Stimmt das wirklich:
Wiederholungstäter bei der Partnerwahl

Veröffentlicht: 24. September 2019

Jeder kennt jemanden in seinem Bekannten- oder Freundeskreis, der sich immer wieder für den gleichen Typ Mann oder Frau für eine Beziehung entscheidet. Egal mit welchen Erfahrungen man aus der letzten Beziehung gegangen ist. Sind wir Menschen typische Wiederholungstäter bei der Partnerwahl?

Sie kennen das Sprichwort "Gegensätze ziehen sich an" und Sie haben diesen Ausspruch garantiert auch bereits "bewiesen" erlebt. Die Gegenseite mit "Gleich und gleich gesellt sich gern" trifft jedoch mindestens genauso häufig zu. Was ist denn nun die Wahrheit?

Wie wahr diese Sprüche sind, wollten nun auch Wissenschaftler der Universität von Toronto herausfinden. Dabei fokussierten sie sich auf die Wichtigkeit von Gemeinsamkeiten für eine Partnerschaft.

Die Forscher stellten fest, dass wir lieber Partnerschaften mit Menschen, die uns gleichen eingehen. Viel gravierender ist jedoch: Wir wählen für eine neue Beziehung Personen, die unserem letzten Partner ähneln.

Finden Sie JETZT Ihren Traumpartner!
Die besten Partnervermittlungen im Test 2019

Ermittelt wurde das anhand einer Langzeitstudie, für die jährlich 12.000 Menschen zu partnerschaftlichen sowie familiären Themen befragt werden. Aus diesem Probanden-Pool pickten sich die Forscher 332 Teilnehmer raus, die sich zwischen 2008 und 2017 zwei Partnerschaften befanden. 

Häufig betrachten Partnerwahl-Studien nur eine Momentaufnahme des jeweiligen Beziehungsstatus der Teilnehmer. Forscher analysieren nur sehr selten den Unterschied zwischen zwei nachfolgenden Partnern. Dies war bei dieser Untersuchung anders.

Neu und Alt im Vergleich

Die Teilnehmer der Studie, aber auch ihre Partner und Ex-Partner hatten entsprechende Erhebungsbögen beantwortet, um ihre eigenen Persönlichkeiten bewerten zu lassen. Als 21 vergleichende Merkmale dienten u.a. Verträglichkeit in der Beziehung, Pflichtbewusstsein, Offenheit für neues sowie Neurotizismus (Gesamtverfassung, die durch emotionale Labilität, Schüchternheit und Gehemmtheit charakterisiert ist). 

Im Anschluss sollten die Teilnehmer sich selbst einschätzen, ihre jeweiligen Partner taten dies ebenso. Beide Einschätzungen waren ähnlich.

Verblüffend war jedoch, dass die Selbsteinschätzungen der aktuellen Partner und Ex-Partner noch ähnlicher waren. Laut den Forschern bevorzugten die Befragten Partner, die eben nicht nur ihnen, sondern vor allem ihren vorherigen Partnern ähnelten.

Abweichungen gab es nur bei Probanden, die sich selbst als sehr extrovertiert sowie offen für Neues einschätzten.


Unsere Studienergebnisse legen allerdings nahe, dass die neuen Partner einen gewissen Grad an Ähnlichkeit zu den vorherigen aufweisen, was nahelegt, dass Menschen zumindest in Teilen beständig Beziehungen zu einem bestimmten Typ eingehen.

Was bedeutet das für die Partnersuche?

Die Forscher gehen davon aus, mit diesen Erkenntnissen viel bessere Aussagen über Faktoren der Partnerwahl machen zu können. Dazu müssen jedoch weitere Studien stattfinden.

Eventuell könnten weitere Erkenntnisse in diese Richtung genutzt werden, um die bereits eingesetzten Algorithmen beim Online Dating weiter zu optimieren.

Quelle: pnas.org

Share!