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5. Mai 2007

bild

Online-Dating in Japan
Wir waren vor Ort und haben nachgesehen!

Abgesehen von Toyota, Sushi und den fotografiersüchtigen Reisegruppen ist hierzulande kaum etwas über Japan bekannt - und noch viel weniger über die Internet-Partnersuche im "Land der aufgehenden Sonne".

Grund genug für den Großen Singlebörsen-Vergleich, sich auf die Reise zu begeben, um in Tokio mit Kennern der Szene zu sprechen und einige führende Unternehmen unter die Lupe zu nehmen...

Über das Online-Dating in Japan:

AFF-Index: 37 / 67
Einwohner: ca. 128 Mio.
Amtssprache: Japanisch
Internet-Suffix: .jp

Unsere Reise zu den Singles aus Japan...

Der Große Singlebörsen-Vergleich schnappte sich im Mai 2007 einen Flieger nach Tokio und verweilte dort für 8 Tage zu Recherche-Zwecken.

Was für eine Stadt! New York kann einpacken: If you can make it there, you can make it in Tokio noch lange nicht!

Wir besuchten und interviewten vor Ort u.a. folgende Dating-Unternehmen:

  • Match.com Japan (Kontaktanzeigen)
  • Yahoo! Japan (Kontaktanzeigen)
  • Onet (Heiratsvermittler-Kette)
  • i-qpit (Mobile-Dating)

Natürlich haben wir - quasi als Reisevorbereitung - via Internet einige Blind-Dates mit Japanerinnen verabredet, damit uns abends nicht so langweilig wurde... Internationale Singlebörsen wie Match.com sind für solche Zwecke wirklich Gold wert!

Wie es uns mit den Damen erging, bleibt wie immer unser kleines Geheimnis ;-)


Teil 1 zu den Singles in Japan:
Gesellschaftliche und technische Rahmenbedingungen für Online-Dating in Japan

Als hochentwickelte Industrienation mit Millionen von gestressten Arbeitnehmern sollte Japan eigentlich ein Land sein, das beim Online-Dating zu den weltweit führenden Nationen gehört. 

Eigentlich. Einiges läuft im Leben der Singles in Japan aber anders...


Singles in Japan:

1. Geographie, Bevölkerung, Religion

Japan ist eine Insel (mehrere, um genau zu sein) und damit recht abgeschlossen gegenüber Einflüssen von außen. (Merkt man konkret z.B. am merkwürdigen englischen Akzent.) Verstärkt wird dieser Effekt dadurch, dass Japaner gerne unter ihresgleichen bleiben (Laut CIA-Bericht tendiert der Ausländeranteil gegen Null!) und sich schon ein bißchen für etwas Besonderes halten. 

Da das Landesinnere ziemlich bergig ist, gnubbeln sich die meisten der 127 Millionen Einwohner (ca. 1,5x Deutschland) in den Großstädten an der Küste: Allein in Tokio leben auf engstem Raum 30 Millionen Menschen.

Ähnlich wie viele andere Industrienationen beginnt auch Japan unter den Konsequenzen einer überalterten Gesellschaft (Durchschnittsalter 42,9 Jahre, Deutschland 42,6) und Kindermangel (wie in Deutschland 1,3 Kinder pro Frau, statt 2,1, die für den Fortbestand nötig wären) zu leiden.

Die Religion stellt keine einschränkende Rahmenbedingung für das Online-Dating dar. Der von über 90% praktizierte Buddhismus und Shintuismus ist generell sehr liberal und hat wenig vorschreibenden Charakter. Beispielsweise ist der Begriff der "Sünde" unbekannt.


Singles in Japan:

2. Gesellschaft und Miteinander

Der wohl größte Unterschied zwischen dem Westen und Japan sind die Grundwerte, auf denen die Gesellschaften aufbauen. Während im Westen der Individualismus die treibende Kraft ist (Stichworte: Selbstverwirklichung, Ellbogen, Durchsetzen, Eigenverantwortung, Jeder ist seines Glückes Schmied,...), handelt es sich in Japan um eine Konsens- und Gruppenkultur. Grundsätzlich gilt es in Japan:

  • sich Gruppen zuzuordnen
    (Familie, Unternehmen, Sportverein, Staat)
  • sich in den Dienst der Gruppe  zu stellen
  • eigene Bedürfnisse bis zur Selbstaufgabe hintenan zu stellen
  • Konflikte und harte Worte zu vermeiden

Da sich Japaner permanent in Gruppen bewegen (z.B. mehrmals wöchentlich Abende mit Kollegen verbringen), bleibt viel weniger Raum für individuelle Freizeit oder für Freundschaften. Japaner sind weiterhin äußerst bemüht darum, nicht aufzufallen, und halten sich daher in extremem Maße an vorgegebene Regeln und Gesetze.

Die Gruppenkultur ist eines der größten Hemmnisse für die rasche Verbreitung des Online-Dating in Japan. Sich zu Blinddates zu verabreden, ist eben eine sehr individuelle Angelegenheit. 


Singles in Japan:

3. Wirtschaft und Konsum

Wie im vorherigen Abschnitt dargestellt gehört die Firma viel mehr als in Deutschland zur Familie. Individuelle Karrieren gelten deutlich weniger als im Westen, Vernetzung und Kontaktpflege mit wichtigen Ansprechpartnern ist alles! Das kostet eben seine Zeit...

Japan ist ein absolutes Hitech-Land. Was technisch möglich ist, wird sofort umgesetzt: Vom vollautomatischen Toilettensitz bis zu 3D-Röntgengeräten in allen Krankenhäusern.

Der Japaner an sich ist ein Konsum- und Mode-Freak. Wer einmal in Tokio war, schämt sich für seine Klamotten und seine Frisur in Grund und Boden...  Sonderangebote werden ignoriert, denn was billig ist, kann schließlich nichts taugen. Das gilt auch für Ware, die nicht ausreichend in Szene gesetzt wird.

Wir fühlten uns, was den Stand der Technik im Alltagsleben angeht,  ein wenig so, als würde es sich bei Deutschland im Vergleich zu Japan um ein Dritte-Welt-Land handeln.


Singles in Japan:

4. Kommunikationstechnologie

Japaner sind absolut süchtig nach Mobiltelefonen. Anders als in Deutschland ist der Hauptzweck allerdings nicht das Telefonieren, sondern das mobile Surfen und Mailen: Praktisch jedes Handy hat eine E-Mail-Adresse und etwas über 50 Millionen Japaner nutzen das abgespeckte mobile Internet namens "imode", das hierzulande nie den Durchbruch schaffte. Sie überbrücken so die tägliche 1-2 stündige U-Bahn-Reise vom Vorort an den Arbeitsplatz.

Exkurs: Wie tippen Japaner ihre Schriftzeichen ein?

Traditionell verwenden Japaner die chinesische Schrift, sprich Tausende von Symbolen - für jedes Wort eines ("Kanji").

Als Alternative wurde ein Alphabet entwickelt, bei dem jedes Zeichen für eine Silbe steht, z.B. schreibt sich "Kawasaki" in dieser Schrift mit vier Buchstaben: "ka"-"wa"-"sa"-"ki"). Viele Eigennamen und englische Wörter werden immer in diesem Alphabet geschrieben, da es keine passenden Kanji-Zeichen gibt.

Eine Computer- oder Handy-Tastatur sieht in Japan aus wie bei uns: Auf den Tasten finden Sie "unsere" Buchstaben. Die armen Japaner müssen darauf Silben tippen, aus denen dann Kanji-Zeichen werden: Ein getipptes "k" und "a" werden auf dem Bildschirm zum Zeichen für die Silbe "ka". Wer die Zeichen "ka", "wa", "sa" und "ki" auf den Bildschirm gezaubert hat, drückt bei Bedarf dann die Umwandlungstaste, um das Kanji-Symbol für "Kawasaki" zu erhalten.

Übrigens:
Die Schreibrichtungen sind völlig durcheinander: Ursprünglich wurde erst von oben nach unten und dann weiter von rechts nach links geschrieben - so findet man es meist in der Literatur vor. Auf Schildern oder im Internet ist die Richtung hingegen wie bei uns von links nach rechts und von oben nach unten.

Internet für den Privatgebrauch läuft meist über DSL, in den Städten gerne auch Glasfaser. 2006 wurden in Japan rund 15 Millionen DSL-Anschlüsse gezählt, das entspricht demselben Niveau wie Deutschland (11 Mio.). 

Insgesamt überwiegt in Japan aber das "Mobile Business" gegenüber dem Internet. Indikator: Im März 2007 wurden rund 900.000 ".jp"-Domains gezählt - gegenüber über 11 Millionen ".de"-Domains.


Singles in Japan:

5. Lebensabschnitte und Familie

Natürlich lässt sich ein 127-Millionen-Volk nicht über einen Kamm scheren. Nichtsdestotrotz skizzieren wir mal den japanischen "Standard-Lebensentwurf":

  • Bis zum 18. Lebensjahr zwängt sich der Japaner in seine Schuluniform und wird hart gedrillt.
  • Es folgen meist vier Jahre an der Universität - der einzige freie und ungezwungene Lebensabschnitt, bei dem in lockerer Campus-Atmosphäre aber die Lebenslauf-entscheidenden Seilschaften geknüpft werden.
  • Mit 22 geht's ins Berufsleben - für Männer bis zur Rente mit 60. (Aber auch dann arbeiten viele noch weiter, da sie sich verpflichtet fühlen, ihren Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten.)
  • Frauen werden nach dem Studium gerne "OL" (Office Lady),
    mit dem Ziel, möglichst schnell unter die Haube zu kommen (Selbstverwirklichung im Job hat für die meisten keine hohe Priorität, sie sind gerne Ehefrau und Mutter).
  • Ist man erstmal verheiratet, bleibt man es eher als in Deutschland auch, auch wenn Japan bei den Scheidungen im letzten Jahrzehnt kräftig aufgeholt hat. Die Frau ist daheim die unumstrittene Chefin: Der Mann bekommt i.d.R. nur noch ein Taschengeld zugeteilt.


Singles in Japan:

6. Single-Dasein

Nach offiziellen Statistiken leben in Japan rund 30 Millionen Singles, sprich unverheiratete Erwachsene. Diese Zahl lässt sich nur schwerlich zu Deutschland (11 Millionen Singles) in Bezug setzen, da es in Japan absolut unüblich ist, eine lange Beziehung zu führen oder zusammen zu wohnen, ohne verheiratet zu sein. Als Zielgruppe für Online-Dating-Services kommen alles in allem schätzungsweise 20 Millionen "Singles mit Internet-Anschluss" in Frage. 

Single-Männer wohnen entweder in Wohnheimen ihrer Firma oder daheim, unverheiratete Single-Frauen fast immer bei ihren Eltern. Japan klagt insgesamt über rund 12 Millionen junge "parasitäre Singles", die das praktische "Hotel Mama" ausnutzen. 

Frauen mussten sich bis in die 90er Jahre sputen, denn wer mit 30 Jahren nicht verheiratet war, galt als aussichtsloser Fall. Durch die höhere Scheidungsrate gibt es heute zwar einen größeren "Zweitmarkt", aber das Denken ist immer noch weit verbreitet.


Singles in Japan:

7. Kennenlern-Mechanismen

Wie findet man als Single in Japan denn nun seinen Traumpartner?

  • Omiai
    Bis vor einer Generation wurden die meisten Japaner schlicht verheiratet. Dazu schickten die Eltern des Jungen einen meist semiprofessionellen Partnervermittler los, der diverse Treffen arrangierte. Es handelt sich aber nicht um Zwangsehen, denn die Auserwählte hat das Recht, "Nein" zu sagen. In einigen Fällen mehrere Hundert Mal...
    Noch 1997 kam jede fünfte Ehe auf diesem Wege zustande.
  • Gocon
    Diese beliebte Gruppenveranstaltung basiert darauf, dass ein Mann und eine Frau jeweils 2 bis 10 Single-Freunde zusammenführen und einen gemeinsamen Abend verbringen. Die Organisatoren sind dafür verantwortlich, dass alles reibungslos läuft und jeder glücklich wird...
  • Nanpa
    An belebten Straßen stehen extrem aufgebretzelte junge Männer (gerne zu zweit) herum. Sobald eine interessante Frau auftaucht, wird sie bis zum Abwinken vollgequatscht. Die allermeisten Frauen finden das natürlich bescheuert!
  • Love Hotel
    Da die meisten Singles noch bei den Eltern leben, findet man landesweit sogenannte "Love Hotels", die man stundenweise mieten kann, um mit dem Aufriss bzw. dem Langzeit-Date intim zu werden.
    Ein gute bestückter Automat mit Sextoys fehlt selten, wie wir herausgefunden haben ;-))

Ansonsten läuft das Kennenlernen gerne innerhalb der Gruppen (Firma, ...) - und mittlerweile auch in Bars und Clubs ab. 

Das Bild hier zeigt eine Kreuzung in Tokio an einem Mittwoch morgen um 5:30 Uhr.

Zehntausende von Nachtschwärmern purzeln aus den Diskotheken und nehmen den ersten Zug nach Hause.

An einem Wochentag! Noch Fragen?

Exkurs: Wie man Japanerinnen aufreisst...

Einleitend müssen wir zwei Dinge erwähnen: Erstens waren wir überrascht, wie unglaublich viele unglaublich attraktive Frauen es in Japan gibt. Und zweitens haben wir keine einzige westliche Frau getroffen, die auf japanische Männer stehen würde.

Darum beschränken wir uns hier darauf, unseren männlichen Lesern, die sich vielleicht mal nach Japan verirren, den einen oder anderen kleinen Hinweis zu geben, wie man sich eine Einheimische angeln kann:

1. Vergessen Sie Alltagssituationen!
Ein Flirt in der U-Bahn, nach dem Weg fragen und festquatschen, ... Keine Chance! 99,9% aller Japanerinnen werden Sie einfach ignorieren, da sie den Umgang mit Ausländern nicht gewohnt sind. Wahlweise stellen sie sich schlafend, antworten "Solly, no English" oder gehen einfach weg. Das hat nichts mit mangelndem Interesse zu tun, sondern mit Unsicherheit und der Angst sich zu blamieren. Und: Wer hat schon Lust auf dumme Anmachen???

2. Gehen Sie zu den wenigen angesagten Spots!
In jeder größeren Stadt gibt's einige Läden, in denen diejenigen Japanerinnen, die eine gewisse Affinität zu West-Männern haben, sich tummeln. Steht wahrscheinlich in Ihrem Reiseführer ;-)

3. Werten Sie sich auf!
Mit den relevanten Japanerinnen in den relevanten Läden kommen Sie sehr leicht in Kontakt, denn was glauben Sie, was die Mädels da machen? Sie suchen einen passablen Ehegatten aus dem angesagten Westen. Diese Fantasie müssen Sie bedienen: "Ich bin gerade nach Japan gezogen!" statt "Ich reise übermorgen wieder ab." und "Ich arbeite für eine große Firma!" Sie sollten auch den Eindruck vermitteln, mehr als 10.000,- Euro pro Monat zu verdienen, z.B. indem Sie einen schicken Anzug tragen.

4. "Nein" heisst noch lange nicht "Nein"
Auf das erste "Zu mir oder zu Dir?" werden Sie immer ein klares "Nein" hören. Immer. Aber aus dem "Nein" wird manchmal ein "Ja". Allerdings: Wenn's beim dritten Treffen immer noch beim "Nein" bleibt, sollten Sie sich verdrücken... Sehr viel leichter wird's übrigens, wenn Sie verblümter argumentieren: "Bei mir um die Ecke gibt's eine tolle Bar!"

5. Nur Reden sind Japanerinnen nicht gewöhnt...
Wenn Sie die junge Dame erstmal Richtung Hotel o.ä. bugsiert haben, ist der Auserwählten zu 100% klar, was passieren wird: Sex! Dabei müssen Sie allerdings allerlei Anweisungen geben - Eigeninitiative dürfen Sie nicht erwarten...

Die tollsten Geschichten finden Sie übrigens durch Google-Eingabe "pick-up japanese girls"!


Teil 2 zu den Singles in Japan:
Die Welt der Singlebörsen in Japan

Wir durchstreifen mit Ihnen aus der Sicht von Yoko, einer 30-jährigen Frau aus Tokio, die Möglichkeiten, in Japan via Internet und Mobiltelefon einen Lebenspartner zu finden.

Dabei vernachlässigen wir natürlich nicht unsere eher an Wirtschaftsdaten interessierten Leser.

Yoko (die wir übrigens wirklich getroffen haben) arbeitet seit ihrem Studium im Kundendienst von Tokyu, einem dieser japanischen Riesenkonzerne, die in unzähligen Branchen aktiv sind. Unter der Woche geht - wie bei so vielen - der Großteil ihrer Freizeit für das Pendeln zum Haus ihrer Eltern drauf, knapp drei Stunden täglich. Aber die Mieten in Tokio will sie sich schlicht nicht leisten, denn dann bliebe weniger Bares für ihr Lieblingshobby: Shopping. Louis Vuitton verkauft in Japan jährlich rund vier Millionen Handtaschen, da darf natürlich auch Yoko nicht fehlen...

Das erste, was Yoko zumThema "Männer" einfällt, ist ihre erfolglose Suche: Ihre Eltern und Kolleginnen beginnen sich Sorgen zu machen, und auch sie hat eigentlich überhaupt keine Lust mehr, die "Office Lady" zu geben. Hausfrau und Mutter sind ihr Ideal.

Aber was soll sie machen? Beim Clubbing am Wochenende und den unzähligen Karaoke- und Gocon-Parties ist außer ein paar Nächten im Love Hotel nichts herausgekommen.

Darum will sie bei der Partnersuche nun neue Wege gehen und das Mobile- und Online-Dating ausprobieren.

Kennlern-Portale sind gefährlich!

Die erste Reaktion ihrer Freundin: "Um Gottes Willen, lass die Finger davon! Kennlern-Portale sind viel zu gefährlich."

Das Dating-Business war im Jahre 2002 auf einem guten Wege, im internationalen Vergleich früh den großen Durchbruch zu schaffen. Insbesondere die Handy-Singlebörsen ("Deaikai") erfreuten sich bei den Handy-verrückten Japanern während des Berufsverkehrs allergrößter Beliebtheit.

Dann schritt allerdings die Regierung ein und bescherte der Branche Anfang 2003 den Schwarzen Freitag. Von 793 im Jahr 2002 registrierten Entführungs- und Erpressungsdelikten im GroßraumTokio wurde ein Großteil via Deaikai angebahnt. Mit der Japan-typischen Vehemenz bleute die politische Führung der Bevölkerung ein, dass das Treffen mit Online- bzw. Mobile-Bekanntschaften eine gefährliche Sache sei. Und anders als hierzulande üblich hielten sich die meisten potenziellen Nutzer lange Jahre artig an diese Maxime.


Singlebörsen in Japan:

1. Mobile-Dating

Yoko will's aber trotz alledem versuchen und nimmt sich zunächst die Handy-Singlebörsen vor. Hier dominieren unzählige inoffizielle Services, die meisten davon sexlastig, niveaulos und Fake-verseucht. Für rund 3,- Euro pro Monat ist man dabei.

Die Zahl der Nutzer kann man nicht wirklich schätzen. Diejenigen, die es wissen könnten, nennen Werte zwischen "einer und zehn Millionen". Die ehemaligen Riesen-Datingsites der Mobilfunk-Betreiber selbst wurden im Zuge der Krise weitgehend eingestellt. Man spricht auch nicht gerne darüber. Nun beschränken sich die japanischen T-Mobile's namens NTT DoCoMo und Softbank darauf, den Underground-Playern Webspace und Mobilfunk-Werbefläche zur Verfügung zu stellen, um auf diesem Wege zu verdienen.

Zu den führenen Mobilfunk-Singlebörsen gehören:

Mobile Dating in Japan


Singlebörsen in Japan:

2. Online-Dating

Yoko ist von den mobilen Deaikais nicht so begeistert und schaut sich lieber im Internet um.

Insgesamt ist das Angebot im Vergleich zu Deutschland viel weniger differenziert: Bei den Sexseiten führt der Weltmarkt-Platzhirsch AdultFriendFinder.com, obwohl die japanische Sprachversion erst 2005 gelauncht wurde. Reine Internet-Partnervermittlungen mit einem Online-Persönlichkeitstest sind unbekannt und auch in den Nischen hat sich noch niemand breitgemacht.

Die drei Marktführer bei den Kontaktanzeigen-Portalen sind:

3 beste Singlebörsen in Japan

Momentan sind höchstens 3 Millionen Singles im Internet auf Partnersuche. Der Branchenumsatz wird auf 20 bis 30 Millionen Euro geschätzt (Zum Vergleich Deutschland: 115 Millionen Euro). Viel Raum für rasantes Wachstum!

Augenfällig bei japanischen Kontaktanzeigen-Portalen ist die große Anzahl von allen möglichen TÜV-Siegeln und Sicherheits-Zertifikaten auf der Startseite, mit denen man den Singles die Angst vor den Gefahren des Online-Datings zu nehmen versucht.

Auch sind diese Angebote viel textlastiger und ausgeschmückter designt - darauf, und nicht auf schlanke Effizienz, steht der japanische Konsument eben. Und für wen sind Singlebörsen geeignet? Zitat von Yahoo!: Für Menschen, die noch keinen Partner gefunden haben, weil sie sich bisher voll auf ihren Beruf konzentriert haben, weil sie in ihrem Alltag über wenig Zeit verfügen, weil sie andere wichtige Dinge vorgezogen haben, weil sie sich voll in den Dienst ihres Arbeitgebers gestellt haben, weil sie..." Jetzt wissen Sie hoffentlich, was wir meinten ;-)


Singlebörsen in Japan:

3. Heiratsvermittler

Da Heiratsvermittlung in Japan eine große Tradition hat, haben sich einige große Ketten gebildet, die in vielen Städten Filialen betreiben - ganz ähnlich wie in Indien. Wollte Yoko sich dort vermitteln lassen. dann müsste sie zunächst einmal in eine der Geschäftsstellen laufen, dort zwischen 1.000,- und 5.000,- Euro zahlen und eine ausführliche Aufnahmeprozedur durchlaufen. Je nach Unternehmen laufen die weiteren Phasen der Vermittlung, z.B. das Zustellen von Kontaktvorschlägen, über das Internet ab.

Die beiden größten Ketten:

Heiratsvermittler in Japan

Die Anzahl der teilnehmenden Singles wird auf ungefähr 500.000 geschätzt. Es handelt sich also um einen Milliarden-Markt, der anders als bei den Singlebörsen im Internet allerdings auch mit einem erheblichen Kostenapparat für die Offline-Infrastruktur (Filialen, Mitarbeiter, Logistik...) verbunden ist.


Singlebörsen in Japan:

4. Sonderformen

Yoko ist von der teuren Partnervermittlung nicht besonders angetan. "So verzweifelt bin ich vielleicht mit 35!". Bleiben ihr also noch einige Sonderformen, z.B.:

  • e-gocon.com
    Auf dieser Seite werden für Singles Gocon-Abende organisiert. Natürlich treffen sich die weiblichen und männlichen Teilnehmer vorher separat, um - typisch japanisch - erstmal Gruppen zu bilden...
  • mixi.jp
    Mixi existiert schon seit 1999 und ist die japanische Version von MySpace. Über 10 Millionen Mitglieder, und keineswegs nur Teens, denn Mixi vereint auch Blogger und unser openBC/XING.

Yoko weiss immer noch nicht, was sie machen soll. Vielleicht schaltet sie mal eine Kontaktanzeige im Internet? Auf jeden Fall will sie für uns den japanischen Singlebörsen-Vergleich aufziehen. Sobald sie Hausfrau ist, denn momentan hat sie einfach keine Zeit...




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