"Der Erfolg einer Beziehung hängt von vielen, auch zufälligen und nicht kontrollierbaren Umständen ab."

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interview mit Manfred Hassebrauck von Paarforscher Manfred Hassebrauck

Manfred Hassebrauck

Paarforscher an der Universität Wuppertal

Veröffentlicht: 24. August 2010

FriendScout24 erweiterte vor einigen Monaten sein Angebot und bietet den Mitgliedern ab sofort mit dem BQ-Check neben den Kontaktanzeigen eine zusätzliche Dimension der Partnersuche: Durch einen wissenschaftlichen Beziehungstest können Singles jetzt die große Liebe finden.

Entwickelt wurde der BQ-Check vom Paarforscher Prof. Dr. Manfred Hassebrauck, Sozialpsychologe an der Universität Wuppertal. Gemeinsam mit FriendScout24 führte er die bislang weltweit größte Partnerpräferenzstudie durch und befragte 23.000 Singles nach ihren Wünschen, Vorstellungen und Präferenzen hinsichtlich einer zukünftigen Beziehung. 

Der Singlebörsen-Vergleich traf Prof. Hassebrauck schon 2008, damals ärgerte er sich über die mittelmäßige Qualität der vorhandenen Beziehungstests. Nun hat er also einen eigenen entwickelt. Singlebörsen-Vergleich fragte genauer nach - und erhielt ehrliche Antworten.



Bei FriendScout24 stehen nicht Persönlichkeitsmerkmale, sondern beziehungsrelevante Merkmale im Fokus.

Herr Prof. Hassebrauck, was genau ist der BQ-Check?

Mithilfe der neuen Funktion bei FriendScout24, dem BQ-Check, erhalten die Mitglieder Vorschläge von Singles, die besonders gut zu ihnen passen. Dazu ist es notwendig, dass die Mitglieder den Beziehungstest ausfüllen. Auf der Grundlage der dort gemachten Angaben ermittelt ein von mir entwickelter Algorithmus passende Partner. Der Beziehungstest, der die Grundlage für die Partnervorschläge liefert, ist das Ergebnis langjähriger Forschung, die ich als Wissenschaftler zum Thema Partnerschaft und Ehe durchgeführt habe.


Viele Singlebörsen und Partnervermittlungen bieten bereits eine Matching-Funktion an. Was macht den Beziehungsquotienten von FriendScout24 besonders?

Ein Matching-Angebot haben viele Anbieter, das stimmt. Häufig werden dabei Persönlichkeitseigenschaften abgeglichen, nach dem Prinzip: je größer die Übereinstimmung der Persönlichkeit und je geringer die Gegensätze, desto passender die Partner. 

Bei der Entwicklung des FriendScout24-Beziehungstests habe ich einen anderen Ansatz gewählt. Forschungsergebnisse zeigen, dass die Ähnlichkeit von Persönlichkeitseigenschaften nicht zwangsläufig die Voraussetzung für eine zufriedenstellende Beziehung ist. Die Partnervorschläge von FriendScout24 werden auf einzigartige Art und Weise ermittelt. Hier stehen nicht Persönlichkeitsmerkmale, sondern beziehungsrelevante Merkmale im Fokus.


Welche beziehungsrelevanten Merkmale berücksichtigt der Test?

Zu diesen Merkmalen gehören unter anderem Beziehungsideale. Damit sind Vorstellungen, wie eine Beziehung sein soll und was eine gute Beziehung ausmacht, gemeint. Der Beziehungstest fragt zum Beispiel nach der Bedeutung emotionaler Nähe oder Unabhängigkeit und Sexualität. 

Außerdem spielt die Vorstellung vom idealen Partner eine Rolle: Wünscht man sich eher einen aktiven, konservativen oder intellektuellen Partner? Zusätzlich wird die Beziehungsorientierung berücksichtigt. Darunter versteht man, ob eine Person eher kurzzeit- oder langzeit- und familienorientiert denkt. Die Ähnlichkeit in diesen Aspekten ist ganz zentral für eine stabile und glückliche Beziehung. Gerade in der Anfangsphase sprechen Menschen aber oft nicht darüber. Wir wissen zwar schnell, welche Hobbys jemand hat, über Beziehungsideale und -ziele aber reden wir meist nicht. 

Hier liegt einer der wesentlichen Vorteile des BQ-Check von FriendScout24: Es werden Konstellationen verhindert, die langfristig zu Enttäuschungen führen.

Passende Testsieger im Juni 2018:

Wie hoch ist die Chance, dass eine Beziehung wirklich funktioniert, wenn Singles einen nach dem BQ-Check passenden Partner wählen?

Der Erfolg einer Beziehung hängt von vielen, teils auch zufälligen und nicht kontrollierbaren Umständen ab. Ein Partner verändert sich beruflich und aus der Nah-Beziehung wird plötzlich eine Fern-Beziehung, man verliebt sich in eine andere Person, man stellt fest, dass man den Körpergeruch des Anderen nicht ertragen kann und vieles mehr. Deswegen kann man auch bei einem noch so guten Beziehungstest nicht sagen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Beziehung funktioniert. Aber generell gilt, dass die Chance auf eine glückliche Beziehung umso größer ist, je höher der BQ ist. Hier gilt das Prinzip "Viel hilft viel".


Gibt es den perfekten Partner überhaupt?

Nein, denn es gibt nicht nur einen, sondern viele.


Wie hoch muss der BQ sein, damit eine Beziehung funktioniert?

Das ist eine nicht ganz einfache Frage, denn es gibt keinen Grenzwert, unterhalb dessen es nicht funktioniert, oberhalb dessen aber alles perfekt läuft. Es ist etwa so wie beim Alkohol. Je mehr man getrunken hat, desto weniger fahrtauglich ist man. Da kann man auch nicht sagen, bis 0.8 Promille ist man topfit und darüber nicht mehr fahrtauglich. Auch wenn natürlich der Gesetzgeber aus Gründen der Praktikabilität solche Grenzen vorgibt. 

Aber aus meinen Erfahrungen mit den vielen Paaren, die an meinen Studien teilgenommen haben, kann ich sagen, dass Werte über 70 durchaus gut sind.


Gibt es die ewige Liebe? Ändern sich Beziehungstypen nicht im Laufe des Lebens?

Es gibt die ewige Liebe genauso wenig, wie es nur eine Form der Liebe gibt. Liebesbeziehungen ändern sich im Laufe der Zeit, auch wenn man bis zum Tod mit dem gleichen Menschen zusammen ist. Denken Sie nur einmal, was zwei verliebte 18-Jährige füreinander empfinden und vergleichen Sie dieses Gefühl mit dem eines Ehepaares, das gerade Goldene Hochzeit gefeiert hat. In meinem neuesten Buch "Alles über die Liebe" habe ich im ersten Kapitel einen Test vorgesehen, mit dem man ganz einfach ermitteln kann, welche Liebe die eigene Beziehung am besten beschreibt.


Ist laut Ihrer Forschung eine glückliche Beziehung auch mit zwei ganz unterschiedlichen Beziehungstypen möglich?

Eindeutig Nein! Kurzfristig kann es vielleicht funktionieren, denn dann ist man manchmal noch von der Andersartigkeit des neuen Partners beeindruckt. Langfristig funktioniert es nicht. Man spricht daher in der Forschung auch von "fatalen Attraktionen", wenn jemand sich zu einem ganz gegensätzlichen Typ hingezogen fühlt. "Fatal" deswegen, weil es eben langfristig nicht funktioniert.


Warum würden Sie persönlich die neuen Partnervorschläge von FriendScout24 empfehlen?

Der FriendScout24-BQ-Check basiert auf höchsten wissenschaftlichen Standards und berücksichtigt die wirklich wichtigen Aspekte. Der Ansatz ist neu und einzigartig, da er Beziehungsvorstellungen abgleicht und nicht Persönlichkeitsmerkmale als Basis verwendet. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, die große Liebe zu finden - einen Partner, mit dem man eine glückliche und zufriedenstellende Beziehung führen kann. Außerdem ist die Chance umso höher, je größer die Menge von Menschen ist, aus denen passende Vorschläge ausgewählt werden können. 

Bei der großen Zahl an Teilnehmern, die inzwischen den Beziehungstest ausgefüllt haben, ist auch die Auswahl entsprechend groß. Wenn ich Single wäre, würde ich diese Chance sofort nutzen!


Herr Prof. Hasselbrauck, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch!


Wer hat das Interview "Paarforscher Manfred Hassebrauck" geführt?

Pamela Moucha arbeitet seit vielen Jahren als Singlebörsen-Testerin und ist unsere Ansprechpartnerin für die Medien.

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