| Studien
zu Partnervermittlung & Partnerwahl (bis 2004) |
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Wer nimmt wen? Die Partnerwahl
Die Liebe schlägt ein wie ein Blitz, sie
passiert auf den ersten Blick, fällt einem regelrecht in den
Schoß oder wächst im Laufe der Jahre. Egal, in welchem Tempo
einen die Schmetterlinge im Bauch erreichen, ein Frage bleibt
offen: Wieso hat man ausgerechnet an die eine Frau oder den
einen Mann sein Herz verloren?
Als erwiesen gilt, dass sich Gleich und Gleich
gern gesellt. Das bedeutet: Paare haben häufig eine ähnliche
Bildung, ähnliche Attraktivität, den gleichen Wohnort und
dieselbe ethnische Herkunft.
Herz contra Hormon
Doch spricht das Herz nicht trotzdem
hauptsächlich im Auftrag der Hormone oder Gene? Als
zivilisierter Mensch wird jeder einzelne von uns dies vehement
verneinen: Wir glauben fest an Werte wie die Liebe und die Kraft
des eigenen Verstandes. Den Evolutionspsychologen entlockt
dieser Glauben jedoch nur ein Lächeln. Ihrer Meinung nach
fällt die Liebe nicht einfach irgendwo hin: Auch heutzutage
agiert sowohl die Menschheit als auch das Tierreich noch im
Geiste ihre frühesten Vorfahren.
Das Diktat der Gene
Die schönen sanften Augen, das markante Kinn,
die breiten Schultern oder der sinnliche Mund: Es gibt viele
äußerliche Attribute, auf die man bei der Partnerwahl achtet.
Und die Vorlieben sind dabei sehr verschieden - zumindest glaubt
man das, wenn man verliebt in das Antlitz seines Traumpartners
blickt. Doch auch wenn es völlig unromantisch klingen mag: Bei
der Partnerwahl gibt es ganz klare Kriterien, von der Natur
vorgeschrieben und vor allem im Handeln der weiblichen Spezies
ausschlaggebend. Denn: Jedes weibliche Lebewesen ist auf der
Suche nach dem optimalen Erbgut - und das hat sich auch im Laufe
der Evolution nicht verändert. Doch wie erkennt
"frau" die besten Gene und somit den potentiellen
Vater ihrer Kinder?
Der Duft der Gene
In neuesten Untersuchungen wird vermutet, dass
Frauen chemische Botenstoffe im Schweiß des Mannes
"erschnuppern" können. Besonders anziehend empfinden
Frauen den Duft von solchen Männern, die möglichst
gegensätzlich ihres eigenen "Gen-Pools" sind. Mit
dieser Andersartigkeit kann das Immunprofil des Nachwuchses
nämlich bestmöglich ergänzt werden. Oder kurz gesagt: Am Duft
der Männer erkennt die Frau, mit wem sie die gesündesten und
strammsten Kinder zeugen könnte.
Vater der Kinder oder Lebenspartner?
Gegensätze ziehen sich also an? Nein. Diese
Weisheit trifft prinzipiell nur auf die Zeugung eines Kindes zu:
Fatalerweise bevorzugen Frauen als Lebenspartner einen Mann, der
ähnliche MHC-Gene (Major Histocompatibility Complex) aufweist.
Von ihm erhalten sie Vertrautheit, Sicherheit und Unterstützung
bei der Pflege des Nachwuchses. Wie ausgeprägt dieser Instinkt
ist, entdeckten japanische und britische Forscher, die
feststellten, dass schon der weibliche Zyklus die Partnerwahl
beeinflusst: In der Phase des Eisprungs bevorzugen die Damen
Männer mit maskulinen Gesichtszügen, in der übrigen Zeit
sagen ihnen die softeren Typen zu.
Balz um die "Unsterblichkeit"
Es sind also die Frauen, die ganz genau
bestimmen, wer der Vater ihrer Nachkommen wird - und somit
hängt die Fortpflanzung, die "Unsterblichkeit" der
Männer davon ab, dass eine Frau ihn akzeptiert und attraktiv
findet. Im Tierreich sieht man die Auswirkungen hierzu sehr
deutlich: Meist sind es die Männchen der einzelnen Gattungen,
die besonders farbenprächtig sind und ein oft übertriebenes
Balzgehabe an den Tag legen. Beeindrucken heißt das Rezept. Und
so sind es die weiblichen Wesen, die für die vielfältige
Pracht der Natur - die Farbenpracht der Schmetterlinge oder den
Gesang der Vögel - verantwortlich sind. Aber auch bei den
Menschen tragen indirekt die Frauen die Verantwortung für die
schönen Künste: Geoffrey Miller vom University College in
London behauptet, dass es sich bei Opern oder Symphonien,
Gemälden oder Monumenten wie die Pyramiden oder der Arc de
Triumphe, aber auch die Wortgewandtheit von Komikern um nichts
anderes handelt, als "Werbe-Aufwendungen" der Männer
um das weibliche Geschlecht.
Der uralte Drang nach Fortpflanzung
Männer sind laut Evolutionspsychologen vor
allem auf die weiblichen Kurven der Frauen fixiert. Auch so ein
Überbleibsel aus der Steinzeit: Fettpolster waren der Garant
dafür, dass die Frau ihre Kinder auch in schlechten Zeiten
durchbringen konnte. Ansonsten dominiert auch den modernen Mann
noch der uralte stete Drang sich fortzupflanzen. So kamen
Wissenschaftler darauf, dass auch Männer über einen besonders
ausgeprägten Geruchssinn verfügen: Wenn auch unbewusst,
können es Männer riechen, wenn Frauen ihren Eisprung haben -
also fruchtbar sind. Das hat auf sie eine besonders anziehende
Wirkung.
Der Boogie Woogie der Hormone
"Liebe ist nichts anderes als ein
Boogie-Woogie der Hormone" - das behauptete zumindest der
amerikanische Schriftsteller Henry Miller, der für das Brechen
sexueller Tabus zu Lebzeiten heftig umstritten war. Aber kann es
denn wirklich sein, dass für die süßesten Momente in unserem
Leben tatsächlich nur irgendwelche körpereigenen chemischen
Substanzen mit unaussprechlichen Namen verantwortlich sind?
Bekommen wir Herzklopfen und Schmetterlinge im Bauch, weil
gerade ein Hormon durch unseren Körper bis ins Gehirn jagt? Das
klingt zwar ziemlich unromantisch - stimmt aber. Zumindest
überstimmt das Hormongemisch, dass zu jeder Zeit in unserem
Körper zirkuliert, oft die geistigen und seelischen Kräfte.
Hauptsache: Die Chemie stimmt!
Fazit: Keine Chance für die Liebe? Aus Sicht
der Evolutionswissenschaftler scheint der Traum von der
lebenslangen Liebe in Wahrheit also nur ein großes
Missverständnis zu sein. Aus ihrer Sicht dient die innige
Zweisamkeit einzig und allein der Fortpflanzung. Aber bleibt aus
von der großen Liebe tatsächlich nur ein nervtötender Alltag
zwischen schmutzigen Socken und überfüllten Terminkalendern
übrig?
Entmutigende Scheidungsrate?
Tatsächlich: Jede dritte Ehe in Deutschland
scheitert. Exakt 197.500 Paare trennten sich im Jahr 2001, und
dabei belegt Bayern mit 28.000 Scheidungen als Bundesland Platz
zwei hinter Nordrhein-Westfalen. Übrigens werden 58 Prozent
aller Scheidungen mittlerweile von Frauen eingereicht und immer
mehr lang verheiratete Paare sagen sich adieu. Der Anteil der
Ehen, die nach 20 oder mehr Jahren in die Brüche gehen, liegt
inzwischen bei 17 Prozent. Das Scheidungsrisiko für diese
Gruppe war in den 70er-Jahren nur halb so hoch.
Doch die Wissenschaftler sind sich einig:
Zerbrechende Ehen und Partnerschaften ohne Trauschein sind kein
Zeichen für eine mögliche Individualisierung der Bevölkerung,
sondern vielmehr ein Gradmesser dafür, dass Beziehungen heute
einen höheren Stellenwert besitzen als früher. Die Menschen
wollen keine unbefriedigenden Beziehungen mehr aufrechterhalten.
Quelle: BR-online 6/2003
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Studie: Intelligenz und weibliche Partnerwahl
Intelligenz und weibliche Partnerwahl Warum
wir dank der Frauen immer intelligenter werden
Der Einfluß der Gene auf die menschliche
Intelligenz ist ein sensibles und vielfach ideologisiertes
Thema. Überlegungen und Arbeiten dazu sind im deutschen
Sprachraum geradezu verpönt. Nur zögernd lösen sich die
Verkrampfungen, die bisweilen sogar wissenschaftlich unstreitige
Sachverhalte ignorieren.
Aus genetischer Sicht ist Intelligenz ein
komplexes Merkmal. Viele Gene und viele äußerliche Faktoren
sind an der Intelligenzentwicklung beteiligt. Der Genetiker
erkennt Intelligenzgene an ihrer Fehlfunktion, nämlich dann,
wenn sie durch eine Mutation zu einer Intelligenzminderung bzw.
geistigen Retardierung führen. Schon seit über hundert Jahren
ist gut belegt, daß unter den geistig Behinderten der Anteil
der männlichen Patienten erheblich überwiegt. Es wird
angenommen, daß sehr viele Intelligenzgene auf dem X-Chromosom
liegen. Prof. Dr. Horst Hameister, Geschäftsführender Oberarzt
der Abteilung Humangenetik der Universität Ulm, und seine
Arbeitsgruppe haben diese Vermutungen an Hand der zur Zeit
verfügbaren genetischen Daten geprüft und - verglichen mit den
Nicht-Geschlechtschromosomen - eine um den Faktor 3,1 erhöhte
Anzahl von Intelligenzgenen auf dem X-Chromosom gefunden. Wenn
Hameister diesen Sachverhalt im Lichte der Evolution betrachtet,
kommt er zu interessanten Folgerungen.
Seit langem ist bekannt, daß gerade auf dem
X-Chromosom Gene liegen, die für die spezifische Entwicklung
der einzelnen Tierart verantwortlich sind. Durch unsere
geistigen Fähigkeiten zeichnen wir uns vor allen anderen
Spezies aus, die Gehirnfunktion ist sozusagen unser
Speziationsmerkmal. Dieses Merkmal hat sich erst seit der
Trennung von unserer nächsten Verwandtschaft, dem Schimpansen,
so ausgeprägt und gleichzeitig schnell entwickelt. Über die
genetischen Mechanismen der Art- bzw. Speziesbildung wird seit
Charles Darwin intensiv geforscht. Aus diesen Untersuchungen hat
man gelernt, daß für die Entwicklung einer neuen Spezies neben
vielen anderen Faktoren insbesondere die Partnerwahl eine
entscheidende Rolle spielt. Wenn zum Beispiel Fischweibchen eine
bestimmte neue Farbkombination der Schwanzflosse bei den
Männchen bevorzugen, kann sich innerhalb weniger Generationen
eine neue Art mit dieser Farbkombination herausbilden. Generell
ist das weibliche Geschlecht für die Partnerwahl
verantwortlich. Im langen Zeitraum der Evolution trifft dies -
allen Vorurteilen zum Trotz - auch für den Menschen zu. Es ist
im Tierreich und damit auch beim Menschen üblich, daß das
Männchen seine besonderen Fähigkeiten zur Schau stellt,
während das Weibchen auswählt. Neben der uns allen bekannten
natürlichen Selektion gibt es deshalb auch eine sexuelle
Selektion.
Das hat schon Darwin erkannt und damit die
teilweise prächtige Merkmalsentwicklung wie z.B. den Schwanz
des Pfaus oder den Gesang der Nachtigall erklärt. Tatsächlich
ist dieser sexuellen Selektion die ungeheure Vielfalt und
Schönheit der Natur zu danken. Unter dem Diktat allein der
natürlichen Selektion wäre die Welt inzwischen wahrscheinlich
nur noch von grauen, fetten Ratten bevölkert. Insofern gibt es
einen Gegensatz zwischen natürlicher und sexueller Selektion.
Beim Pfau ist es der Schwanz, der durch die vom Weibchen
ausgeübte Partnerwahl selektiert wurde. Wenn aber der Schwanz
des Pfaus noch größer und prächtiger würde, könnte das Tier
seinen Feinden nicht mehr entkommen. Das heißt, die natürliche
Selektion bremst und begrenzt die Entwicklung eines besonderen,
sexuell selektierten Speziationsmerkmals. Gelingt dies nicht,
wird die Art ausgeschaltet. So erging es dem Riesenhirsch
Megaceros im Quartär. Er hatte vermöge der auf die Merkmale
der Kraft und Dominanz fixierten weiblichen Zuchtwahl am Ende
ein (Schaufel-)Geweih von 3,50 Meter Breite, dessen Gewicht ihn
womöglich selbst daran hinderte, sein Haupt ordentlich zu
erheben.
Ganz anders gestaltet sich die Entwicklung der
menschlichen Intelligenz. Mit einer überragend ausgebildeten
Intelligenz gelingt es nicht nur, für viele Frauen attraktiv zu
sein und mit ihnen Nachkommen zu zeugen; dieselben Gene
verleihen auch im Überlebens- respektive im täglichen
Existenzkampf Erfolg. Beim Menschen ergänzen sich -
einmaligerweise in der Natur - diese beiden evolutiven Kräfte,
die natürliche und die sexuelle Selektion. Das hat die
außerordentlich schnelle und erfolgreiche Entwicklung der
menschlichen Intelligenz begünstigt. Ein Ende dieser sich
exponentiell beschleunigenden Entwicklung ist nach Hameisters
Überzeugung nicht abzusehen.
Es ist nun sehr delikat zu erkennen, daß wir
diese Entwicklung ausschließlich den speziellen Wünschen und
Erwartungen unserer weiblichen Geschlechtspartner verdanken.
Denn auf dem Y-Chromosom, das sich nur in der männlichen Linie
entwickelt hat, wurde bisher kein einziges Gen gefunden, das
für die Entwicklung von Intelligenz relevant ist. Das
Y-Chromosom ist überladen mit Genen einzig und allein für
Fertilität. Dieser genetische Sachverhalt bestätigt bekannte
Untersuchungen zum IQ. Das weibliche Geschlecht zeigt bei den
Intelligenzgraden eine Verteilung nach der sogenannten
Gaußschen Glockenkurve (Normalverteilung). Bei den Männern
hingegen ist eine größere Varianz zu beobachten: es gibt sehr
viel mehr Extremfälle sowohl im unteren als auch im oberen
Feld. Das spiegelt sich heutzutage in der Geschlechterverteilung
der Schulabgänger mit Abitur wieder, wobei die Mädchen
überwiegen. Der größere Anteil der Männer im sehr niedrigen
Intelligenzbereich bestätigt den eingangs erwähnten Befund des
überproportionalen Beitrags des X-Chromosoms zur
Intelligenzentwicklung. Andererseits begünstigt die
Möglichkeit beim Manne, nur eine einzige, besonders günstige
Anordnung von X-chromosomalen Intelligenzgenen zu haben, auch
außergewöhnliche Intelligenzleistungen. Daher der höhere
Anteil von Männern im Bereich des hohen IQ.
Aus genetischer Sicht, resümiert Prof.
Hameister, tragen die Männer die Last der Evolution. Sie tragen
ein höheres Risiko, schwach begabt bzw. geistig retardiert zu
sein. Das ist freilich nur eine statistische Aussage, die für
das einzelne Individuum nur dann Bedeutung hat, wenn es von der
Retardation betroffen ist. Gentherapeutisch wird man in Zukunft
vielleicht den an einem definierten Gendefekt leidenden geistig
retardierten Patienten helfen können. Nach gegenwärtigem
Erkenntnisstand für nicht vorstellbar hält es Hameister
jedoch, durch Genmanipulation die allgemeine geistige
Leistungsfähigkeit eines werdenden Kindes beeinflussen zu
können. Den entscheidenden Einfluß übten da auch weiterhin
eine wohlgeordnete Lebensweise der Mutter in der
Schwangerschaft, ausgewogene Ernährung und insbesondere eine
verantwortungsbewußte und intensive Erziehung des Kindes durch
die Eltern aus, unterstützt durch frühe und gute Schulbildung.
Quelle: Dr. Horst Hameister, Universität
Ulm 2/2001
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Studie: Weshalb gerade sie? Warum gerade er?
Die Geheimnisse unserer Partnerwahl
Warum wir uns verlieben und in wen, wird
immer ein Geheimnis bleiben. Mitnichten, sagten die
Wissenschaftler, und zeigten in ausgeklügelten Experimenten,
wonach wir uns richten, wenn wir uns verlieben. Einen Überblick
liefert Ihnen EGONet.
Eine Gruppe von Naturwissenschaftlern, die
Soziobiologen, untersucht seit über zwanzig Jahren die
angeborenen Grundlagen unseres Verhaltens und behauptet: Alles
ein Trick der Natur, um reichliche Nachkommenschaft zu sichern.
Unsere Gene bringen Individuen zusammen, die gemeinsam nicht nur
viele Kinder in die Welt setzen, sondern auch solange
zusammenhalten, bis die Kleinen aus dem Gröbsten heraus sind
und für sich selbst sorgen können. Nach dieser Theorie suchen
Frauen mit Vorliebe den starken, aber auch den reifen,
erfahrenen Mann. Denn nicht nur körperliche Kraft, sondern auch
überstandene Gefahren beim Überlebenskampf im unwirtlichen
Urwald war ein Garant, dass der Vater beim Schutz der Familie
auch in Zukunft nicht versagen wird. Die Männer dagegen suchten
die jugendliche Frau. Wohlgeformte Hüften lieferten einen
Hinweis auf ausreichende Beckengröße für Schwangerschaft und
Geburt in einer Zeit, da der Ausweg des Kaiserschnitts nicht
existierte.
Alles nur eine Projektion von
Männerphantasien in die Urzeit, kritisieren
Kulturanthropologen. Viel zu verschieden sind ihrer Meinung nach
die kulturellen Muster. Dicke Bäuche, langgezogene Ohren,
intakte Jungfernschaft, aber auch sexuelle Vorerfahrung – es
gibt nichts, was nicht irgendwo als erotisch gilt und woanders
wiederum streng verpönt ist.
Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo in der
Mitte. Beide – biologische wie kulturelle Erklärung –
schließen einander nicht aus. Doch auch zusammen ergeben sie
kein vollständiges Bild. Denn beide gehen davon aus, daß der
Einzelne ein Idealbild von seiner/seinem Zukünftigen hat,
danach die Schönen und Erfolgreichen der Umgebung durchmustert
und schließlich dasjenige Exemplar des anderen (oder eigenen)
Geschlechts an Land zieht, das diesem Bild am nächsten kommt.
Kurz, sie tun so, als fände tatsächlich eine Wahl statt. Als
defilierten die Kandidat(inn)en wie bei einer Misswahl an uns
vorbei und wir überreichten schließlich den ersten Preis.
In Wirklichkeit treffen Zeitpunkt und
Gelegenheit für uns die Wahl. Die meisten Menschen, die
durchaus zu uns passen könnten, treffen wir nie. Andere lernen
wir zu einem ungünstigen Moment kennen. Als da wären:
- Der potentielle Partner ist gerade
glücklich in jemand anderes verliebt,
- wir selbst sind gerade in jemand anderes
verliebt und haben niemand anderes einen Blick,
- wir oder der andere stecken in eine Krise
und wollen mit niemandem reden,
- wir stecken gerade in einer wichtigen Arbeit
und haben keine Zeit für Flirt und Rendez-vous,
- wir treffen den anderen zwar und finden ihn
sympathisch, aber da fährt gerade unsere
U-Bahn ab, so daß der Moment zum
Telefonnummerntauschen verpaßt ist,
- wir haben die Telefonnummern getauscht, aber
den Zettel verloren,
- wir haben den Zettel noch, aber der andere
hat plötzlich den Apparat abgemeldet und
wir grübeln, warum,
- wir haben telefoniert und uns verabredet,
aber einander um fünf Minuten verfehlt,
- wir sind auf dem Weg zum Rendezvous und
lernen in der U-Bahn eine andere sympathische
Person kennen ...
Und so weiter. Wenn man bedenkt, daß über
die Hälfte der Deutschen auf dem
Arbeits- oder Ausbildungsplatz ihren Partner
kennenlernt und ein weiteres
Viertel in Vereinen, durch Vermittlung von Freunden (zum
Beispiel durch Small Talk auf Parties), kann man sich leicht
ausmalen, wie klein der Kreis der geprüften Kandidat(inn)en in
Wirklichkeit ist.
Dass es dennoch so oft funkt, hat damit zu
tun, daß wir uns den Partner teilweise erst zum unserem Partner
formen. Weniger dadurch, daß wir ihn tatsächlich verändern
– das gelingt nur in geringem Maße – sondern eher, daß wir
unser Idealbild den Realitäten anpassen. Das genügt meist, um
zwar keine perfekte, aber doch eine funktionierende
Partnerschaft zu etablieren.
Aber noch in einer anderen Hinsicht ähnelt
die Partnersuche eher einem Autokauf als einer Mißwahl. Die
meisten von uns wählen mehrmals im Leben. Wenn die erste
Partnerschaft zu Bruch ging, folgt die zweite. Manche suchen
sich eine Kopie des/der ersten für den zweiten Anlauf, aber im
Regelfall, fällt die Wahl jedesmal anders aus. Nicht nur, weil
wir uns selbst verändern und andere Vorlieben entwickeln,
sondern auch weil die Gelegenheiten unterschiedlich gut sind.
Viele von uns begnügen sich durchaus mit einem Partner zweiter
Wahl, wenn die ersten Garnitur gerade nicht zur Verfügung
steht.
Es gibt viele Studien, wovon Frauen und
Männer sich leiten lassen. Männer achten auf die Figur, die
Haare, auf das Selbstbewußtsein, den Humor von Frauen. Diese
schätzen bei Männern ebenfalls Humor und Selbstsicherheit,
aber auch Körpergröße, sozialen Status und Treue. In der
Wirklichkeit läuft es aber ganz anders. Nur wenige Singels
checken
diese Merkmale ab, bevor sie sich für ein Rendezvous
entscheiden. Wenn Sie spüren, dass Ihr Gegenüber ihnen mit
netten Worten Interesse entgegen bringt und einfach alles toll
findet, was Sie tun – wetten, daß dann auch eine
unauffällige Erscheinung, die sie sonst konsequent übersehen
hätten, auf einmal Ihre Sympathie findet?
Quelle: EGOnet.de 5/1998
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