Geschichte der Kontaktanzeige - Teil 3:
Heiratsanzeigen vor dem 19. Jahrhundert

Aktualisiert: 19. April 2018

In den folgenden Abschnitten erfahren Sie etwas über Heiratsanzeigen vor dem 19. Jahrhundert, wann die erste Heiratsanzeige entdeckt wurde und wie der Markt für Heiratsanzeigen allgemein aussah und sich veränderte im Laufe der Zeit.

Diese Seite gehört zu:
"Die Kontaktanzeige im Wandel der Zeit".

In diesem Abschnitt unseres Kontaktanzeigen-Dossiers geht es um die bewegte Geschichte und die verschiedenen Formen von Kontaktinseraten.

1. Heiratsanzeige neben Infos zu Landwirtschaft und Handel

Am 19. Juli 1695 erschien in Houghtons Wochenblatt die erste verbürgte Heiratsanzeige. Dort suchte ein „Ein Herr von etwa 30 Jahren mit ansehnlichem Besitz für die Ehe eine junge Dame mit einem Vermögen von ca. 3000 Pfund”. An der genauen Angabe zur Mitgift sollten wir uns nicht stören – sie war in jener Zeit eine der Voraussetzungen für die Eheschließung bürgerlicher Töchter.

Der Markt für Heiratsanzeigen

Parallel dazu entstand ebenfalls im 17. Jahrhundert ein Anzeigenmarkt, der eher dem heutigen Heiratsanzeigen-Markt in Anzeigenblättern entspricht: Am 29. September 1650 eröffnet Henry Robinson in der Londoner Threadneedle Street eine Vermittlungsagentur, in der unter anderem auch „Encounter“ (Begegnungen) vermittelt wurden.

Auch hier wurde weitgehend mit öffentlichen Ankündigungen gearbeitet – ob tatsächlich eine Maklertätigkeit stattfand, ist nicht gewiss. Eine der Heiratsanzeigen lautete: „Sir John Dimly, Lord of Manor of Charleton and Henry Castle, wünscht einen Vertrag der Ehe mit einer jungen Frau zu schließen. Die Frau muss ein eigenes Vermögen von 300 Guineas besitzen. Es ist gleich, ob sie Jungfrau oder Witwe ist oder ob sie von ihrem vorherigen Ehemann schwanger ist.“

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass es im 17. Und 18. Jahrhundert noch keine wirkliche Trennung von „Heiratsanzeigen“ und Heiratsvermittlungen gab, sodass alle Schilderungen aus dieser Zeit mit Vorsicht zu genießen sind. Tatsächlich aber erreichte 1769 eine englische Dame mit einer Heiratsanzeige einen Rekord an Zuschriften, der sich auch heute noch sehen lassen kann: 279 Männer wollten die Lady heiraten.

Gute Kontaktanzeigen finden Sie definitiv hier:

Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass Zeitungen in Deutschland bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts noch relativ schwach verbreitet waren – und vor allem, dass es nur wenige Menschen gab, die Lesen und Schreiben konnten. Zwar wird behauptet, dass die allgemeine Schulpflicht (beispielsweise in Deutschland) bereits zu Luthers Zeiten eingeführt wurde, jedoch konnte sie in Ermanglung von Lehrkräften gar nicht durchgesetzt werden. Heiratsanzeigen oder gar Heiratsmärkte waren in Deutschland bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts also mehr oder weniger nicht vorhanden.

Die Heiratsanzeigen heute

Wer heute nach Heiratsanzeigen sucht, dem empfehlen wir sich bei einer Partnervermittlung anzumelden. Männer die gerne eine Frau aus Russland heiraten möchten, raten wir sich bei einem Partnervermittler für Osteuropa anzumelden und dort nach Heiratsanzeigen zu suchen.

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Wer hat dieses Dossier zum Thema "Heiratsanzeigen" gemacht?

Henning Wiechers beobachtet seit 2003 die Welt der Singlebörsen und gilt in den Medien als führender Fachmann zum Thema.

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