So haben wir getestet:
Internet-Partnervermittlungen

Bewertung Partnervermittlung

Wie gut sind Partnervermittlungen wirklich?

Beim Vergleich der deutschsprachigen Partnervermittlungen im Internet haben wir eine Vielzahl unterschiedlicher Bewertungskriterien aufgestellt, um unseren Test auf ein solides Fundament zu stellen und Ihnen die Wahl zwischen den verschiedenen Anbietern zu erleichtern.

Aktualisiert: 22. November 2018

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Wie haben wir diese Bewertungskriterien erhoben? Nun, zum einen untersuchten wir die betreffenden Internetseiten und führten Interviews mit den Partnervermittlungen. Das war quasi der theoretische Teil unseres Tests.

Im praktischen Teil haben wir uns mit je zwei männlichen und weiblichen Testern eingetragen, um zu schauen, was denn wirklich so an Kontaktvorschlägen bei einer Mitgliedschaft rüberkommt.

1. Anzahl registrierte Mitglieder einer Internet-Partnervermittlung

    Je mehr Singles bei einer Partnervermittlung registriert sind, die aktiv nach einem Partner im Internet suchen, desto besser für Sie. Letztlich braucht Sie die Anzahl aber gar nicht so vordringlich zu interessieren, da Sie nicht in der Datenbank herumstöbern können. Diese Anonymität ist ja gerade einer der großen Vorteile des Partnervermittlungsprinzips.

    Konzentrieren Sie sich lieber auf folgende Kriterien:

    • Wie viele Kontaktvorschläge werden Ihnen während der Mitgliedschaft garantiert?
    • Wie gut muss ein Kandidat passen, bevor er Ihnen präsentiert wird?
    • Wie viele erfolgreiche Vermittlungen hat die Agentur schon zustande gebracht?
    • Gibt es eine Vermittlungsgarantie?
    • Wird Ihnen eingeräumt, bei Nichtgefallen zu kündigen?

    2. Verhältnis männliche / weibliche Mitglieder der Internet-Partnervermittlung

    Dieses Bewertungskriterium bedarf wohl keiner großen Erklärung: Je ausgeglichener das Verhältnis ist, desto besser. Das gilt übrigens auch aus Sicht der Frau, denn wenn viel mehr Männer als Frauen registriert sind, werden die vorhandenen Frauen mit Vermittlungsvorschlägen zu gemüllt.


    3. Qualität des Vermittlungsverfahrens

    Hinter Internet-Partnervermittlungen stehen in der Regel paarpsychologische Vermittlungsverfahren ("Matching"), die oft zusammen mit Universitäten entwickelt wurden. Diese Modelle sind vom Ansatz her alle gleich:

    • Mittels eines Fragebogens, den alle Mitglieder durchlaufen, werden zu Ihnen und Ihrem Wunschpartner eine Reihe von so genannten "Dimensionen" gemessen. Das können "harte Dimensionen" sein (z.B. "nur Nichtraucher" oder "jünger als 45") oder "weiche Dimensionen" ("Bauch- oder Kopfmensch" - "Berge oder Meer" - ...).   
    • Danach kommen alle Mitglieder, die bzgl. der harten Dimensionen zueinander passen, in "Körbchen". Jedes Mitglied erhält dann Partnervorschläge aus seinem "Körbchen", und zwar diejenigen als erstes, wo auch die weichen Dimensionen prozentual weitgehend übereinstimmen.

    (In unserem Artikel Warum bekomme ich keine Kontaktvorschläge? sind wir ein wenig tiefer in die Materie eingestiegen.)

    Wenn man die Qualität eines Vermittlungsverfahrens beurteilen möchte, muss man sich diverse Fragen stellen:

    • Werden die richtigen paarpsychologischen Persönlichkeitsdimensionen erhoben?
      Ist beispielsweise die Dimension "Bauchmensch oder Kopfmensch" überhaupt wichtig, wenn es darum geht, dass ein Pärchen glücklich ist? Welche fehlen, welche sind überflüssig?
    • Werden die Persönlichkeitsdimensionen richtig zueinander in Beziehung gesetzt?
      Was führt wirklich zu glücklichen und was zu unglücklichen Beziehungen:
      - Mann Bauchmensch / Frau Bauchmensch
      - Mann Kopfmensch / Frau Bauchmensch
      - Mann Bauchmensch / Frau Kopfmensch
      - beide Kopfmensch
    • Misst der Fragebogen die Dimensionen korrekt?
      Im Fragebogen findet sich nirgendwo eine Frage wie "Sind Sie Bauchmensch oder Kopfmensch?", sondern eher sowas:

      Kreuzen Sie Zutreffendes an: 
      [  ] Ich entscheide oft spontan. 
      [  ] Meine Freunde sagen, dass ich sehr vernünftig bin. 
      [  ] Ich habe schon mal etwas Teures gekauft und mich später geärgert.

      Aber messen diese Fragen korrekt, ob jemand Bauchmensch oder Kopfmensch ist?

    Auf all diese Fragen weiß niemand in unserem Universum die Antworten

     (Sie merken: In unserer Redaktion überwiegen die Agnostiker...), schon gar nicht die Psychologie-Professoren, die natürlich allesamt der Meinung sind, "ihr Baby" sei das beste...

    Wir haben daher nur Bewertungskriterien zur Bestimmung der Qualität von Vermittlungsverfahren herangezogen, die offensichtlich Sinn machen:

    • Werden neben "harten Kriterien" überhaupt weiche ermittelt? Welche weichen? Nur paarpsychologische oder auch lebensnahe wie "Hobbies", "Lieblingszeitschrift",...
    • Ist der Fragebogen für die Zielgruppe (in der Regel 35 Jahre aufwärts) abwechslungsreich, kurzweilig und interessant gestaltet? Oder muss man sich stundenlang durch tausende Fragen quälen, von denen auch noch 60% Wiederholungsfragen sind, um die Ernsthaftigkeit des Ausfüllers zu prüfen?
    • Wie viel erfährt man im Profil des anderen, bevor man ihn anschreibt?

    4. Besondere Funktionen bei Partnervermittlungen

     Alle vorgestellten Partnervermittlungen weisen eine ähnliche Grundfunktionalität auf. Dazu zählen der Online-Fragebogen und die Auswahl geeigneter Partnervorschläge durch ausgeklügelte Matching-Algorithmen. (Mehr Infos finden Sie im Dossier Partnervermittlung).

    Immer wieder fallen neue Erfindungen auf, mit denen sich einige Partnervermittlungen von der Konkurrenz abheben wollen. Diese Innovativität haben wir unter dem Bewertungskriterium "Besonderen Funktionen" zusammengefasst.  Wir fanden unter anderem:

    • auf Wunsch Profile mit Fotos
    • gezielte Fokussierung auf bestimmte Zielgruppen
    • Persönlichkeits-Gutachten
    • Single-Coaching per Telefon

    5. Bedienung und Design

     Mit dem Kriterium Bedienung haben wir getestet, wie komfortabel und verständlich die Handhabung der jeweiligen Partnervermittlung ist. Dabei betrachteten wir u.a.:

    • Ist die Menüführung einheitlich und einleuchtend oder eher leicht chaotisch?
    • Kann man das oft recht zeitaufwendige Ausfüllen des Online-Fragebogens (Wer sind Sie? Wen suchen Sie?) in mehreren Schritten durchführen oder muss das in einem Rutsch geschehen?
    • Wie leicht bedienbar ist das interne Flirt-Mail-System? Wie schnell gelangen Sie zu den anonymisierten Profilen Ihrer Kontaktvorschläge?
    • Können wesentliche Funktionen in wenigen Klicks erreicht werden?
    • Werden Sie von Werbeeinblendungen und nervigen Popup-Fenstern belästigt?
    • Ist die Partnervermittlung telefonisch und per E-Mail für Rückfragen, Problemfälle und Hilfestellungen erreichbar?  Und wie schnell bekommen Sie eine Antwort?
    • Wie gut funktioniert die Bedienung per Smartphone? Gibt es eine App?

    Das Design ist natürlich nur schwerlich objektiv zu bewerten, da Geschmackssache. Dem einen gefällt’s, dem anderen nicht. Trotzdem sollten keine elementaren Layout-Fehler begangen werden, die gegen alle Regeln der Farblehre oder der Konsumentenverhaltensforschung verstoßen.

    Wir haben alle bewerteten Partnervermittler (PARSHIP, ElitePartner, Be2, Partner.de und eDarling) zehn Leuten aus unserem Bekanntenkreis vorgeführt, darunter auch Grafiker und Werber. Jeder vergab Punkte auf einer Skala von 1-10. Die Mittelwerte flossen dann in unsere Bewertung ein.


    6. Preis-/Leistungs-Verhältnis bei Online Partnervermittlern

     Hier bewerteten wir das Verhältnis zwischen der gebotenen Leistung (ergibt sich aus der Bewertung in allen anderen Kriterien) und den Kosten für die Mitgliedschaft. Außerdem floss in die Bewertung ein:

    • Wie gut können Sie die Partnervermittlung testen, bevor Sie Mitglied werden?
    • Gibt es fair gestaffelte Preise je nach Dauer der Mitgliedschaft?
    • Gibt es eine Vermittlungsgarantie der Online Partnervermittlung?
    • Beginnt die Mitgliedschaft sofort oder erst dann, wenn Sie Ihren ersten Kandidaten präsentiert bekommen?
    • Wie sieht es mit der automatischen Vertragsverlängerung aus? Wird die Kündigung eventuell bewusst verkompliziert?

    Wer hat diesen Artikel zum Thema "Testkriterien Partnervermittlungen" verfasst?

    Henning Wiechers beobachtet seit 2003 die Welt der Singlebörsen und gilt in den Medien als führender Fachmann zum Thema.

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