USA:


Wiege der weltweiten Online-Dating-Euphorie

Veröffentlicht: 2. April 2007

Wie so vieles anderes mit Internet-Bezug wurde natürlch auch das Online-Dating in den USA erfunden und salonfähig.

Die USA haben wir zwar noch nicht persönlich besucht, um uns vor Ort ein Bild zu machen und mit den Schlüsselfiguren zu reden, aber eine kleine "Vorab-Fern-Reportage" darf natürlich nicht fehlen!

Kalifornien 1993: Ein gewisser Gary Kremen angelt sich vielversprechende Domains wie "sex.com", "jobs.com" und "match.com". match.com dümpelt zunächst dahin, ehe eine weibliche Mitarbeiterin die Sache in die Hand nimmt und statt Porno frauenfreundliches Kennenlernen via Internet anbietet - die erste richtige Online-Dating-Seite war geboren und ging im April 1995 an den Start.

2007 - 12 Jahre später: match.com ist ganz oben angekommen auf dem Weltmarkt: Über 20 Millionen Mitglieder aus 240 Ländern, 400.000 match.com-Pärchen pro Jahr, 300 Mitarbeiter. Eine typische Erfolgsstory "made in USA", und nur eine von vielen im Online-Dating-Business. Man denke nur an AdultFriendFinder.com, mit knapp 25 Millionen Sexkontakt-Suchenden die weltweite Nummer 1 im erotischen Online-Dating.

Der "BigMac-Index" fürs Online-Dating international:

Unser sogenannte AFF-Index (in Anlehnung an den BigMac-Index) gibt Ihnen eine grobe Vorstellung davon, auf welchem Singlebörsen-Entwicklungsstand sich die Länder dieser Welt befinden.

US-Online-Dating ebenfalls Nummer 1

Wir schwenken die Kamera von der Welt auf die USA: 300 Millionen Einwohner, 150 Millionen Internet-Nutzer und 20 Millionen Singles, die sich monatlich alleine auf den Kontaktanzeigen-Portalen match.com, Yahoo!Personals und true.com herumtreiben. Hinzu kommen noch die Nutzer von Internet-Partnervermittlern wie eHarmony.com und alles Richtung Sex.

Damit sind die USA nicht nur Online-Dating-Exportweltmeister, sondern auch noch eindeutig der größte nationale Online-Dating-Markt der Welt. Wir betreiben ein wenig Ursachenforschung für diese Erfolgsstory:

Die Schippen liegen bereit

Wer am Goldrausch teilnehmen will, braucht zunächst mal Schippen und anderes Zubehör. Übertragen aufs Online-Dating lag genau das in den USA vor: Das Internet selbst ist ja mehr oder weniger eine US-amerikanische Errungenschaft - ganz abgesehen vom PC (IBM) und der Basis-Software (Microsoft).

Kein Wunder, dass in der Folgezeit zuerst amerikanische Unternehmen das Internet besiedelten.

Man denke nur an Netscape, Ebay und Amazon - da werden natürlich reichlich Spezialisten herangezüchtet, die dann nebenbei das Online-Dating erfinden und ausreifen können...

Aus "Dating" folgt "Online-Dating"

...zumal ja auch eine viel aufnahmebereitere Bevölkerung bereitsteht - frei nach dem Motto: "Wenn ich eh schon online meinen Kram erledige, warum dann nicht auch die Partnersuche"?

Dass das Online-Dating in den USA so früh - ca. 5 Jahre früher als in Deutschland - so gut funktioniert hat, liegt aber auch ganz erheblich daran, dass "Dating" in den USA eine völlig andere Stellung einnimmt als in "Old Europe".

In gewachsenen Gesellschaften entwickeln sich erfahrungsgemäß sehr elaborierte und feinfühlige Wege, auf denen man zu einem Partner kommt - anders im Einwanderungsland USA, wo das Thema sehr viel pragmatischer angegangen wird: Man "datet" sich ganz einfach mit einer lockeren Bekanntschaft und schaut was passiert."I'm dating Peter." hat überhaupt keine übermäßige Bedeutung - anders als "Klaus hat mich zum Essen eingeladen."

Wir haben für diese Art von unverfänglichen Treffen nicht mal einen präzisen Begriff in unserer Sprache!
Dementsprechend ist es in den USA kein großer Sprung gewesen, den Erstkontakt fürs "Dating" ins "Online" zu verlegen. In Deutschland hingegen musste das "Dating" erst mühsam gelernt werden. Zum einen via Online-Dating, zum anderen durch diverse TV-Serien à la "Sex and the City". Und erst seit ein paar Jahren ist es gesellschaftlich akzeptiert, sich mit "jemandem zu daten".

Jedem Tierchen sein Pläsierchen

In den USA gibt es eine viel größere Fülle von Spezial-Singlebörsen als in Deutschland, sei es für Schwarze, Juden, Soldaten, Dicke, Schöne, Piloten oder Eliteuni-Absolventen. Wir könnten die Liste beliebig fortführen. Und diese Spezial-Singlebörsen vezeichenen einen riesengroßen Zustrom.

Der Hauptgrund liegt darin, dass die Bevölkerung in den USA viel heterogener ist als in Europa. Denken Sie nur an die Latinos im Süden, die Nachfahren der Sklaven überall, die protestantischen Iren, die vielen US-amerikanischen Juden und und und. Auch das hat wieder etwas mit der Einwanderungstradition zu tun.

Einige Spezial-Singlebörsen finden Sie hier:
Kuriositäten aus der Welt des Online-Dating

Ende Gelände

So, wie der US-Online-Dating-Markt als erstes "ganz oben" ankam (z.B. in Bezug auf die Kunden je 1.000 Einwohner), ist er auch der erste weltweit, der deutlich zu schwächeln begonnen hat: Im Jahre 2006 waren erstmals deutlich weniger Singles unterwegs als noch in 2005.

In ein paar Jahren ist dann vielleicht Indien der größte nationale Online-Dating-Markt der Welt, oder vielleicht China...

Die besten Singlebörsen der USA...

Wir dürfen an dieser Stelle auf unseren Großen Singlebörsen-Vergleich für die USA hinweisen ;-)

» www.datingsitesreviewed.com


Wer hat diese Reportage geschrieben?

Henning Wiechers beobachtet seit 2003 die Welt der Singlebörsen und gilt in den Medien als führender Fachmann zum Thema.

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