber führt Heiratswillige unter die Chuppa

José Weber führt Heiratswillige unter die Chuppa

Geduld, ganz viel Geduld sollten die Kunden schon mitbringen. Und darauf vertrauen, dass der liebe Gott ihnen hilft. Wenn der jüdische Ehevermittlung-Experte José Weber neue Kunden in seine Kartei aufnimmt, dann verspricht er keine schnellen Erfolge. "Ich lasse niemanden los, den ich in meine Fänge bekommen habe", sagt der 58-Jährige schmunzelnd. "Aber es kann auch schon mal zehn Jahre dauern." Wer zu Weber kommt, hat nur eingeschränkte Möglichkeiten der Partnerwahl. Der Frankfurter ist von Beruf her Schadchen, das ist Hebräisch und heißt: Kuppler. Zu ihm gehen ausschließlich Juden, die Jüdinnen suchen, oder umgekehrt. Weber führt diese lange Tradition fort und ist der einzige Schadchen im deutschsprachigen Raum inklusive Schweiz und Belgien.

Als seinen schönsten Erfolg nennt Ehevermittler Weber eine Liebesheirat zwischen einer 83-jährigen Jüdin aus Amsterdam und einem 87 Jahre alten Berliner. "Um die Liebe kümmert sich Gott, ich bin nur sein Handlanger", kommentiert er seine Erfolge. Einen 49 Jahre alten Mann aus dem Elsass, der von seiner Frau verlassen worden war, schickte Weber zehn Jahre kreuz und quer durch Europa und nach Israel zu interessierten Frauen, bis der Kandidat schließlich eine 53-jährige Berlinerin als Traumpartner fand und heiratete. Die Partnersuche per Mausklick im Internet sieht Weber nicht als echte Konkurrenz. "Das Internet stiehlt viel Zeit, und viele Suchende bleiben auf der Strecke."

Eine spezielle Ausbildung hat der Eheanbahner nicht, lange Jahre hat er als Vermögensberater gearbeitet bevor er auf Ehevermittlung "umschulte". "Bei beiden Berufen geht es um das Intimste des Menschen: sein Geld und sein Herz." Aber nicht nur die Klienten seiner Ehevermittlung, auch der Südamerikaner selbst muss Geduld haben. Sein Honorar erhält der Heiratsvermittler erst, wenn beide Ehe-Anwärter beim Rabbiner unter dem Hochzeitshimmel, der Chuppa, gelandet sind. Von den "früher üblichen zehn Prozent der Mitgift" kann Ehevermittler Weber nur träumen.


1.2 Ehevermittlung auf Bällen und zu anderen gesellschaftlichen Anlässen

Als "Konkurrenz" zu Ehevermittlung haben sich in diversen Zivilisationen auch andere gesellschaftlich akzeptierte "Institutionen" für die Anbahnung von Ehen herausgebildet, wie z.B. pompöse Bälle für Adel und Bürgertum oder sonntägliche Promenaden auf der Hauptstraße der Städte (Was glauben Sie, woher der "Jungfernstieg" an der Hamburger Alster seinen Namen hat?).

Ein außergewöhnliches Beispiel einer Ehevermittlung in diesem Zusammenhang ist die "Eutiner Bräutigamseiche":

Ehevermttlung per Baum

Die originale "Bräutigamseiche" steht im Dodauer Forst in Eutin und bietet einen einzigartigen Service: Partnersuchende können an den Baum Brief und Postkarten schreiben und hoffen, dass der oder die Richtige vorbei kommt, die Nachricht liest und beantwortet. Dabei hilft die Deutsche Post, die die Postsendungen in einem Astloch der Bräutigamseiche deponiert.

Die Eutiner „Bräutigamseiche“ ist mehr als 500 Jahre alt, aber die Geschichte als Ehevermittlung geht auf das Jahr 1891 zurück. Damals hatte sich die Tochter des Försters Ohrt zum Unwillen des Vaters in den Leipziger Schokoladen-Fabrikanten Schütte-Felsche verliebt. Über ein Jahr nutzte das Pärchen ein Astloch des imposanten Baums als „toten Briefkasten“ für heimliche Liebesbotschaften, erst dann durften sie heiraten.

Wenn Sie es auch einmal mit der Ehevermittlung via Baum versuchen möchten, schreiben Sie einfach an:

   Bräutigamseiche
   Dodauer Forst
   23701 Eutin


1.3 Die Zeit der klassischen Ehe- und Heiratsvermittlungen

Nach dem 2. Weltkrieg begann in Deutschland für ein halbes Jahrhundert die Ära der kommerziellen Agenturen für Partnervermittlung / Ehevermittlung in der Form, wie sie noch heute zu Dutzenden in den Branchenbüchern stehen. 

Als Auftraggeber der Ehevermittlung traten nicht mehr schwerpunktmäßig die Familien, sondern plötzlich die Singles selbst auf. Und auch die Motivation und das Image hatten sich gewandelt: Von der gesellschaftlich etablierten Institution zu einem Business, das von denjenigen Singles in Anspruch genommen wurde, die die eigene Partnersuche für wenig aussichtsreich hielten.Die Branche der "klassischen Partnervermittlung" bzw. Heiratsvermittlung oder  "Ehevermittlung", wie wir Sie in Abgrenzung zur "Internet-Partnervermittlung" bezeichnen, erlebte insbesondere zwischen 1970 und 2000 goldene Zeiten.

Der Markt bot für unzählige professionelle und weniger professionelle Partnervermittler Raum, die ihre Klienten primär über das Inserieren in regionalen und überregionalen Zeitungen gewannen.Wir haben noch den Satz einer erfolgreichen Münchener Partnervermittlerin im Ohr:"Mit einem guten Mann in der Kartei - um die 60, keine Glatze, Nichtraucher, anständiger Beruf und eigenes Auto - habe ich in den 90ern für über 30.000 DM Damen in meiner Ehevermittlung abgeräumt...""Partnervermittlung" respektive "Ehevermittlung" ist übrigens keine geschützte Berufsbezeichnung wie etwa "Apotheker". Alle in diesem Metier Tätigen sind daher "selbsternannt" und unterliegen keinerlei Qualitätsstandards.

Gerade die "Schwarzen Schafe" verursachten Akzeptanzprobleme u.a. aufgrund intransparenter Preissysteme, grenzwertiger Vertriebsmethoden und schwammiger Leistungskataloge. Durch die Gründung von Berufsverbänden, die ein gewisses Niveau ihrer Mitglieder gewährleisten sollen, z.B. den "Gesamtverband der Ehe- und Partnervermittlungen e.V.", will die Branche der Problematik entgegenwirken.


1.4 Einsatz von Computer & Paarpsychologie - glückliche Beziehungen per Automat

Partnervermittlung ist traditioneller Weise ein reines sogenanntes "people business" gewesen. Entscheidend für die erfolgreiche Partnervermittlung war jahrhundertelang alleine die Menschenkenntnis und das Bauchgefühl des Vermittlers - man kann diese Fähigkeiten zum "Beziehung-Stiften" durchaus auch als eine Kunst ansehen.

Diese Kunst versucht man seit geraumer Zeit zu automatisieren, sprich durch Kombination von Computern auf der einen und paarpsychologischen Modellen zur Partnerfindung ("Matching") auf der anderen Seite Systeme zu schaffen, die den menschlichen Partnervermittler und sein Gefühl für die glückliche Beziehung ersetzen.

Während sich die Wissenschaft hier durchaus das Ziel setzt, besser als ein menschlicher Vermittler sein zu wollen, ist der traditionelle Partnervermittler natürlich der Meinung, dass eine Blechkiste niemals in der Lage sein wird, zu erspüren, ob die Chemie zwischen zwei Partnersuchenden stimmen könnte und ob eine Beziehung sinnvoll wäre. Auf der anderen Seite haben die klassischen Partnervermittler schon in den 1980ern entdeckt, dass sich mit Schlagworten wie "Vermittlung nach wissenschaftlichen Prinzipien" oder "PC-basiertes Vermittlungsverfahren" wunderschön die hohen Preise rechtfertigen lassen... Uns ist das an dieser Stelle egal.

1.4.1 Perfekte Beziehung finden via Persönlichkeitstest?

Hier, auf dieser Seite haben wir uns mit dem Einzug der Informationstechnologie in die Partnervermittlung beschäftigt und gehen gleich mal zurück ins Jahr 1956. Da wurde am 19. November 1956 in den USA nämlich das vermutlich erste Computerprogramm für die Partnersuche zwecks glücklicher Beziehungen vorgestellt, wie das renommierte TIME-Magazine berichtete. Wir haben es mal grob übersetzt:

Perfekten Partner finden via Internet

Elektronischer Amor findet perfekte Beziehung

Mit blinkenden Lämpchen und blecherndem Piepsen übernahm ein gigantisches Elektronenhirn letzte Woche die TV-Show "People Are Funny": Die Rechenmaschine Univac 21 verwandelte sich in Amor und brachte ein Pärchen aus Fleisch und Blut zusammen, das nach wissenschaftlichen Prinzipien als "ideale Heiratskandidaten" ermittelt wurde...

Aber der Reihe nach: Sex, Politik und Religion - Das elektronische "Boy-meets-Girl"-Gambit nahm seinen Anfang, als der selbsternannte "Meister der Zwanglosigkeit" Art Linkletter (44) las, dass 14 Millionen Amerikaner in Lonely Hearts Clubs organisiert sind. Er fragte sofort nach beim "Los Angeles Institute for Family Relations", das ihm einen Fragebogen mit 32 Fragenkomplexen zu wesentlichen Heiratsattributen (Rasse, Religion, Größe, Gewicht, Haustiere, Trinkgewohnheiten, ...) zusammenstellte. Linkletter schaltete landesweit Anzeigen in der Regionalpresse und verschickte den Fragebogen an insgesamt 4.000 Singles über 21 Jahre.

Dann kam die Rechenmaschine Univac (Preis: $1.000.000) ins Spiel, ratterte und knatterte und spuckte schließlich das Favoriten-Pärchen für eine Beziehung aus: John Caran, 28, Werber aus Los Angeles, und die hübsche rehäugige Barbara Smith, 23 und Rezeptionistin. Im September trafen sich die beiden erstmalig - vor den Fernsehkameras von "People Are Funny" - und es war ein Volltreffer.

Letzte Woche hielten die beiden Händchen und sahen sich tief in die Augen. Barbara: "Univac war eine ziemlich gute Sache für mich und meine Beziehung." Nicht aber für ihren Ex-Freund. Linkletter erhielt eine Nachricht: "Lieber Amor, ich schreibe Ihnen, weil ich um Ausgleich bitte für die große Ungerechtigkeit, die mir widerfahren ist. Das Mädchen, das meine Frau hätte werden sollen, wurde mir von Univac genommen und an einen anderen weitergegeben. Darum fordere ich, dass Univac mir die ideale Frau bestimmt, die die verloren gegangene ersetzen kann und mein Leben wieder ganz macht." Der amüsierte Linkletter: "Was wir tun können, ist seinen Fragebogen durch Univac laufen zu lassen. Das ist so gut wie 3.000 Dates in ein paar Minuten."

Barbara vertraut übrigens dem Apparat und hat die Verlobung mit John bekanntgegeben...

Und aus der Kategorie "Historische Dokumente zum Einzug der Informationstechnologie in die Partnervermittlung" haben wir noch einen wunderschönen Beitrag von Aegidius Habakuk (Synonym eines deutschen Glossenschreibers in Kirchenmagazinen) aus dem Jahre 1963:

Eheringe

Elektronische Eheanbahnung: Die Frau fürs Leben - 10 Jahre Garantie!

Was liegt näher, als dass im Zeitalter der Automation und der elektronischen Erledigung komplizierter Verwaltungsvorgänge auch die Eheanbahnungsinstitute sich dieser neuesten Errungenschaft der Technik bedienen. Sie meinen jetzt sicher, ich würde scherzen. Mitnichten. So etwas gibt es tatsächlich!
[...]

Laut einer Rundfunkmeldung arbeitet in Kopenhagen ein dänisches Eheanbahnungsinstitut mit einem Elektronengehirn.
[...]

Der Partnersuchende muss einen umfangreichen Fragebogen mit etwa 200 Fragen ausfüllen. Dabei geht es nicht nur um seine Körpergröße, Haarfarbe, Einkommensverhältnisse und Hobbies. Das Institut leistet gründliche Arbeit. Es ermittelt auch die charakterlichen Anlagen. Dabei geht es selbstverständlich diskret und taktvoll vor. Man fragt nicht etwa: Sind Sie eine harmonische Natur oder unterliegen Sie Launen und Stimmungen? Lassen Sie sich des Öfteren gehen? Zerschlagen Sie im Zorn Einrichtungsgegenstände? Der Kunde merkt gar nicht, wie er durch die Beantwortung harmlos klingender Fragen sein Seelenleben entblößt.
[...]

Sie dürfen natürlich nur eine der ermittelten Partnerinnen heiraten, das versteht sich von selbst. Aber eins ist noch wichtig: Sie wissen, dass wir nicht nur in einer technischen Welt, sondern auch im Zeitalter der Versicherungen leben. Man kann alles und sich gegen alles versichern lassen. Was wundert's, dass auch die elektronische Eheanbahnung mit einer Garantie-Erklärung verbunden ist. Laut Radiomeldung: Wenn die Ehe nach ein paar Jährchen nicht klappt, wird Ihnen kostenlos ein Psychologe ins Haus geschickt. Wenn das immer noch nicht geholfen hat, bekommen Sie Ihr Geld zurück.
[...]

Lasst Maschinen für euch arbeiten, lasst Elektronengehirne für euch denken. Nur eins tut nicht: Verdammt nicht die von Gott in Seine Schöpfung gelegten Kräfte und stempelt sie nicht zu Mächten des Teufels.

Heute benötigen die klassischen Partnervermittlungen natürlich keine Großrechner mehr, um ihre höchsten 500 Kunden zu verwalten und untereinander in eine Beziehung zu verbandeln. Ein kleiner PC recht völlig, und die Softwarelösungen decken den gesamten Work-Flow vom Aufnahmeantrag über die Vermittlung bis zum Mahnwesen ab:

Software Partneragentur

1.5 Partnervermittlung goes Internet: Die WWW-Partneragentur

Schon kurz nach der Erfindung des Internet-Browser (1993) und der Ankunft des WWW in Deutschland (1994/1995) entdeckten die ersten klassischen Partnervermittlungen mit Pioniergeist, dass ein Internet-Auftritt durchaus Sinn machen kann. Sie sahen das Internet einfach als "Platz für eine Visitenkarte" oder als zusätzlichen Vertriebsweg an.

Damit sind wir aber noch lange nicht bei der "Internet-Partneragentur" angekommen, denn das, was sich aus Kundensicht online abspielt, beschränkt sich auf das Ausfüllen eines Kontaktformulars oder im besten Falle eines Aufnahmefragebogens. Alle weiteren Phasen der Partnervermittlung wurden klassisch "offline" abgewickelt.

1.5.1 Internet-Partneragenturen der 1. Generation

Internet-Partnervermittlungen basieren auf der Übertragung des Geschäftsmodells der klassischen Partnervermittlung auf das Medium "Internet", d.h. aus Kundensicht findet der gesamte Prozess des Kennenlernens - bis man sich für weitere Schritte wie Telefonate oder ein Treffen entscheidet - online statt.

In der Frühphase der Internet-Partnervermittlungen um 1996 begannen die Partneragenturen zunächst damit, die Kundenschnittstelle per Internet anzubieten. Interessierte konnten online einen Fragebogen ausfüllen und bekamen Partnervorschläge per E-Mail übermittelt. Die Hauptaufgabe, nämlich die Auswahl von Partnervorschlägen, erfolgte zunächst aber noch manuell oder mittels PC-Software.

Im nächsten Schritt der Internet Partnersuche wurde die Erarbeitung von Partnervorschlägen von der Partneragentur automatisiert und auf Internet-Server verlegt. Die Internet-Partneragentur generiert dann z.B. in jeder Nacht neue Kandidaten und versendet entsprechende E-Mails an die Kunden. Damit einhergehend bekommen die Kunden einen Zugang, um auf den Webseiten der Partneragentur online ihre Suchkriterien zu verstellen.

An Internet-Partneragenturen wie "email-for-you.de", "die-rose.de" oder "partnerweb.de" werden sich heute nur noch ganz wenige erinnern können, andere Seiten aus dieser Urzeit der internetbasierten Partnervermittlung waren:

Bei der Partneragentur der 1. Generation basiert das Matching nur auf einfachen Persönlichkeitsangaben und Wunschvorstellungen. Beispielsweise wird dabei die Passung der Alters-, Gewichts- und Größenvorstellungen berücksichtigt. Von einer Vermittlung nach paarpsychologischen Matchingverfahren kann aber noch nicht die Rede sein.

Auch war die WWW-Partneragentur damals überhaupt noch nicht salonfähig, so dass vor dem Jahr 2000 kein Anbieter über 10.000 Mitglieder aufweisen konnte.

Und aus Sicht des Partnersuchenden ebenfalls unbefriedigend: Mal bekommt man E-Mails mit Partnervorschlägen - und mal nicht. Warum - das ist für den Kunden nicht nachvollziehbar: Blöde Partneragentur? Pech? Suche ich unrealistisch?

1.5.2 Internet-Partneragenturen der 2. Generation

Den Durchbruch der Internet-Partneragenturen im deutschsprachigen Raum initialisierte Anfang 2001 PARSHIP.de, das mit einem sehr durchdachten Konzept an den Start ging:

  • Persönlichkeitstest
    Der Partnersuchende durchläuft zunächst einen umfangreichen psychologischen Persönlichkeitstest, der die Grundlage für das Matching bildet.
  • Interaktivität
    Die Auswertung dieser Analyse ("Wer bin ich und wer ist mein Idealpartner?") wird dem Mitglied online und grafisch veranschaulicht zur Verfügung gestellt. Dem Kunden werden in einem internen Bereich relativ viele Partnervorschläge sortiert nach Passung angezeigt. Durch die Veränderung von "Killerkriterien" wie z.B der Entfernung zum Wohnort oder der Alterstoleranz kann er die ihm angezeigten Partnervorschläge jederzeit beeinflussen.
  • Vertriebspower
    Die Partneragentur PARSHIP.de ist Bestandteil eines Verlagshauses und seit den ersten Tagen mit Werbemaßnahmen auf diversen führenden Medienportalen vertreten.

Hier sehen Sie einige Screenshots zu PARSHIP.de, die die Entwicklung dieser Partneragentur schön verdeutlichen:

Screenshots PARSHIP

PARSHIP.de musste das Prinzip der Internet-Partneragentur in der Gesellschaft salonfähig machen und konnte trotz dieser Hürde in weniger als 4 Jahren über 1 Million Mitglieder gewinnen.

Wir wollen hier keine Werbeveranstaltung machen: PARSHIP.de brauchte das Rad sicherlich nicht neu zu erfinden, denn in den USA gab es schon 2001 reichlich Vorbilder... Und mittlerweile füllen Internet-Partnervermittlungen wie ElitePartner.de oder be2.de das ehemalige Vakuum hinter PARSHIP.de gut aus.

Mittlerweile haben sich einige Vermittler auf bestimmte Zielgruppen spezialisiert, wie zum Beispiel auf die Partnersuche für Singles ab 50.

Zum Abschluss der Bereich "Meine Partnervorschläge" einer Internet-Partneragentur der 2. Generation:

Partnervorschläge

Soweit der Stand der Dinge in der Jahrtausende alten Geschichte der Partnervermittlung. Wir schreiben dieses Kapitel weiter, sobald sich wieder etwas Großes zum Thema Partneragentur tut... 

Irgendwas mit Gedankenübertragung vielleicht - oder Beamen ;-)

2. Technik der Internet-Partnervermittlung

Falls Sie sich fragen, wo die Partnervorschläge in Ihrem Postfach herkommen, sind Sie hier richtig.

Wir erklären Ihnen in diesem Abschnitt die "Informatik" hinter den Partneragenturen.

Der wesentliche Unterschied zwischen Kontaktanzeigen-Portalen und den Internet-Partneragenturen besteht darin, dass die Singles nicht selbst auf Partnersuche gehen müssen, sondern mögliche Lebenspartner vorgeschlagen bekommen.

Die Gretchenfrage dabei ist natürlich, wie die "möglichen Partner" ermittelt werden. Soviel vorweg: Am anderen Ende sitzt keine nette "Briefkasten-Oma", die den lieben langen Tag lang Fotos und Steckbriefe vergleicht und zusammenwürfelt...

Das "Expertenwissen" des menschlichen Partnervermittlers wurde vielmehr in ein spezielles Computerprogramm verwandelt, das auf paarpsychologischen Theorien basiert.

Wenn Sie weiterlesen, dann werden Sie wahrscheinlich denken: "Ach, wie simpel! Das ist alles?" Leider nicht, denn zum einen wird's knifflig, wenn Sie ein paar Millionen Singles gleichzeitig bedienen müssen, zum anderen besteht die Kunst gerade darin, das psychologische Wissen der "Briefkasten-Oma" in der an sich trivialen Software umzusetzen.


2.1 Online-Fragebogen und Persönlichkeitsprofil

Wer sich bei einer der Partneragenturen anmeldet, muss zunächst einmal online einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen. Dabei werden diverse Daten erhoben, wobei für uns hier folgende Arten relevant sind:

  • Fakten zur Person
    Geschlecht, Postleitzahl, Alter, Größe, ...
  • Harte Wunschvorstellungen
    Suchradius in Kilometern, Alter-von-bis, Größe-von-bis, ...
  • Paarpsychologische Daten
    Ihre Antworten zu diversen Fragen à la "Stehen Sie gerne früh auf?" oder "Sind Sie sparsam?"

Nach dem Test zeigen viele Partneragenturen in Ihrem persönlichen Bereich Ihr Persönlichkeitsprofil an, das die Grundlage für die spätere Partnerauswahl und Partnersuche bildet. Das sieht z.B. so aus (wir haben hier ein Beispiel mit Texten gewählt):

Persönlichkeitsprofil

 

Wie kommt der Computer zu Ihrem Profil? Genau so, wie Sie es aus den Tests in Frauenzeitschriften kennen: Punkte zusammenzählen und Ergebnis nachschlagen. Wir erläutern das ganze hier an der Persönlichkeitsdimension "Romantik":

1. Schritt

Ihre paarpsychologischen Daten zu den Fragen...

  • "Zünden Sie abends gern Kerzen an?"
  • "Mögen Sie Sonnenuntergänge?"
  • "Überraschen Sie Ihren Partner gerne mit etwas Kuschligem?"

...werden addiert, wobei sich z.B. der Wert "38%" ergibt.

2. Schritt

Zu der Dimension "Romantik" z.B.  sind im System 10 Textbausteine hinterlegt. Sie bekommen den 30-40%-Baustein:

"Sie sind kein besonders romantischer Typ, aber auch nicht sooo unromantisch. Vielleicht sollten Sie sich in Zukunft ein wenig mehr Zeit und Ruhe für sich selbst nehmen, dann können Sie besser genießen."


Soweit keine Hexerei, gelle? Aber jetzt wird's spannend...


2.2 Der Matching-Algorithmus für die Partnersuche

Der Auswahlprozess im Rahmen der Partnersuche wird im Allgemeinen als "Matching" bezeichnet. Wie so ein Matching-Algorithmus technisch funktioniert, können Sie hier lernen. Was dann wiederum an psychologischen Modellen inhaltlich dahinter steckt, erfahren sie in einem späteren Kapitel.

Um die Komplexität runterzubrechen, haben wir diese Erklärung in 3 Schritte unterteilt.

2.2.1 Matching für Anfänger

Das Matching im Rahmen der Partnersuche beruht in der Basisversion auf dem Grundprinzip der zweiseitigen Bewertung:


Matching Partnersuche

A

Entlang Ihrer Wunschvorstellungen wird allen anderen Singles je nach Grad der Übereinstimmung eine gewisse Punktzahl zugewiesen.


Matching Wunschvorstellungen

B

Dann wird umgekehrt ermittelt, wie gut Sie den Vorstellungen jedes anderen Mitgliedes entsprechen.


Matching Übereinstimmungen

A + B

Durch Addition der Punktzahlen ergibt sich aus Ihrer Sicht eine Rangfolge aller Mitglieder. Ab einem gewissen Mindestpunktwert wird bei der Partnersuche von einem geeigneten Partnerkandidaten ausgegangen


Matching-Algorithmen zur Online-Partnersuche müssen relativ große Mengen von Daten bewältigen!

Bei z.B. 100.000 Mitgliedern sind - sieht man von Optimierungspotenzialen ab - 100.000 x 99.999 x 2 ≈ 20 Milliarden Einzelbewertungen durchzuführen!

2.2.2 Matching für Fortgeschrittene

In unserem Falle ist die Sache noch ein wenig komplizierter. In der o.a. Basisversion wird ja bei der Partnersuche noch nicht zwischen "harten Wunschvorstellungen" und "paarpsychologischen Daten" unterschieden. Die Partnervermittlung muss bei der Partnersuche also zweistufig vorgehen:

  • Harte Vorgaben
    Zunächst muss ermittelt werden, wer wessen harten Wunschvorstellungen von einem Partner entspricht. Zu Ihren Vorgaben "30-40 Jahre, Nichtraucher, höchstens 100km entfernt" passen z.B. 10.000 von 1.000.000 Singles. Von diesen 10.000 bleiben dann z.B. 3.000, die umgekehrt jemanden wie Sie akzeptieren würden.
  • Weiche Faktoren
    Danach wird auf Basis der paarpsychologischen Daten ein Übereinstimmungswert ermittelt (Sind beide ähnlich romantisch? Sind beide ähnlich abenteuerlustig? Sind beide ähnlich religiös?).

Sie bekommen im Rahmen der Partnersuche dann die Partnervorschläge mit dem höchsten Übereinstimmungswert vorgeschlagen.

Ausflug für Mitdenker:

Mit Tricksen geht es auch einstufig. Für die harten Wunschvorstellungen geben Sie einfach je 1.000 Punkte und für die paarpsychologischen Kriterien je 5 Punkte. Die Schwelle setzen Sie dann bei:

[Anzahl der harten Wunschvorstellungen] * 1.000 + [paarpsychologische Hürde]

 

2.2.3 Matching für Profis

Soweit alles klar? Gut! Wenn Sie jetzt Ihre eigene Partnervermittlung zur Partnersuche starten wollen, dann seien Sie gewarnt! Denn jetzt wird es erst richtig spannend.

In der Praxis werden Sie nämlich auf eine ganze Reihe von widrigen Umständen bei der automatisierten Partnersuche stossen:

  • Partnersuche-Faktor "Zeit"
    Es ist nicht unbedingt clever, einem neuen Mitglied bei der Partnersuche sofort alle guten Partnervorschläge zu übergeben - und dann nur noch tröpfchenweise alle paar Wochen einen interessanten Neuzugang. Schöner wäre es doch, das ganze kontinuierlicher zu gestalten.
  • Partnersuche-Faktor "Aktualität"
    Welcher Partnervorschlag ist besser? Peter, der 89% Übereinstimmug hat und letztmalig vor 3 Monaten online war, oder Franz mit 74% und dem letzten Login vor 3 Tagen?
  • Partnersuche-Faktor "Aktivität"
    Soll man eher vermittelt werden, wenn man im Zuge der Partnersuche ein Foto hochgeladen hat, "Ich über mich" besonders schön ausfüllt und sich 3x pro Tag einloggt?
  • Partnersuche-Faktor "Unschärfe"
    Was passiert, wenn Peter psychologisch zu 99% übereinstimmen würde, aber leider 101km statt 100km enfernt wohnt? Soll das bei der Partnersuche berücksichtigt werden?
  • Partnersuche-Faktor "Verteilung"
    Was tun, damit Peter nicht aus Versehen 500 und Franz aus Versehen 0 Partnervorschläge bekommt?
  • Partnersuche-Faktor "Gerechtigkeit"
    Jetzt wirds philosophisch: Mann1 und Frau1 erreichen 98%, Mann2 und Frau2 erreichen 2%. Überkreuz wären es je 50%. Ist es nicht insgesamt gerechter, Mann1 und Frau2 zu verbandeln, damit Mann2 und Frau 2 nicht leer ausgehen?
  • Partnersuche-Faktor "Geld"
    Berta hat bisher nur einen Basis-Account und darf nur gucken. Petra ist Premium-Kundin. Da würde man den Männern doch am liebsten viele Bertas vorstellen, damit diese angeflirtet werden und zur Kasse gehen. Übertreiben darf man es nicht, denn sonst sind die Petras und die Männer, die wenig Antworten bekommen, enttäuscht.
  • Partnersuche-Faktor "Geld 2"
    Petras Abo läuft bald aus. Vielleicht kündigt sie. Dafür sollte man sich doch vielleicht noch ein paar Leckerchen aufsparen, die man ihr in der kritischen Phase präsentiert...

2.2.4 OKcupid erklärt im Video ihren Matching-Algorithmus

In diesem tollen englischsprachigen Video erläutert die US-Partneragentur OKcupid, wie genau deren Matching funktioniert. Dann erhalten Sie mal einen Einblick hinter die Kulissen einer solchen Partnersuch-Maschine:

 

Sie sehen: In der Praxis der Partnersuche ist "Matching" gar nicht mehr so einfach wie in der Theorie... Und wir sprechen hier ja bisher nur über die Technik, und noch gar nicht über die Paarforschung, die diese Technik mit Leben füllt.

Mit unserer Software im nächsten Teil können Sie nun selbst ein wenig herumprobieren...


2.3 Unsere Ausprobier-Partnervermittlung

Software Partnervermittlung programmieren

Für all diejenigen, die selbst einmal den Kapitän einer Internet-Partnervermittlung spielen wollen, haben wir eine kleine Simulations-Software zum Thema "Partner-Suche" entwickelt.

Die können Sie gerne haben - kostet nichts ;-)

Es gibt kein "Lehrbuch der Partnervermittlung". Unser Wissen über die Technik von Matching-Algorithmen haben wir zum einen in diversen Gesprächen mit den Machern aus der Praxis gewonnen.

Zum anderen haben wir einfach mal eine kleine "Matching/Partner-Suche"-Software programmiert, um die einen oder anderen Effekte in der Praxis nachvollziehen zu können.

Diese Software namens "Ausprobier-Partnervermittlung" spielt eine Partnervermittlung und die elektronische Partner-Suche auf folgende Weise nach:

  • Im ersten Schritt müssen Sie sich für die Partner-Suche eine realistische Single-Kartei erschaffen.Dazu geben Sie diverse Parameter an: Wie viele Mitglieder? Frauenanteil? Wie genau sollen die Wunschvorstellungen der Singles bei der Partner-Suche sein? Wie soll der Traumpartner aussehen?
  • Auf Knopfdruck werden dann z.B. 100.000 Single-Datensätze erschaffen, deren Eigenschaften und Wunschvorstellung innerhalb Ihrer Vorgaben bewegen. Diese Mitglieder können Sie sich einzeln ansehen bzw. Statistiken über die Mitglieder abrufen, z.B. "Wie viele der teilnehmenden Zufalls-Singles haben das Sternzeichen Stier?"
  • Dann stellen Sie ein, wie die Partner-Suche ("Matching") durchgeführt werden soll. Wo liegt z.B. die Schwelle für "Single A und Single B werden einander im Rahmen der Partner-Suche vorgeschlagen"? Wie viele Punkte soll es geben, wenn A den Altersvorgaben von B entspricht?
  • Die Partner-Suche läuft (ab 10.000 Mitgliedern gerne mehr als eine Minute).
  • Nun können Sie die Ergebnisse der Partner-Suche sehen, sprich wer welche Vorschläge bekommt. Und viel wichtiger: Wie sieht es bei der Partnersuche im statistischen Mittel aus? Anzahl der Kontaktvorschläge, wie viele Singles sind leer ausgegangen? Wie viele haben mehr als 100 Vorschläge bekommen?

So lässt sich die Partner-Suche in der Praxis wunderbar nachspielen: Was passiert, wenn in einer Seitensprung-Agentur nur 20% der Mitglieder weiblich sind, oder oder oder...

Unsere "Ausprobier-Partnervermittlung" setzt MS Access für die Partner-Suche voraus. Wir schicken Ihnen kostenlos eine Kopie, wenn Sie uns darum per E-Mail bitten (redaktion@singleboersen-vergleich.de).

So können wir nämlich herausfinden, wie häufig jemand an unserer Partner-Suche-Software interessiert ist... Bei mehr als 1.000 Anfragen pro Woche machen wir ein Business daraus ;-)

3. Paarforschung als Basis für die Partnervermittlung

Menschen, die ein Feeling dafür haben, wer mit wem eine Partnerschaft eingehen könnte, hat jeder im Bekanntenkreis. Diese Begabung versuchen Partnerschaft-Forscher in Modelle zu packen, die zum einen erklären, warum wer mit wem zusammenpasst, und zum anderen voraussagen können, ob Mann A mit Frau B in einer Partnerschaft harmonieren wird.

Partnerschaft-Forschung ist nicht nur für die Geschäftsführer von Partnervermittlungen eine hochspannende Angelegenheit, sondern auch für Sie: Sie lernen auf den nächsten Seiten nicht nur eine Menge über Ihre Persönlichkeit und Ihre Chancen und Risiken in der Partnerschaft, sondern verstehen endlich, was hinter diesem "psychologischen Hokuspokus" steckt.

Und natürlich, inwieweit Sie auf der Suche nach der Partnerschaft fürs Leben diesem Braten trauen können!


3.1 Theoretisches Konzept: Partnerwahl als Fragestellung in der Partnerschaft-Forschung

Internet-Partnervermittungen basieren auf Partnerwahl-Modellen aus der Partnerschaft-Forschung, mit deren Hilfe in der Praxis gute Partnervorschläge für die Partnersuchenden ermittelt werden. Diese Modelle zur Partnerwahl leisten folgende zwei Schritte:

  • Im ersten Schritt wird versucht, Menschen anhand von Persönlichkeitsmerkmalen in Kategorien einzuordnen (z.B. "logisch versus intuitiv").
  • Im zweiten Schritt sagt das Partnerwahl-Modell voraus, welche Kombinationen von Persönlichkeitsmerkmalen eine "gute Partnerschaft" begünstigen bzw. verhindern (z.B. "Kopfmensch + Kopfmensch = gute Partnerschaft").

Modelle zur Typisierung von Persönlichkeiten und zur Unterstützung bei der Partnerwahl werden in verschiedenen Unterdisziplinen der Psychologie und Soziologie untersucht, die wir hier als "Partnerschaft-Forschung" subsummieren: Man greift u.a. auf Psychoanalysten und Psychometriker zurück, die dabei helfen, Psychologisches messbar zu machen. Einen großen Einfluss haben auch Praktiker aus der Eheberatung. Und ein relativ neues Feld ist die Sozionik - ein Begriff für zwei Wissenschaften:

Sozionik in der Psychologie

Sozionik in der Psychologie

Sozionik (engl. Socionics; ein Kofferwort aus society (Gesellschaft) und bionics (Bionik)) ist eine psychologische Theorie zur Temperament-Klassifizierung, die in den 1970ern von der Litauerin Aušra Augustinaviciute (Pseudonym 'Augusta') in der ehemaligen Sowjetunion entwickelte wurde.

Das System baut auf den Erkenntnissen von C.G. Jungs "Psychologische Typen" und Freuds Theorie zum Bewussten und Unbewussten auf. Der Kerngedanke, mit dem Augusta die Jungsche Typologie zu erklären versucht, stammt schließlich von dem im Westen relativ unbekannten polnischen Psychologen Antoni Kepinski, der eine Theorie des informationellen Metabolismus entwickelt hat, die jeden Menschen als ein System versteht, das Informationen mit seiner Umwelt austauscht, indem er sie nach einem spezifischen Programm aufnimmt, verarbeitet und aussendet.

Sozionik in der Informatik

Sozionik (Soziologie + Informatik) ist die interdiziplinäre Verwendung von Methoden (z.B. Theorien) der Soziologie und informatischer Ansätze - algorithmisierte Modelle, Simulationsrechnungen, verteilten Agentensystemen - zur Konstruktion und Erforschung neuer verteilter informatischer Systeme, zur Erforschung soziologischer Fragestellungen und zur Konstruktion und Erforschung hybrider Systeme (bestehend aus sozialen Akteuren und Softwareagenten).

Um das perfekte Modell für die Partnerschaft-Findung zu konstruieren, das Ihnen garantiert im ersten Versuch den Traumpartner aus Millionen von Singles heraussucht, müsste theoretisch folgende Prozedur durchgeführt werden:

Die Konstruktion eines perfekten Partnerwahl-Modells

1. Nehmen Sie ALLE EIGENSCHAFTEN von Menschen, die für die Partnerschaft relevant sein könnten (Größe, Figur, politische Einstellung, Morgenmuffeligkeit, Extrovertiertheit, Hormoncocktail, frühkindliche Erfahrungen, ...)!

2. Denken Sie sich einen Fragebogen aus, mit dem man alle diese Partnerschaft-Eigenschaften EXAKT MESSEN kann!

3. Erheben Sie bei einer Million Freiwilligen (Paare und Ex-Paare) die Ausprägungen der Eigenschaften!

4. Denken Sie sich aus, wie Sie "Glück in der Partnerschaft" messen wollen. Ermitteln Sie, wie glücklich die Paare sind!

5. Jagen Sie alle diese Daten durch eine Analyse-Software, die statistische Auffälligkeiten zwischen Merkmalen und Qualität der Partnerschaft herausfindet:

  • Welche Eigenschaften sind überhaupt relevant für die Partnerschaft? Welche kann man streichen?
  • Wie müssen einzelne Eigenschaften von Partnern zueinander stehen, damit eine Partnerschaft glücklich ist? Welche Paarungen sind ungünstig?
  • Welche Kombinationen von Eigenschaften sind günstig bzw. ungünstig? Z.B. "Durchsetzungsstarker Mann und durchsetzungsschwache Frau passt gut, sofern Frau großzügig und ausgleichend ist."

6. Schreiben Sie die Essenz zusammen!

Ein solches perfektes Partnerwahl-Modell wird natürlich niemals realisierbar sein. Die Probleme liegen auf der Hand:

  • Es wird niemandem gelingen, ALLE Eigenschaften, die theoretisch Einfluss auf die Partnerschaft haben könnten, zusammenzutragen.
  • Für viele Eigenschaften gibt es nicht einmal Begrifflichkeiten, z.B. welchen Typ von Gesicht man hat/mag, welche Gerüche man hat/mag, wie das Essen schmeckt, was man kocht...
  • Die Messung ist ob der großen Datenmenge nur durchführbar, wenn die Teilnehmer sich selbst messen. Und da haben wir die verzerrte Wahrnehmung, wie folgender Klassiker zeigt:"Gehören Sie bzgl. der Attraktivität zu der oberen Hälfte der Gesellschaft?" 95% antworten mit "Ja"...
  • Wir setzen hier voraus, dass sich Evolutionsbiologen, die die Wahl einer Partnerschaft als Selektionsfrage ("gebärfreudiges Becken") betrachten, mit Psychologen an einen Tisch setzen, die eine ganz andere Perspektive einnehmen.
  • Völlig offen und auch umstritten ist, ob sich die Qualität einer Partnerschaft überhaupt voraussagen lässt. Was passiert mit den Partnern, wenn man im Lotto gewinnt oder das Kind stirbt?

Trotz all dieser Probleme, die einem perfekten Partnerwahl-Modell entgegen stehen, haben sich diverse Forscher als Vordenker versucht, um zumindest "brauchbare" und "praxistaugliche" Ansätze zu präsentieren...


3.2 Wichtige Partnerwahl-Modelle aus der Psychologie

Die Partnerwahl-Modelle, auf denen moderne Partnervermittlungen beruhen, können auf eine relativ lange Tradition zurückblicken und wurden in der wissenschaftlichen Gemeinschaft intensiv diskutiert, überprüft und weiterentwickelt. 

In Abhängigkeit von seinem Schöpfer und dessen Vorerfahrungen bzw. Schwerpunkten haben die verschiedenen Partnerwahl-Modelle eine gewisse Prägung erhalten, wie Sie sehen werden. Dadurch unterscheiden sich die Modelle in Anzahl und Art der inkludierten Persönlichkeitsdimensionen sowie den Prognosen bzgl. der Partnerwahl.

Beginnen wir mit dem Vater der modernen Paarforschung, dem Schweizer Psychologen C. G. Jung:

Paarforschung Meyer Briggs Type Indicator Mbti
Paarforschung Carl Gustaf Jung

Jung mag zwar ein genialer Vordenker gewesen sein, seine Aussagen zur Partnerwahl beruhen aber einfach auf seinen ganz eigenen Erfahrungswerten.

Der wesentliche Fortschritt in der Thematik der Persönlichkeitstypen, Partnerschaftszufriedenheit und Partnerwahl begann damit, dass Ende der 60er Jahre die US-Psychologen Katharine Briggs und Isabel Myers (Mutter & Tochter) den MBTI entwickelten:

Der große Vorwurf gegen den MBTI ist der, dass er zwar empirisch verifiziert wurde, aber immer noch auf die intuitiven Ideen von Jung zur Partnerwahl zurückgeht. So ist immer noch fraglich, ob man sich überhaupt um die "richtigen" Persönlichkeitsmerkmale bei der Partnerwahl kümmert.

Die Wissenschaft einigte sich schließlich Mitte der 80er-Jahre mehr oder weniger darauf, dass man mit 5 Persönlichkeitsmerkmalen eigentlich ganz gut hinkommt. Über diverse Kulturen, Erhebungsmethoden und Sprachen hinweg konnte gezeigt werden, dass das sogenannte "Big5" oder "Fünf-Faktoren"-Modell bei der Partnerwahl ganz gut brauchbar ist: 

Dieses sind die wichtigsten Strömungen der Partnerwahl - Theorie. Wer sehr interessiert ist, der kann sich noch mit folgenden Ansätzen auseinandersetzen:

  • Partnerwahl Theorie: Sozionisches Dual
    Hier wird "Beziehung" als "System zweier Menschen" gesehen, die erst aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit zu einer perfekten Symbiose zusammenwachsen. Blöd nur, dass nach Jung gerade die Unterschiedlichkeit enormes Konfliktpotenzial birgt...
  • Partnerwahl Theorie: AMOR - Advanced Matching Of Relationship
    Dieser Ansatz der Partnerwahl wurde 2006 mit Hilfe betriebswirtschaftlicher Scorecards (wie bei der Einschätzung von Kreditrisiken) entwickelt. Durch umfangreiche Datenanalysen wurden die entscheidenden 12 Fragen ermittelt, die bei der Partnerwahl über "Zusammenpassen oder nicht" entscheiden.
  • Partnerwahltheorie: Lebenssäulen
    Das von dem iranischen Arzt Dr. Nossrat Peseschkian entdeckte Prinzip der Lebenssäulen eignet sich dazu, die aktuelle Lebenssituation zu durchleuchten. Die Lebenssäulen behandeln die Bereiche „Sinn/Kultur, Arbeit/Leistung, Körper/Gesundheit, Freunde/Kontakt“ und sollten idealerweise ausgeglichen sein, um ein harmonisches Leben führen zu können.

Wie diese theoretischen Persönlichkeitstypen- und Partnerwahl-Modelle in die Praxis der Partnervermittlung einfließen und in den Online-Persönlichkeitstests wiederzufinden sind, lesen Sie im nächsten Abschnitt...


3.3 Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Partnervermittlungs-Praxis

Keine der bedeutenden seriösen Partnervermittlungen im Internet greift 1:1 auf die im vorigen Kapitel vorgestellten Modelle zur Typisierung von Persönlichkeiten bzw. zur Partnerwahl zurück. 

Vielmehr haben sich die Designer der Online-Partnertests in der seriösen Partnervermittlung lediglich von den Vorbildern Jung, MBTI und Big5 insprieren lassen und daraus eigene, weiterreichende Vermittlungsverfahren konstruiert. Dazu wurde i.d.R. auf renommierte Universitäts-Professoren zurückgegriffen.

Die einzelnen Lösungen unterscheiden sich je seriöse Partnervermittlung v.a. in Bezug auf vier Aspekte:

  • Wenn Sie sich bei PARSHIP, ElitePartner & Co. anmelden und den Online-Partnertest durchführen, entdecken Sie zum einen weitere Persönlichkeitsmerkmale (beispielsweise "Emotionalität" oder "Harmoniebedürfnis"), die in die Typisierung einfliessen.
  • Sehr unterschiedlich ist auch die Einbeziehung von "Allerweltseigenschaften" wie "Raucher oder Nichtraucher", "Berge oder Meer", "FAZ oder Süddeutsche", "Stadthaus oder Bauernhof" gelöst.
  • Beim Matching setzen einige seriöse Internet-Partnervermittlungen immer auf "Gleich & Gleich gesellt sich gerne", andere bewerten "kleine Unterschiede" mit dem höchsten Wert usw.
  • Die meisten der seriösen Partnervermittlungen im WWW beschränken sich auf den separaten Vergleich der erhobenen Persönlichkeitsmerkmale, die wenigsten berücksichtigen Interdependenzen (z.B. "Durchsetzungsstarker Mann passt zu durchsetzungsschwacher Frau, sofern Frau großzügig und ausgleichend ist.")

Das genaue "Kochrezept" bleibt natürlich das gut gehütete Geheimnis der Unternehmen - fast so gut gehütet wie die berühmte Coca-Cola-Formel...

Wir wollen uns einmal das Vermittlungsverfahren von eHarmony.com anschauen, Marktführer in den USA und weit über 250 Millionen Euro Umsatz in 2015:

eharmony

Partnervermittlung mit eHarmony.com

Die Psychologie hinter dem im Jahre 2000 gelaunchten eHarmony.com stammt aus der Feder von Dr. Neil C. Warren, der relativ fundamentalistische christliche Werte vertritt und sich im früheren Berufsleben gerichtlich mit Tausenden von Scheidungen herumschlagen musste. Sein Schluss: "Gegensätze ziehen sich an... um sich anzugreifen und zu strangulieren!" Daher wird extrem auf Gleichheit geachtet.

Der mit über 250 Fragen durchaus umfangreiche Fragebogen deckt ungefähr 50 Persönlichkeitsbereiche ab - wenn nicht mindestens 50 sehr gut übereinstimmen, erteilt eHarmony.com keine Empfehlung. Zudem kann der Partnersuchende eine Reihe von "Mussfaktoren" notieren, in denen er sebst eine Übereinstimmung für zwingend notwendig hält.

Keine seriöse Partnervermittlung im WWW maßt sich übrigens an, "den Traumpartner" zu präsentieren. Sie bekommen grundsätzlich zwischen 10 und 1.000 "gut passende" Kandidaten vorgestellt.

  • Die Partnersuchenden können über Killerkriterien wie "Bitte höchstens 100km entfernt!" ihre Ergebnisse aktiv beeinflussen.
  • Eine seriöse Partnervermittlungen bewertet aktuelle Mitglieder oft höher als "Karteileichen".
  • Auch werden "Bezahler" häufig lieber vorgestellt als "Nicht-Bezahler", da von einer höheren Bindungsbereitschaft ausgegangen werden kann.
  • Oder "Nicht-Bezahler", da man sich erhofft, dass die Mails von Premium-Kunden sie an die Kasse treiben...

Die Vertreter auf dem deutschen Markt "seriöse Partnervermittlung per WWW" warten mit 60 bis 500 Fragen auf Sie. Diese Fragen wurden seit Jahren nicht mehr verändert, denn das würde ja bedeuten, dass alle Bestandsmitglieder nochmal durch den Fragebogen müssten...

Wenn es Sie interessiert, sollten Sie verschiedenen Partnertests und Vermittlungsverfahren einfach mal ausprobieren - es kostet nichts!

Ein Nachsatz zu Partnervermittlungen für Homosexuelle: Hier spielen ganz andere Persönlichkeitsmerkmal eine Rolle, u.a. welche Rolle man einnimmt und wie mit der Homosexualität umgegangen wird ("Coming-Out-Level"). gayPARSHIP z.B. geht darauf gar nicht ein, es wurde einfach der Hetero-Fragebogen genommen...

Was taugen die seriösen Web-Partnervermittlungen denn nun?

Wir haben Ihnen hier jetzt seitenlang die ganze Theorie der paarpsychologischen Vermittlung erklärt. Und nun sagen wir Ihnen unsere Meinung nach über 10 Jahren Beobachtung und machen damit alles kaputt:


Dass die seriösen Partnervermittler im Internet deutlich höhere Erfolgsquoten aufweisen als die Flirtportale, hat in aller erster Linie damit zu tun, dass sie viel TEURER sind!

Das Matching ist zwar ein gutes Verkaufsargument, aber am Ende des Tages versammeln sich bei einer Partnervermittlung für 300 Euro eben viel bindungswilligere Menschen als bei kostenlosen oder günstigen Flirtseiten, wo die Nutzer ganz verschiedenen Absichten haben: Zeitvertreib, Marktwert testen, Sex,...

Wer so viel Geld bezahlt, der sucht WIRKLICH. Und der geht auch zu einem verabredeten Date. Und damit findet dort eben ein größerer Anteil der Singles einen neuen Lebenspartner.

Und das Matching hat - wie auch immer es nun eben funktioniert - die Funktion, dass die Partnersuchenden nicht Millionen von potenziellen Partnern sehen, stundenlang Bildchen gucken und nach dem Zufallsprinzip Kontakte knüpfen, sondern eben eine ganz gut passende kleine Gruppe potenzieller Partner präsentiert bekommen.

Wir vergleichen das gerne mit einem Fussballstadion voll Männer: Eine Frau, die dort hineingeht, ist leicht überfordert. Seriöse Partnervermittlungen setzen die Dame direkt in einen Block mit ganz gut passenden Männern. Das ist der Unterschied.

Und für dieses Blöcke-Bilden kann man letztlich ganz einfache Kriterien heranziehen, insbesondere das Bildungsniveau, das Einkommen und den Altersunterschied (Frau etwas jünger).

Der Rest ergibt sich dann...


3.4 Macht Partnervermittlung die besseren Beziehungen?

Wir setzen uns nun mit der Fragestellung auseinander, ob via Internet-Partnervermittlung erstens prozentual mehr und zweitens haltbarere und glücklichere Beziehungen entstehen als auf anderen Wegen der Partnersuche.

Die Diskussion ist kontrovers, die Meinungen gehen auseinander - nur wir haben mal wieder die Weisheit mit Löffeln gefressen ;-))

Die Internet-Partnervermittlungen stellen mittels Umfragen und Studien natürlich selbst umfangreiche Nachforschungen an, wie erfolgreich die eigenen Vermittlungsverfahren denn wohl sein mögen.

Dabei kommen dann Erfolgsmeldungen über Singlestudien wie die folgende heraus:


38 Prozent der Premium-Mitglieder lernen ihren Partner über PARSHIP.de kennen. Die Erfolgsquote variiert dabei je nach Geschlecht und Altersgruppe zwischen 31,1 und sensationellen 45,2 Prozent.

Oder diese vielzitierten hier von eHarmony, die belegen wollen, dass "ihre" Ehen haltbarer sind als die normalen:


...dass in nur 14% der online entstandenen Ehen über eine Scheidung gesprochen worden war, während es bei den traditionell entstanden Ehen immerhin mit 42% fast die Hälfte war!

Dass extreme Positionen der absoluten Wahrheit entsprechen, ist eher selten: Die Studie von eHarmony.com wurde der wissenschaftlichen Gemeinde zum Sezieren zur Verfügung gestellt. Dabei wurde aufgedeckt, dass die eHarmony.com-Beziehungen im Mittel 6 Monate, die Vergleichsgruppen-Pärchen hingegen 2,8 Jahre zusammen waren.

Logo, dass Frischverliebte verliebter sind und weniger über die Scheidung reden...

Auf in das gegnerische Lager. Als nächstes zeigen wir Ihnen mal einen wissenschaftlichen Beitrag à la "Partnervermittlungen taugen gar nichts":

19 Jahre bis zum Traumpartner???

Dr. Philip Zimbardo (Professor an der Stanford University & ehemaliger Vorsitzender der Amerikanischen Psychologischen Vereinigung) in einem Beitrag aus dem April 2005:

Wenn Ihnen eHarmony.com jemanden vorschlägt, dann steht die Heiratswahrscheinlichkeit bei 1 zu 500. Sie müssten daher 346 Tage in Folge Dates haben, um mit 50% Wahrscheinlichkeit einen Ehepartner zu finden.

Angenommen, eHarmony.com liefert Ihnen 1,5 interessante Vorschläge pro Monat und angenommen, Sie treffen die alle, dann bräuchten Sie im Schnitt 19 Jahre, um via eHarmony.com Ihren Traumpartner zu finden...

Auch hier darf man sich wundern: Würde die Rechnung des verwirrten US-Wissenschaftlers grob stimmen, gäbe es in Deutschland jährlich höchstens 80.000 neue Internet-Beziehungen (Wir haben angenommen, dass 10 Millionen Deutsche jährlich im WWW auf Partnersuche sind und im Schnitt 4 Dates pro Jahr haben).

Nachweislich sind es aber über 1.000.000. Das hier ist auch eine schöne wissenschaftliche Abhandlung aus 2016 zum Thema "Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single bei Parship = dann kann es nichts taugen!":

Was ist denn nun richtig?

Auf die Fragestellung, ob Partnervermittlung auf Basis von Persönlichkeitsmerkmalen zu prozentual mehr und glücklicheren Beziehungen führt, gibt es schlicht noch keine wirklich zufriedenstellende Antwort. Genauso kompliziert wie die "Perfekte Partnervermittlung" zu erfinden ist es nämlich, die perfekte Studie zu konstruieren, mit der man den Erfolg wirklich objektiv messen könnte...

Und solange wird eben mit "Meinungen" argumentiert - wir nannten das in der Schule immer "heisse Luft von A nach B bewegen". Laufend wird von verschiedenen Seiten aus Kritik laut, mit denen sich die Internet-Partnervermitlung auseinandersetzen muss:

  • Kritik der klassischen Heiratsvermittler:
    "Menschen wollen mit Menschen kommunizieren, nicht mit Maschinen. Ein Apparat wird niemals dasselbe Gespür für die Partnerwahl haben wie ein professioneller Partnervermittler."
    Sicherlich ein gutes Argument. Blöd nur, wenn man als klassischer Partnervermittler im Gespräch genau spürt, wie der Traumpartner sein sollte, aber leider nur 20 Kandidaten in der Kartei hat... Auf der anderen Seite kann ein Heiratsvermittler aus Fleisch und Blut Ängste nehmen, überzogene Erwartungen der Partnersuchenden relativieren usw.
  • Kritik der Biologen & Evolutionsforscher:
    "Die Partnerwahl wird maßgeblich durch unterbewusste "Triebe" und selektionsrelevante Reize gesteuert, z.B. die Beschaffenheit des Hinterteils oder die abgesonderten Duftstoffe. Wie soll das via Internet funktionieren?"
    Dazu Warren, der Gründer von eHarmony.com: "Mehr als 75% der biologischen und chemischen Anziehung sind nach ein paar Monaten verpfufft und damit für ein langfristiges glückliches Auskommen nicht von Bedeutung."
  • Kritik der Kontaktanzeigen-Portale:
    "Der Single sieht bei einer Internet-Partnervermittlung nur sehr wenige andere Singles, meist auch noch ohne Fotos - eben nur diejenigen, die ihm zugeteilt werden..."
    Dafür muss er sich aber weder exponieren noch der riesengroßen Konkurrenz auf den Flirtportalen stellen.

3.5 Meinungen zu den Erfolgschancen...

Einen schönen Beitrag zum Thema "Erfolg der Partnervermittlung" liefert Gebhard Röse von liebepur.com:

Der Glaube an Astrologie, Psychologie, Märchen u.ä.

Wenn Sie an Märchen glauben, dann klingelt der Prinz irgendwann bei Ihnen.

Wenn Sie an Vorsehung glauben, dann weiss nur die höchste Autorität, wer der richtige Partner für Sie ist.

Wenn Sie an traditionelle Gesellschaftswerte glauben, dann wissen nur Ihre Eltern, wer der richtige Partner für Sie ist.

Wenn Sie an Astrologie glauben, dann wissen nur die Sterne, wer der richtige Partner für Sie ist.

Wenn Sie an Psychologie glauben, dann weiss nur der psychologische Partnerübereinstimmungstest, wer der richtige Partner für Sie ist...

... wenn Sie allerdings an sich selbst glauben, dann wissen nur Sie, wer der richtige Partner für Sie ist.

Zu Guter Letzt möchten wir aus unserer Perspektive versuchen, die Erfolgsaussichten der Partnersuche mit Hilfe einer Online-Partnervermittlung und dem heute zugrunde liegendem Wissensstand darzustellen. Wie Sie sicher bei den Artikeln zur Partnerwahl gemerkt haben, ist das gar nicht so einfach, zu sehr steckt die Paarforschung noch in den Kinderschuhen. Was können also die Partnervermittler und was nicht?

  • Wir glauben, dass "wissenschaftliches Persönlichkeits-Matching" keine Wunderdinge vollbringen kann wie z.B. den perfekten Partner aus 1 Million Datensätzen auszusuchen.
  • Wir glauben auch nicht, dass irgendwann ein Albert Lovestein aufkreuzt, der das Geheimnis der Liebe mit einer wissenschaftlich beweisbaren Matching-Gleichung entschlüsselt - aber wäre das nicht auch eine schreckliche Vorstellung?
  • Wie sich eine Beziehung über die Jahre hinweg entwickeln wird, kann sich nie genau vorhersagen lassen, da zu viele Faktoren wie z.B. Schicksalsschläge, berufliche Probleme u.v.m. diese Entwicklung beeinflussen. Aber wenn man die rosarote Brille einmal abnimmt, so kann man nicht abstreiten, dass es sich bei der Partnerwahl zwar um einen gefühlsgesteuerten Entscheidungsprozess handelt, sich aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich zwei Menschen mit bestimmten Eigenschaften finden und mehr oder weniger glücklich zusammenleben können, zumindest annähernd statistisch abbilden lassen.
  • Internet-Partnervermittlung mit "Persönlichkeits-Matching" und Persönlichkeitstest stellen für die ernsthaft auf Partnersuche befindlichen Singles deshalb ein hervorragendes Hilfsmittel bei der Vorauswahl der potentiellen Partner- (Paarungs-)kandidaten dar.

Hier einige Begründungen, die für unsere letzte These sprechen:

1. Unsere Gesellschaft verlangt beruflich bedingte Mobilität
Immer mehr Menschen sehen sich gezwungen in eine andere Stadt zu ziehen, um eine adäquate Arbeitsstelle zu bekommen. Das früher so gerne belächelte Partner-Casting-Team (bestehend aus Familien-Mitgliedern und Freunden) existiert weitgehend nicht mehr, der Single ist auf sich allein gestellt. Und so wird dann auch manchmal der ein oder andere Fehlschlag hingenommen, den früher vielleicht ein guter Freund verhindert hätte...

2. Eingefahrene Muster bei der Partnerwahl
Fast jeder hat einen Single im Freundes- oder Bekanntenkreis, den alle als attraktiv, nett, humorvoll, intelligent, unterhaltsam etc. bezeichnen, der aber einfach nicht die oder den Richtigen findet - und auch noch immer wieder dieselben Enttäuschungen mit immer demselben Typ Mann oder Frau erleben.

Wenn Sie an dieser Stelle gerade rot werden, sollten Sie auf jeden Fall weiterlesen! Hier kann das Matching-Verfahren entscheidende Hilfe bieten, denn es gibt ein paar Eigenschaften, die zwischen Partnern fast nie zu vereinbaren sind. Ein gutes Beispiel hierfür ist "Körperlichkeit". Denken Sie mal an Ihre gute Bekannte, die sich nach körperlicher Nähe und Zuneigung sehnt und am liebsten jeden Abend vor dem Fernseher kuscheln möchte. Ausgerechnet diese Schmusemaus sucht sich in der Disco oder in einer Singlebörse zielsicher einen auffälligen, attraktiven Typ Mann aus, der zwar sehr charmant sein kann und eine gewisse Gelassenheit und Coolness an den Tag legt, der aber für sich permanente Freiräume und eine gewisse Distanz zum Partner wie die Luft zum Leben braucht - und das Sofa als Schmusebegegnungsstätte höchstens einmal im Monat vermisst. Natürlich wird dies erst nach dem Verfliegen der anfänglich auf beiden Seiten vorhandenen Schmetterlinge im Bauch ersichtlich. Aber dann sind dauernde und sehr belastende Konfrontationen unausweichlich.

Die sehr wahrscheinliche Unvereinbarkeit dieser beiden Menschen wäre mit Hilfe eines psychologischen Matchings recht einfach zu ermitteln gewesen... Wir sehen das Matching-Verfahren also weniger als ein Instrument an, zielsicher den perfekten Partner zu finden, sondern vielmehr als ein geeignetes Hilfsmittel, um die ungeeigneten Partnerkandidaten getreu dem Motto "Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen" schon im Vorfeld auszusortieren. Das entscheidende Liebes-Casting müssen bzw. dürfen Sie dann natürlich immer noch selbst vornehmen.

3. Faktor "Zeit"
Auch wenn man meinen sollte, Zeit dürfte bei der Partnerwahl keine Rolle spielen: Sie tut es doch. Wer beruflich eingespannt und gestresst ist, hat oft keine Lust noch stundenlang im Hochsitz des Singlebörsenchats nach Stöckelwild oder Anzug-Tigern Ausschau zu halten... Und je länger dieser Zustand schon andauert, umso tiefer steckt man in der Job- und Singlefalle. Deshalb schätzen viele Singles an Internet-Partnervermittlungen, dass ihnen die zeitraubende Vorauswahl abgenommen wird. Dies ist ihnen das meist wichtiger als die größeren Möglichkeiten zur Interaktivität bei den Singlebörsen.

4. Faktoren "Geld" und "Aufwand"
Ja, Sie lesen richtig: Geld spielt bei der Vorauswahl eine gar nicht so kleine Rolle - aber anders als Sie wahrscheinlich spontan vermuten. Gerade die flirtwütigen Männer arbeiten gerne nach dem Prinzip "Schrotflinte" und streuen ihre Kontaktprofile über mehrere meist kostenfreie Portale um schneller zum Blattschuss zu kommen.

Bei einer Person, die gewillt ist, 150-180 Euro für eine sechsmonatige Mitgliedschaft bei einer Partnervermittlung im Internet zu investieren, ist logischerweise eine höhere Ernsthaftigkeit bei der Partnersuche anzunehmen.

Den groben Filter bei der Auswahl der Mitglieder, die Sie bei Internet-Partneragenturen finden, bildet übrigens auch schon das rund 45-minütige Ausfüllen des Online-Fragebogens, denn den "Jägern und Sammlern" ist ein gewissenhaftes Ducharbeiten viel zu lästig - da will man doch andernorts lieber gleich Fotos gucken..

5. Und überhaupt...
Völlig unabhängig vom "Psycho-Gedöns" ist in unseren Augen absolut entscheidend, an welchem "Kennlern-Platz" sich eigentlich was für Leute versammeln. Eine 34-jährige Akademikerin, die sich einen niveauvollen Mann für die Familiengründung wünscht, ist bei einer großen Internet-Partnervermittlung einfach deshalb am besten aufgehoben, weil sie dort die größte und treffendste Auswahl vorfinden wird.

Zum Schluss noch dieser Hinweis:

Nichts auf der Welt wird jemals einen Single an die Hand nehmen, irgendwelche Prozeduren mit ihm und anderen Singles durchführen und am Ende tolle Pärchen backen!

Nichtsdestotrotz sollten Sie sich nicht gemütlich in den Sessel lehnen und darauf warten dass das Matching-Engelchen Ihnen den Partner vom Himmel wirft! Bei aller Statistik zur Partnersuche sind Sie immer noch sich selbst verantwortlich! 

Werden Sie sich darüber klar, was Sie sich von einer neuen Partnerschaft erwarten und auch darüber was Sie in der neuen Beziehung investieren wollen und was Sie dafür an sich selbst ändern müssen und vielleicht schon immer wollten. Jetzt genau ist der richtige Zeitpunkt dafür. Verlassen Sie sich nicht auf Dritte, sondern arbeiten Sie an sich! Gehen Sie raus! Schauen Sie sich um! Machen Sie einen Flirttraining und neben der ganzen Theorie vergessen Sie nicht "Learning by Doing" hilft auch beim flirten. Verreisen Sie! Frei nach dem schönen US-Motto:


Who doesn't meet, doesn't mate!

(Wer niemanden trifft, der wird sich auch nicht paaren!)

4. Die besten Online-Partnervermittlungen

Erfahren Sie, welche Internet-Partnervermittlung am besten für Sie geeignet ist, wie viele Mitglieder bei PARSHIP, ElitePartner & Co. registriert sind und wie es mit den Preisen aussieht:

Das alles haben wir in unseren Detailanalysen detailliert dargestellt.

Hier sind die Testsieger:

Falls Sie wissen möchten, wie wir die Online-Partneragenturen testen, schauen Sie hier nach:

Und falls Ihnen die Internet-Partnersuche nicht ganz geheuer ist, gehen Sie zur guten alten Eheanbahnung:

6. Ratgeberartikel zur Partnervermittlung

Mit diesen Praxistipps gelingt Ihnen ein großer erster Schritt zum Traumpartner.

Es ist zwar noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber binnen 2 Stunden sind Sie ein Partnervermittlungs-Profi - versprochen!

7. Einsteiger-Beratung zu Partnervermittlern

Sind Sie ein absoluter Neueinsteiger? Dann können wir Ihnen auch helfen.

Studieren Sie folgende Beratungen für Rookies:

8. Interviews mit Partnervermittlern

Wir haben die Macher der Portale exklusiv interviewt, so dass Sie sehen können, wie es hinter den Kulissen der Partnervermittlung-Services steht:


Wer hat dieses Dossier zur Partnervermittlung erstellt?

Henning Wiechers beobachtet seit 2003 die Welt der Singlebörsen und gilt in den Medien als führender Fachmann zum Thema.

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