Gefährliches Flirten:
Der Krypto Scam macht sich auf Dating Apps breit

Veröffentlicht: 22. Oktober 2022

Der Krypto-Betrug auf Dating-Apps verbreitet sich rasant schnell. Schnell können tausende von Euros verloren gehen. Es kann jeden treffen. Die dreiste Betrugsmaschinerie macht weder vor Tinder oder bei Bumble halt. Pig Butchering ist eine fiese Krypto-Abzocke. Sich jetzt gut als User zu informieren ist das Gebot der Stunde.

Das Prinzip entspricht einer alt bekannten Masche. Zum Opfer wird wochenlang eine romantische Beziehung aufgebaut. Das Vertrauen wächst kontinuierlich. Das Opfer ist ahnungslos. Das "Schweine schlachten", genannt Pig Butchering, ist eine perfekt inszenierte Krypto-Abzocke. Die Opfer tappen so in die Falle, dass sie es erst feststellen, wenn der Karren schon tief im Dreck sitzt.

Der Ursprung der Abzocke führt in die Zeit Ende 2019. Die US-Bundespolizei sprach zum damaligen Zeitpunkt förmlich von einem Lauffeuer. Was in USA anfing, schwappt schnell über den großen Teich nach Deutschland. Ein Betroffener schilderte detailliert, was ihm widerfahren ist.

Am Anfang steht der Erstkontakt

Es beginnt freundlich und unverfänglich auf der Dating-Line, bevor der Krypto-Betrug auf Dating-Apps seinen Lauf nimmt. Wie im Fall eines Mannes, welcher nicht genannt werden möchte, traf dieser auf eine attraktive und wohlhabende Frau aus dem asiatischen Raum. Schnell fand der Wechsel von der Dating-App zu einem privaten Messengerdienst statt. Genutzt wird vorzugsweise WhatsApp.

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Die Fotos wurden ausgetauscht und eine vertrauliche Basis wurde schnell geschaffen. Das Opfer wurde mit Komplimenten umgarnt. Sein Herz öffnete sich. Das exakt geplante Drehbuch nahm seinen Lauf. Der Mann hoffte umsonst auf ein persönliches Treffen. Die Dame befand sich im Ausland für längere Zeit. Gerne werden asiatische Metropolen als Aufenthaltsort genannt. Trotzdem lockte die asiatische Dame ihr Opfer mit einem Treffen und hielt ihn so bei Stange.

Auf die Details achten

Auffallend war in diesem Fall und genau dieser Ablauf spielt sich immer wieder ab, dass es außer Video- und Textnachrichten sowie Sprachnachrichten nichts gibt. Die Zeit schreitet voran und es kommt zu keinem Treffen. Die Betrüger lassen sich bei ihrem Vorgehen Zeit. Täglich erhält das Opfer eine Nachricht. Während dieser Zeit, wie auch in diesem Fall, werden Daten über das Opfer gesammelt.

Wurde das Vertrauen erschlichen, steigt die Erfolgsquote. Das Opfer wird schrittweise davon überzeugt, dass es sich um ein lukratives Geschäft handelt. Wie der Name schon preisgibt, das Opfer wird erst einmal gemästet, bevor es abgeschlachtet wird. Am Beginn steht das harmlose Gespräch über Kryptowährungen.

Schöne luxuriöse Welt

Die Dame schickt Bilder über ihr luxuriöses Leben. Sie spricht von ihren Krypto-Investitionen. Das Opfer wird allmählich darauf vorbereitet, in ein Geschäft einzusteigen. In der Regel arbeitet die Dame in der Modebranche. Der Handel mit Kryptowährungen ist lediglich eine zusätzliche Einnahmequelle.


Ziel ist es, dass der Betroffene bereit ist sein Geld zu investieren.

Dem Opfer wird geholfen, das Konto auf einer Website anzulegen. Unerfahrene erhalten Nachhilfe im Bereich der Kryptowährungen. Die Website ist jedoch gefälscht. Dadurch, dass die Kryptowährungen anonym sind, hinterlassen die Betrüger keine Spuren. Das Geld ist weg und die Dame auch. 2021 wurden Betrugsopfer in den USA durch Krypto-Betrug auf Dating-Apps um eine Milliarde US-Dollar gebracht.

Quelle: berlinerzeitung.de

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