Vom Dating zum Online-Dating:
Einen Partner kennenlernen - früher und heute

Aktualisiert: 19. April 2018

Gibt es Dating erst seit dem das Internet existiert? Sicher nicht. Deshalb beschäftigt sich dieser Teil unseres Dossiers zum Dating und Online-Dating damit, wie man früher einen Partner kennenlernen konnte und welche Möglichkeiten des Kennenlernens es heute gibt.

Diese Seite gehört zu:
"Die Entstehung des Dating".

In diesem Abschnitt unseres Dating-Dossiers geht es um die gesellschaftlichen Konventionen bei Blind-Dates im Wandel der Zeit.

1. Wie lernte man früher potentielle Partner kennen?

Dating ist ein Begriff des ausgehenden 20. Jahrhunderts, jedenfalls in Europa. Populär geworden ist er erst mit der Internet-Generation und dem Online Dating. Nüchtern betrachtet handelt es sich dabei um verschiedene Methoden der Partnerwahl mit dem Zweck einen neuen Partner kennenzulernen – „Datingmethoden“ sind also verschiedene Wege, um zu einem Partner zu kommen.

Da fragt man sich doch: Wie war Das mit dem Kennenlernen eigentlich vor dem Internetzeitalter? Wie konnte man einen Partner kennenlernen?

Hier kann man im Internet Partner kennenlernen:

2. Einen Partner kennenlernen, aber bitte erst nach Vertrag

Gehen wir 5000 oder mehr Jahre zurück und sehen wir uns die vormosaische Zeit an, dann bemerken wir, dass der heiratswillige Mann vor allem Geld brauchte, um seinen Wunsch nach einer Ehefrau zu erfüllen: Er musste die Rechte an der Frau von ihrem Vater kaufen. 

Eine Frau kennenlernen wurde nicht als nötig erachtet. Diese Situation blieb lange Zeit gleich: Sobald der Vertrag der Ehe geschlossen wurde und die Ehe körperlich vollzogen war, war sie gültig. Das „Ja-Wort“ war bis in die bürgerliche Epoche unserer Zeit lediglich die Besiegelung des Vertrags in der Öffentlichkeit, weil formal das Einverständnis der Braut erforderlich war, während sie in Wahrheit kaum jemals ein Mitspracherecht hatte, geschweige denn ihren Ehemann vorher kennenlernen konnte.

 Allerdings brachte die bürgerliche Epoche in ihrer Blütezeit Ende des 19. Jahrhunderts einen Wandel: Die Tochter im Haus, die auf dem Lande nützlich und wertvoll gewesen war, war im bürgerlichen, städtischen Haus völlig überflüssig. Daher versuchte der Vater, sie so schnell wie möglich „an den Mann zu bringen“. Das ging kaum ohne Geld – der Ehemann durfte zu diesem Zeitpunkt eine ahnsehnliche Mitgift erwarten, die in der Regel so hoch war, dass der Unterhalt der Frau bis ans Lebensende des Paares gesichert war. Man achtet als Vater also darauf, dass die Tochter dem Ehemann niemals zur Last fallen würde.

Welche Partner für Ehen infrage kamen, wurde innerhalb des Freundeskreises der Eltern oder unter den Geschäftspartner der Väter ausgehandelt. Zwar gab es auch Feste, auf denen man potentielle Partner kennenlernen konnte, doch dienten auch sie überwiegend dazu, die von den Eltern beabsichtigten Verbindungen in die Wege zu leiten – es war eben einfacher eine Tochter zu verheiraten, die mit dem in Aussicht genommenen Ehemann halbwegs einverstanden war – eine „Tochterempörung“ wollte man sich nicht leisten, weil sie rufschädlich war.

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts bestand also keine Notwendigkeit den neuen Partner vor der Ehe wirklich kennenzulernen. Die romantischen und spontanen Begegnungen jener Jahre und die daraus überlieferten Liebesgeschichten fallen fast alle unter den Begriff des erotischen Abenteuers. Vielfach war mindestens einer der Beteiligten nicht wirklich frei, und wenn beide frei waren, so musste der Liebhaber die in Aussicht genommene Ehefrau oft erst entführen, um den Schwiegervater in spe „weichzuklopfen“.

3. Frauen beginnen, Männer selber kennenzulernen

Das alles änderte sich namhaft erst gegen 1917, und zwar durch mehrere Umstände: Der verlorene Krieg und die Inflation sorgten dafür, dass die Vermögen keine Rolle mehr spielten – die Tochter wurde deshalb mit Sachwerten, der sogenannten „Aussteuer“ bedacht. Zudem strebten nun plötzlich auch Bürgertöchter die Berufswelt an, die ihnen vorher weitgehend verschlossen war.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts konnte man davon ausgehen, dass die junge Frau, die nunmehr endlich aus dem „Tochtersein“ befreit war, ihre Berufstätigkeit als äquivalent für die Aussteuer einsetzte, sodass der „väterliche Segen“ entbehrlich wurde und die Frauen sich wagten auf eigene Faust ihren neuen Partner kennenzulernen.

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Wer hat dieses Dossier zum Thema "Partner kennenlernen" gemacht?

Henning Wiechers beobachtet seit 2003 die Welt der Singlebörsen und gilt in den Medien als führender Fachmann zum Thema.

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