Mozilla Report enthüllt:
Sextoys und Dating Apps als Datenkraken

Veröffentlicht: 25. März 2021

Mozilla veröffentlicht regelmäßig den "Privacy Not Included"-Report und zeigte mit den letzten Daten recht deutlich, dass vor allem bestimmte Sextoys gar nicht so diskret sind, wie man es sich bei erotischen Vergnügungen wünschen würde. 

In der neuen Studie analysierte das Mozilla-Team insgesamt 50 Apps und Toys daraufhin, wie die Anbieter mit den persönlichen Nutzerdaten umgehen. Die Untersuchung umfasste 24 Dating-Apps und 26 Sextoys.

Was wurde bei den Sextoys bemängelt?

Schauen wir uns zuerst die Sextoys an. Hier spricht Mozilla von einer Art Glückspiel, denn die Hälfte der untersuchten Sexspielzeuge schützen die Privatsphäre der Nutzer nicht. Es gab Mängel bei den Produktmerkmalen und Sicherheitskomponenten sowie der KI verschiedener Sexspielzeuganbieter. 

Vom "Das Cowgirl", das mit einem Radius von 10 m ein ungesicherte Bluetooth-Verbindung herstellt, über den Peniskäfig "Qiui Cellmate", dessen Anbieter gern den digitalen Schlüssel zu dem Käfig in vielen, vielen leicht hackbaren Mails verschickt bis zur Sexpuppe mit verwirrenden Datenschutzbestimmungen ist alles dabei.

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Hinweis: Mittlerweile hat Qiui Cellmate ein Update erhalten. In der Vergangenheit wurde das Sexspielzeug gehackt und Nutzer wurden dazu gezwungen, Lösegeld zu zahlen, um wieder Zugang zu ihren privaten Daten zu erhalten.

Lobend in dem Bereich hoben sich die großen Firmen für Sextoys wie Lovense ab. 

Dating Apps unter der Mozilla Lupe

Bei den Dating-Apps tun sich laut dem Mozilla Bericht ebenfalls Abgründe auf. 21 der 24 untersuchten Apps wiesen massive Datenschutzverstöße und mangelnde Sicherheitsmaßnahmen für ihre Nutzer auf. 

Zu den untersuchten Dating Apps zählen vor allem Apps, die im amerikanischen Raum genutzt werden. So wurden z.B. CoffeeMeetsBagel, Hornet, Raya und Hinge negativ bezüglich ihres Privatsphärenschutzes erwähnt.

In Europa und Deutschland bekannte Apps, die analysiert wurden und Mängel aufwiesen, waren u.a. Badoo, Plenty of Fish (PoF), Tinder und OkCupid. 

Die Mozilla Experten dazu: 


Viele Dating-Apps drängen die NutzerInnen dazu, sich bei sozialen Medien wie Facebook anzumelden, was ihnen Zugriff auf mehr persönliche Daten gewährt, als die NutzerInnen vielleicht denken. Darüber hinaus scheinen Datenschutzverletzungen und Sicherheitslücken fast schon Routine zu sein – Tinder, Bumble, OKCupid, Facebook Dating und andere hatten alle in letzter Zeit Vorfälle.

Vor allem Grindr ist laut Mozilla ein Albtraum für die Sicherheit der Nutzer und ihrer Privatsphäre. Die Dating-App für Homosexuelle sammelt und teilt die Daten der Nutzer mit Drittanbietern. Und hat zudem schon den einen oder anderen Datenskandal hinter sich, wie beispielsweise das Teilen des HIV-Status‘ seiner Nutzer 2018 mit Dritten.

Positiv wurden im Report die queere App Lex und die Wieder-Begegnungs-App Happn für minimale Datenerfassung gelobt.

Ratschläge von Mozilla

Letztlich sollte man immer genau wissen, welche Daten man mit wem im Internet teilt.

Und vor allem sollte man abwägen, wie wichtig die eigene Privatsphäre ist.Vernetzte Sexspielzeuge machen Spaß, wenn man dem zustimmt, genau wie Sex in der Realität. Gekoppelte Sexspielzeuge machen aber keinen Spaß, wenn jemand das Gerät kapert und ohne Zustimmung die Kontrolle über das Toy übernimmt – und das passiert.

Quelle: foundation.mozilla.org

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