Online Dating in der Corona Pandemie:
Andere Länder, andere Sitten!

Veröffentlicht: 15. September 2022

Während Corona schossen die Anmeldezahlen bei Portalen für Online Dating in die Höhe. Das war nicht nur im deutschsprachigen Raum so, sondern weltweit. Zwar funktioniert das Online Dating auf der ganzen Welt ähnlich, aber durch die Pandemie sind einige Besonderheiten zutage getreten.

Die Corona-Pandemie macht einsam. Das war und ist auf der ganzen Welt so. Die Möglichkeiten auszugehen, um eine oder einen Partner*in kennenzulernen, sind quasi nicht gegeben. Also hilft nur noch das Internet als Tor zur Welt. Dazu kommt: in unserer hoch technisierten und gestressten Welt bleibt der Blick, der den Zufall in sich birgt, oft verschleiert.

Also, sucht man im Internet nach der großen Liebe. Das funktioniert überall in der Welt nach dem gleichen Muster. Es wird ein Profil angelegt, etwas über sich erzählt, von dem Mann/Frau glaubt, dass es interessant für die Partnersuche sein könnte! Ob sich dabei immer die Wahrheit die Ehre gibt, ist egal, das gilt auch für die Profilfotos. Hauptsache, es ist interessant und macht neugierig.

Besonderheiten in Südkorea

In Südkorea erlauben Dating-Apps nur ein Masken-Foto pro Profil! Wie bitte?

Wer denkt, auch in der Pandemie sind Profilfotos wie immer, der irrt! Es gibt dazu sogar eine interessante Studie der Cardiff University, die besagt, dass Menschen mit Gesichtsmasken attraktiv wirken, weil die Masken die Augenpartie betonen.

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Als Folge wird die Vorstellungskraft angeregt; der verdeckte Teil des Gesichts wird im wahrsten Sinne des Wortes geistig "aufgehübscht", gerade die Frage, was sich unter der Maske verbirgt, macht das Ganze interessant!

In Südkorea hingegen, fühlen sich Partnersuchende durch maskierte Bilder betrogen, sogar in der koreanischen Sprache hat eine Wortneuschöpfung Einzug gehalten: "Magikkun". Das Wort ist zusammengesetzt aus dem englischen Wort für Maske: "mask" und dem koreanischen "sagikkun - Betrug".


Warum darf in Südkorea nur noch ein Foto mit Maske pro Profil hochgeladen werden?

Das kann man mit einer gängigen Praxis in unseren Breiten vergleichen. Es gibt Partnersuchende, die ihr Profilfoto mithilfe gängiger Software wie z.B. Fotoshop ein wenig bearbeiten, um hier und da die eine oder andere Falte zu glätten oder die Nasenspitze nicht ganz so spitz aussehen zu lassen.

Solche Korrekturen können bei einem Treffen in der Realität ganz schnell extrem negative Folgen haben, sollten sie zu realitätsfern ausgefallen sein. So ist es auch in Südkorea.

Die Koreaner*innen auf Partnersuche wollen das Gesicht auf dem jeweiligen Profil im "Original" sehen, möglichst echt, ohne Maske und wahrscheinlich auch unbearbeitet! Die Zeitung: Korea Herald bekam so etliche Beschwerden von Nutzern*innen von Dating-Apps. So entstand das Wort "Magikkun", also ein Betrug durch Maskenbilder.

Warum tragen User auf ihren Profilfotos überhaupt Masken?

Das erklärt der Psychologieprofessor Kwak Geum_joo. Er folgert, dass sich viele Menschen mit Masken wohler fühlen, weil sie so einige eventuellen Makel verdecken können. Ist die Maske irgendwann weg, sind auch die Versuche ein anderes, schöneres Bild abzugeben, gescheitert.

Als durch Corona reale Treffen - auch in Südkorea - nicht möglich waren, erhöhte sich die Zahl der Mitgliedschaften auf Dating-Apps, wie überall in der Welt. Die App "Blind Date" war die erste, die eine neue Verordnung aufstellte: nur noch ein Maskenbild pro Profil! Also: die Realität ist immer besser als Fake und erhöht die Chancen, einen Partner*in zu finden!

Quelle: kurier.at

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