Von Adam & Eva bis heute:
Die Geschichte der Partnervermittlung bzw. Ehevermittlung

Aktualisiert: 19. April 2018

Für die historisch Interessierten unter unseren Lesern haben wir in diesem Artikel die lange Geschichte der Partnervermittlung / Ehevermittlung aufgearbeitet: Von den biblischen Zeiten bis zur modernen Internet-Partnervermittlung des 21. Jahrhunderts.

Diese Seite gehört zu:
"Geschichte der Web-Partnervermittlung".

In diesem Abschnitt unseres Partnervermttlung-Dossiers erläutern wir den Weg von Adam & Eva zur modernen Partneragentur.

Sie erfahren etwas über die wesentlichen Meilensteine in der Entwicklung der Partnervermittlung (bzw. Ehevermittlung) und wir haben einige schöne Anekdoten und Randnotizen für Sie herausgesucht.

 


Geschichte der Partnervermittung - Teil 1:
Von der traditionellen Ehevermittlung zur kommerziellen Partnervermittlung

Partnervermittlung bzw. Ehevermittlung gehört zu den ältesten Gewerben der Welt und hat eine Jahrtausende alte Tradition. Die frühesten Quellen, die die Branche "Ehevermittlung" erwähnen, finden sich bereits im Alten Testament. Dabei handelt es sich zwar nicht um Adam & Eva (die ja bei der Partnerwahl nicht wirklich jemanden zum Aussuchen brauchten), aber schon ein paar Generationen später sandte Abraham seinen Hausknecht Eliezer als Ehevermittler nach Mesopotamien, um für Isaak eine Frau zu suchen.

Partnervermittler alias Ehevermittlung alias Heiratsvermittler alias Brautwerber alias... wurden über Jahrhunderte in vielen Kulturen von höhergestellten Familien damit beauftragt, insbesondere für männliche Familienmitglieder geeignete Partnerinnen zwecks Heirat zu finden. Ihnen fielen zwei wichtige Funktionen zu:

  • Erkundung und Sondierung des regionalen und überregionalen Heiratsmarktes unter Berücksichtigung v.a. sozialer und religiöser Passung.

  • Übernahme der Schmach, die die Familie oder der jungen Mann auf Brautschau im Misserfolgsfall erleiden müsste.

Noch heute (Stand 2013) ist in Deutschland ein offizieller Schadchen (traditioneller jüdischer Ehevermittlungs-Fachmann) tätig:

José Weber führt Heiratswillige unter die Chuppa

Geduld, ganz viel Geduld sollten die Kunden schon mitbringen. Und darauf vertrauen, dass der liebe Gott ihnen hilft. Wenn der jüdische Ehevermittlung-Experte José Weber neue Kunden in seine Kartei aufnimmt, dann verspricht er keine schnellen Erfolge. "Ich lasse niemanden los, den ich in meine Fänge bekommen habe", sagt der 58-Jährige schmunzelnd. "Aber es kann auch schon mal zehn Jahre dauern." Wer zu Weber kommt, hat nur eingeschränkte Möglichkeiten der Partnerwahl. Der Frankfurter ist von Beruf her Schadchen, das ist Hebräisch und heißt: Kuppler. Zu ihm gehen ausschließlich Juden, die Jüdinnen suchen, oder umgekehrt. Weber führt diese lange Tradition fort und ist der einzige Schadchen im deutschsprachigen Raum inklusive Schweiz und Belgien.

Als seinen schönsten Erfolg nennt Ehevermittler Weber eine Liebesheirat zwischen einer 83-jährigen Jüdin aus Amsterdam und einem 87 Jahre alten Berliner. "Um die Liebe kümmert sich Gott, ich bin nur sein Handlanger", kommentiert er seine Erfolge. Einen 49 Jahre alten Mann aus dem Elsass, der von seiner Frau verlassen worden war, schickte Weber zehn Jahre kreuz und quer durch Europa und nach Israel zu interessierten Frauen, bis der Kandidat schließlich eine 53-jährige Berlinerin als Traumpartner fand und heiratete. Die Partnersuche per Mausklick im Internet sieht Weber nicht als echte Konkurrenz. "Das Internet stiehlt viel Zeit, und viele Suchende bleiben auf der Strecke."

Eine spezielle Ausbildung hat der Eheanbahner nicht, lange Jahre hat er als Vermögensberater gearbeitet bevor er auf Ehevermittlung "umschulte". "Bei beiden Berufen geht es um das Intimste des Menschen: sein Geld und sein Herz." Aber nicht nur die Klienten seiner Ehevermittlung, auch der Südamerikaner selbst muss Geduld haben. Sein Honorar erhält der Heiratsvermittler erst, wenn beide Ehe-Anwärter beim Rabbiner unter dem Hochzeitshimmel, der Chuppa, gelandet sind. Von den "früher üblichen zehn Prozent der Mitgift" kann Ehevermittler Weber nur träumen.

Gute Partnervermittlungen finden Sie hier:

Ehevermittlung auf Bällen und zu anderen gesellschaftlichen Anlässen

Als "Konkurrenz" zu Ehevermittlung haben sich in diversen Zivilisationen auch andere gesellschaftlich akzeptierte "Institutionen" für die Anbahnung von Ehen herausgebildet, wie z.B. pompöse Bälle für Adel und Bürgertum oder sonntägliche Promenaden auf der Hauptstraße der Städte (Was glauben Sie, woher der "Jungfernstieg" an der Hamburger Alster seinen Namen hat?).

Ein außergewöhnliches Beispiel einer Ehevermittlung in diesem Zusammenhang ist die "Eutiner Bräutigamseiche":

Ehevermttlung per Baum

Die originale "Bräutigamseiche" steht im Dodauer Forst in Eutin und bietet einen einzigartigen Service: Partnersuchende können an den Baum Brief und Postkarten schreiben und hoffen, dass der oder die Richtige vorbei kommt, die Nachricht liest und beantwortet. Dabei hilft die Deutsche Post, die die Postsendungen in einem Astloch der Bräutigamseiche deponiert.

Die Eutiner „Bräutigamseiche“ ist mehr als 500 Jahre alt, aber die Geschichte als Ehevermittlung geht auf das Jahr 1891 zurück. Damals hatte sich die Tochter des Försters Ohrt zum Unwillen des Vaters in den Leipziger Schokoladen-Fabrikanten Schütte-Felsche verliebt. Über ein Jahr nutzte das Pärchen ein Astloch des imposanten Baums als „toten Briefkasten“ für heimliche Liebesbotschaften, erst dann durften sie heiraten.

Wenn Sie es auch einmal mit der Ehevermittlung via Baum versuchen möchten, schreiben Sie einfach an:

   Bräutigamseiche
   Dodauer Forst
   23701 Eutin

 

Die Zeit der klassischen Ehe- und Heiratsvermittlungen

Nach dem 2. Weltkrieg begann in Deutschland für ein halbes Jahrhundert die Ära der kommerziellen Agenturen für Partnervermittlung / Ehevermittlung in der Form, wie sie noch heute zu Dutzenden in den Branchenbüchern stehen. 

Als Auftraggeber der Ehevermittlung traten nicht mehr schwerpunktmäßig die Familien, sondern plötzlich die Singles selbst auf. Und auch die Motivation und das Image hatten sich gewandelt: Von der gesellschaftlich etablierten Institution zu einem Business, das von denjenigen Singles in Anspruch genommen wurde, die die eigene Partnersuche für wenig aussichtsreich hielten.Die Branche der "klassischen Partnervermittlung" bzw. Heiratsvermittlung oder  "Ehevermittlung", wie wir Sie in Abgrenzung zur "Internet-Partnervermittlung" bezeichnen, erlebte insbesondere zwischen 1970 und 2000 goldene Zeiten.

Der Markt bot für unzählige professionelle und weniger professionelle Partnervermittler Raum, die ihre Klienten primär über das Inserieren in regionalen und überregionalen Zeitungen gewannen.Wir haben noch den Satz einer erfolgreichen Münchener Partnervermittlerin im Ohr:"Mit einem guten Mann in der Kartei - um die 60, keine Glatze, Nichtraucher, anständiger Beruf und eigenes Auto - habe ich in den 90ern für über 30.000 DM Damen in meiner Ehevermittlung abgeräumt...""Partnervermittlung" respektive "Ehevermittlung" ist übrigens keine geschützte Berufsbezeichnung wie etwa "Apotheker". Alle in diesem Metier Tätigen sind daher "selbsternannt" und unterliegen keinerlei Qualitätsstandards.

Gerade die "Schwarzen Schafe" verursachten Akzeptanzprobleme u.a. aufgrund intransparenter Preissysteme, grenzwertiger Vertriebsmethoden und schwammiger Leistungskataloge. Durch die Gründung von Berufsverbänden, die ein gewisses Niveau ihrer Mitglieder gewährleisten sollen, z.B. den "Gesamtverband der Ehe- und Partnervermittlungen e.V." oder den "Berufsverband für Partnervermittler in Europa e.V." will die Branche der Problematik entgegenwirken.

Zur aktuellen Marktlage der klassischen Ehevermittlung / Partnervermittlung haben wir folgenden Artikel für Sie parat:
Der Markt der Heiratsvermittler in Deutschland

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Wer hat dieses Dossier zum Thema "Ehevermittlung & Partnervermittlung-Geschichte" gemacht?

Henning Wiechers beobachtet seit 2003 die Welt der Singlebörsen und gilt in den Medien als führender Fachmann zum Thema.

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