Psychologen alarmiert:
Macht die Dating-App Tinder krank?

Veröffentlicht: 30. August 2019

Bereits seit sieben Jahren können Singles sich bei Tinder durch die Profile anderer Nutzer wischen. Die Dating-App galt als Revolution des Mobile Datings. Doch hat sie auch unseren Umgang mit uns selbst oder unsere Bedürfnisse beim Dating verändert? Psychologen sehen eine gefährliche Entwicklung bis zur Tinder-Sucht.

Tinder ist die am meisten runtergeladene Dating-App der westlichen Welt. Laut eigenen Angaben ist die App in 190 Ländern verfügbar und generiert pro Tag zwei Milliarden Aufrufe. Jede Woche sollen so knapp 1 Million Dates arrangiert werden. Und natürlich gibt es auch Pärchen, die sich auf Tinder gefunden haben. Doch überwiegen die Risiken bei der Nutzung etwa?

Tinder: Kritik und negative Effekte

Laut einer aktuellen Studie, die im Guardian erschienen ist, warnen Psychologen vor dem süchtig-machenden Wisch in der Tinder-App. Nutzer, die sich einsam fühlen und intensiv Tinder benutzen, verstärken damit ihr Einsamkeitsgefühl. 


Wer eh bereits ein niedriges Selbstwertgefühl hat, versucht es mit vielen Wischs (aka Sympathiebekundungen) aufzubauen. Doch das kann nach hinten losgehen.

Das exzessive Nutzen der App wird zum Rausch. Sobald dieser verklingt, bleibt den Nutzer nur ein leeres Gefühl, das nur mit weiteren Matches und Wischs betäubt wird.

Wie viele Singles gibt es überhaupt auf Tinder?

Ja, auf Tinder haben sich bereits Paare gefunden. Und ja, einige sind noch immer in dieser Beziehung. Für den Großteil dieser Paare jedoch, bleibt die App quasi der Apfel im Paradies. Und jedes Mal, wenn es etwas schwierig wird im Paradies oder es zu Uneinigkeiten kommt, lockt der Apfel der Sünde… 


Es könnte ja noch jemand besseres kommen. Nur ein kleiner Wisch…

Eine andere Studie fand heraus, dass 41 Prozent der Tinder-Nutzer bereits in einer Partnerschaft sind. Die App dient diesen Damen und Herren als Zeitvertreib und zur Egoschmuserei, um das eigene Selbstwertgefühl zu heben. 

Lieber eine ernsthafte Beziehung suchen?
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Die Singles bei Tinder suchen eher nach Nähe und Geborgenheit. Und wenn sie auf einen liierten Tinder-Nutzer treffen, der sich über ein Kompliment hier, eine flirty Nachricht dort freut, aber weiter keine Anstalten macht, ist Enttäuschung beim suchenden Single vorprogrammiert.

Tinder hat zu viele Gaming-Elemente

Mitgründer der Dating-App Jonathan Badeen gab in einer Dokumentation zu, dass Tinder bewusst mit dem Spieltrieb der Menschen arbeitet und klar von der Verhaltenspsychologie beeinflusst wurde.

Die Anthropologin Helen Fischer unterstützt Match – das Mutterhaus von Tinder – und weist bereits seit einigen Jahren auf die negativen Konsequenzen der Dating-App hin. Aus ihrer Sicht sollte man pro Tag nicht mit mehr als neun Leuten chatten via Tinder.

Jede weitere Konversation überfordert die Aufnahmefähigkeit der Nutzer. Das Dating wird zum Stress. Und Stress ist schädlich.

Quelle: derstandard.de

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