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Unsere Reise zu den nigerianischen Romance-Scammern

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Wir haben für Sie wieder mal keine Kosten und Mühen gescheut. Nicht nur das, wir haben sogar einiges an Risiko auf uns genommen. Das Ziel: Eine Reise ins schöne Nigeria, um vor Ort bzgl. der millionenschweren Romance-Scam-Mafia zu recherchieren.

Schon die Anreise war beschwerlich: Mit dem Ruderboot ging es von Italien aus übers Mittelmeer (ziemlicher Gegenverkehr!), halb um Afrika herum und dann eben auf den letzten Metern vorbei an den Grenzposten, die die nigerianische Romance-Scam- und Work-at-Home-Mafia abschirmen.

Glücklicherweise hatten wir prima Schleuser, die dafür sorgten, dass wir eine ruhige Bucht zum Anlanden finden konnten. Macht dann $1000.

Weiter ging es im gebückten Galopp zu unserer provisorischen Unterkunft, die unsere Zentrale für die nächsten Wochen darstellen sollte. WLAN Fehlanzeige, aber immerhin ein langsames Handy-Internet. $1000. Klaro, die wenigen dicken Datenkabel werden ja auch zu 99,9% von den Scammern belegt.


Unsere Mission:
Ein Exklusiv-Interview
mit einem Drahtzieher

Ein Exklusiv-Interview mit einem der Romance-Scam-Drahtzieher, das war unser großes Ziel. Darum tarnten wir uns vor Ort als "Businessmen", angeblich im Auftrag führender Datingportale unterwegs, um mit den Jungs Strategien zu verabreden, wie wir die westlichen User geschickter gemeinsam ausnehmen können.

Wir entsandten also die ersten einheimischen Kundschafter. $1000. Wenige Stunden später wurde unsere Unterkunft von der bewaffneten Polizei gefilzt. Hätten die sowas wie einen Presseausweis gefunden, wäre es aus gewesen. Glücklicherweise hatten wir die daheim vergessen.

Die nächsten Kontaktmänner wählten wir mit mehr Bedacht aus. $5000. Einer führte uns an einen geheimen Ort, wo wir einen der Drahtzieher treffen würden. Kaum angekommen - $5000 - wurde uns ein gefährlich aussehender, ca. 50 Jahre alter Mann präsentiert, der angeblich für die Technik in einem Romance-Scam-Rechenzentrum zuständig sein sollte.


Der Kerl hielt ein "Backbone" für nen Knochen.

Allerdings hielt der Kerl ein "Backbone" für den Rückenknochen einer Kuh und entpuppte sich später als Nachbar unseres Kontaktmanns. Wir wollten unser Geld zurück. Knarre an den Kopf. Okay, dann eben wieder zurück in die Zentrale. $1000. Puh.

Auch die anderen Kundschafter bekamen nichts auf die Reihe und vertrösteten uns mit Gerüchten wie:

  • Herr Mutombo ist leider gerade mit seinen Frauen zum Shopping in Dubai.
  • Herr Aimomom musste gestern vor all den weißen Frauen fliehen, die sich trotz Abzocke in ihn verliebten und in seinen Harem wollen.
  • Herr Bakare hält leider gerade seinen Mittagsschlaf.

So langsam ging uns das Geld aus - darum reichte es nur noch für dieses eine Foto, das wir in einem der Hinterhof-Büros aufnehmen durften. $1000.

 

 

Tja, Mission verfehlt... Aber für Sie würden wir es wieder versuchen. Vielleicht hat RTL2 ja mehr Erfolg.


Wer hat diese Kuriosität hervorgekramt?

Henning Wiechers beobachtet seit 2003 die Welt der Singlebörsen und gilt in den Medien als führender Fachmann zum Thema.

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