"Match.com vertritt die Meinung, dass die Kompatibilität zwischen zwei Menschen stimmen muss. "

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interview mit Dr. Helen Fisher von Match.com

Dr. Helen Fisher

Wissenschaftlerin für Match.com, die AMOR erdacht hat

Veröffentlicht: 4. März 2009

Diese Wissenschaftlerin tüftelt seit Jahren über der perfekten Formel für die Online-Partnersuche. Mit "AMOR" hat Dr. Helen Fischer nun das neue neue Premium-Single-Matching  für match.com entwickelt. Wir befragten sie, wie treffsicher das Programm den Traumpartner findet und bekamen erstaunliche Antworten dazu, wie die Länge des Zeigefinders mit dem Idealpartner zusammenhängt.


match.com wurde 2009 mit neu.de fusioniert
und ist mittlerweile ein Teil von LoveScout24.


Sobald unsere Mitglieder diesen Persönlichkeitstest gemacht haben, können wir jedem einzelnen Mitglied auf Basis dieser Ergebnisse täglich bis zu fünf ganz gezielte Partnervorschläge unterbreiten.

Frau Dr. Fisher, was ist der neue AMOR Service? 

Der AMOR Service ist das neue Premium Single Matching von Match.com. Wir haben unsere Kernkompetenz, das "Matching" noch weiter optimiert - denn anhand der Ergebnisse paarpsychologischen Persönlichkeitstests können Partnervorschläge jetzt noch gezielter vorgenommen werden. 

Sobald unsere Mitglieder diesen Persönlichkeitstest gemacht haben, können wir jedem einzelnen Mitglied auf Basis dieser Ergebnisse täglich bis zu fünf ganz gezielte Partnervorschläge unterbreiten. Diese Vorschläge können dann individuell bewertet werden. Wird ein Vorschlag hoch bewertet, schicken wir dem entsprechenden Mitglied eine E-Mail und dieses Mitglied hat dann die Möglichkeit, ebenfalls eine Bewertung vorzunehmen. So können Mitglieder ganz unkompliziert in Kontakt treten. 


Welchen Test müssen die Mitglieder für diesen Service machen?

Unser Persönlichkeitstest daraufhin optimiert, die Persönlichkeit und Vorlieben der Mitglieder zu erfassen. Er ist interaktiv, überaus aufschlussreich und macht zudem Spaß.

Seit dem internationalen Launch dieses Jahr haben über 1,5 Millionen Mitglieder außerhalb den USA bereits diesen Persönlichkeitstest gemacht. Weltweit haben mehr als 5 Millionen Menschen den Test gemacht. 


Beruht dieser Test wirklich auf wissenschaftlichen Erkenntnissen?

Ja. Unser Persönlichkeitstest ist wissenschaftlich fundiert. Er wird bereits mit äußerst positiven Resultaten in den USA, Deutschland, Frankreich, Schweden, Spanien und Australien eingesetzt. Natürlich unterliegt dieser Test einer beständigen Überprüfung und Weiterentwicklung und wird noch in weiteren Ländern zum Einsatz kommen.


Wie kann die Länge meines Zeigefingers mir dabei helfen, meinen idealen Partner zu finden???

Wissenschaftler an der Harvard University haben herausgefunden, dass die Länge des Zeigefingers im Verhältnis zum Ringfinger dadurch bestimmt wird, wie viel Testosteron und Östrogen wir im Mutterleib ausgesetzt sind. Dieses Größenverhältnis wiederum beeinflusst Ihre Persönlichkeitsmerkmale. Je länger Ihr Ringfinger in Relation zu Ihrem Zeigefinger ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie analytisch, direkt und entscheidungsfreudig sind und über mathematische, mechanische und/oder musikalische Eigenschaften verfügen.

Wir kategorisieren Menschen mit einem längeren Finger, die mehr Testosteron im Mutterleib ausgesetzt waren, als "Wegbereiter". Je länger Ihr Zeigefinger in Relation zu Ihrem Ringfinger ist, desto wahrscheinlicher haben Sie den Blick für das große Ganze, verfügen über ausgezeichnete sprachliche und soziale Kompetenz, sind mitfühlend, intuitiv und uneigennützig. Menschen, mit diesem Fingerlängen-Verhältnis und dem Einfluss von mehr Östrogen, bezeichnen wir als Diplomaten. 

Viele Männer weisen im Übrigen die Merkmale einer Östrogendominanz auf - darunter viele American Football-Spieler und auch Bill Clinton rechne ich als prominentes Beispiel dazu. Und bei Frauen gibt es viele, deren dominanter chemischer Stoff Testosteron ist.


Welches sind die vier Persönlichkeitstypen bei match.com?

Man kann die Menschen in vier Haupt-Persönlichkeitstypen einteilen. Nennen wir sie "Abenteurer", "Unternehmer", "Diplomat" und "Wegbereiter". Jeder Typ kann mit einem überwiegend vorherrschenden, spezifischen Botenstoff im Gehirn assoziiert werden, genauer gesagt dem Dopamin, Serotonin, Östrogen und Testosteron.

  • Abenteurer (Dopamin) lieben es, Neues zu entdecken, sind risikofreudig, kreativ, neugierig, optimistisch und unbeirrbar. 
  • Unternehmer (Serotonin) sind oft ruhig, gesellig, beliebt, gewissenhaft, loyal, vorsichtig aber nicht ängstlich, ausdauernd, haben einen Blick fürs Detail, eine beschützerische Ader, sind eher konservativ und können Menschen gut führen.
  • Diplomaten (Östrogen) sehen das große Ganze, denken in größeren Zusammenhängen, sind einfallsreich, intuitive, geistig flexibel, uneigennützig und einfühlsam, eloquent und besitzen eine hohe soziale Kompetenz 
  • Wegbereiter (Testosteron) sind eher direkt, bestimmt, fokussiert, stur, wettbewerbsorientiert, analytisch, denken logisch und sind gut in technischen und mechanischen Dingen und verfügen über räumliches Denkvermögen. Oft auch musikalisch veranlagt.

Natürlich sind Anteile aller vier Persönlichkeitstypen in jedem von uns vorhanden, aber in der Regel setzt sich unsere Persönlichkeit aus einem primären und sekundären Aspekt zusammen. Ich zum Beispiel bin Abenteurerin und Diplomatin.


Lässt sich die Liebe wirklich auf ein Testergebnis reduzieren?

Ob die "Chemie" letztlich stimmt, kann niemand vorhersagen. Psychologen haben herausgefunden, dass wir dazu tendieren, uns in jemanden zu verlieben, der die gleiche Herkunft aufweist, die gleichen religiösen Werte teilt und über die gleiche Intelligenz, Attraktivität und ein ähnliches Bildungsniveau verfügt. 

Wir fühlen uns auch zu den Menschen hingezogen, die unseren "Liebesvorstellungen" entsprechen - ein unbewusster, psychologischer "Plan", den wir entwerfen, während wir aufwachsen. 

Doch ich habe herausgefunden, dass auch die Biologie eine große Rolle spielt, wenn es um die Anziehung geht: bestimmte biologische Typen fühlen sich ganz automatisch voneinander angezogen. Diese neuen Erkenntnisse aus der Biologie haben wir in unser Premium Single Matching mit einbezogen. Somit nutzen wir also alles, was die moderne Wissenschaft bieten kann, wenn es darum geht, zwei Menschen, die zueinander passen, zusammen zu führen. 

Passende Testsieger im Juni 2018:

Ist es möglich, dass man nicht eindeutig einem Persönlichkeitstyp zugeordnet werden kann?

Bei manchen verteilt sich das Ergebnis tatsächlich ziemlich gleichmäßig über die vier Persönlichkeitstypen. Doch auch in diesem Fall belegen die beiden größten Anteile auch hier authentisch, was Sie ausmacht.


Ist der Test für Männer und Frauen, Heterosexuelle und Homosexuelle gleich?

Ja.


Inwieweit unterscheidet sich dieser Test von vergleichbaren auf dem Markt?

Der Persönlichkeitstest, der dem match.com-AMOR Service zugrunde liegt, unterscheidet sich auf vielfältige Weise. Vergleichbare Tests funktionieren meist auf dem Abgleich von Hintergrund, Interessen, Wertvorstellungen und Lebenszielen. Diese Kriterien berücksichtigt AMOR zwar auch, da es sich hierbei um wichtige Voraussetzungen für eine funktionierende, langfristige Beziehung handelt, doch für ein gezieltes Single Matching ist dies nicht ausreichend.

Match.com vertritt die Meinung, dass zusätzlich die "Chemie" und die Kompatibilität zwischen zwei Menschen stimmen müssen. Match.com bezieht also auch die Biologie mit ein. 


Wonach richten sich die bis zu fünf täglichen Partnervorschläge von AMOR?

Für unsere AMOR Partnervorschläge beziehen wir viele verschiedene Variablen mit ein: Religion, Bildung, Finanzieller Status, der Wunsch nach Kindern, Hobbys, Rauch- und Trinkgewohnheiten sowie natürlich den Persönlichkeitstyp. Aber auch viele andere Faktoren müssen berücksichtigt werden. Und oftmals zählen diese Faktoren mehr, als der Persönlichkeitstyp. Wir schlagen natürlich einem Mitglied, das Kinder will, niemanden vor, der keine Kinder will - ganz egal, wie gut es vom Persönlichkeitstyp her passen würde.


In diesem Jahr erschien in den USA das neue "Dr. Helen Fisher-Buch". Um was geht es in diesem Buch und wird es auch auf Deutsch Sprachen erscheinen?

Ja, mein neues Buch "WHY HIM? WHY HER?" ist im Januar 2009 erschienen. Dieses Buch basiert auf dem Persönlichkeitstest, den ich für Match.com entwickelt habe. Darin setze ich mich tiefgreifend mit den vier Persönlichkeitstypen auseinander - was welcher Typ in einem Partner sucht, von wem sie sich angezogen fühlen, und wen sie in der Regel heiraten. 

Meine bisherigen Bücher erschienen in 15 bis 20 verschiedenen Sprachen und somit kann man davon ausgehen, dass auch zukünftig Deutschland dabei sein wird.


Frau Dr. Fisher, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch!

Neugierig geworden?

match.com Deutschland erreichen Sie seit 2009 über NEU.de, die wiederum mit LoveScout24 zusammengingen.


Wer hat das Interview "Match.com" geführt?

Pamela Moucha arbeitet seit vielen Jahren als Singlebörsen-Testerin und ist unsere Ansprechpartnerin für die Medien.

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