Lovoo in der Kritik
Ortungsdaten unzureichend geschützt

Veröffentlicht: 13. August 2019

Journalisten des Bayerischen Rundfunks (BR) haben Lovoo mehrere Tage unter die Lupe genommen und dabei die Ortungsdaten von Lovoo-Nutzern erhalten. Wie gefährlich ist diese Datenlücke?

Es gehört zu Lovoos stärksten Funktionen, dass User Singles in der näheren Umgebung direkt im Live-Radar sehen können. Bei den Recherchen der Journalisten fiel ihnen auf, dass sie andere Nutzer bis zu 30 – 50 Meter genau orten können.

Ortungsdaten – eine Quelle für Stalker

In der App wird die Distanz in Etappen von 100 Metern dargestellt. Jedoch speichert Lovoo viel genauere Daten zum User-Standort. Die Entfernung wird dabei von drei verschiedenen Punkten gesammelt. Über eine Schnittstelle konnten die Journalisten diese Daten abfragen. Und so den jeweiligen Standort sehr genau berechnen.


Diese Genauigkeit schafft u.a. die Möglichkeit für unangenehme Zeitgenossen, Stalking zu betreiben.

Gerade bei Freemium-Apps gibt es jede Menge Fake-Profile. Zwar können Nutzer andere verdächtige Profile melden, doch eine grundsätzliche Prüfung von Accounts findet nicht statt.

Lovoo reagiert umgehend

Laut eigener Pressemitteilung hat Lovoo umgehend reagiert, um den Standort des Nutzers besser zu verhüllen. Dabei setzt Lovoo nun auf die gleiche Entfernung wie Tinder. Lovoo gibt die Entfernung nun ebenfalls nur noch auf 1.000 Meter genau an.

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Zudem wurde eingeschränkt, dass mehrfach, zeitnahe Standortabfragen nicht mehr in dieser Art möglich sind.

Lovoo zu den Vorwürfen:


Dennoch, auch wenn [die Testergebnisse oder -methoden des Bayerischen Rundfunks] korrekt sind, ist uns kein Fall bekannt, in dem ein Nutzer wie im Test beschrieben geortet, geschweige denn in irgendeiner Weise geschädigt wurde.

Datenschutz bei Dating-Apps: Schwierig bis gefährlich

Nicht nur die Option, den Standort eines Nutzers zu lokalisieren, stellt ein Risiko von Dating-Apps dar. Viele Informationen, die man auf manchen Dating-Apps preisgibt, sind in den falschen Händen gefährlich.

Denkt man nur kurz an die App Grindr und Ägypten – hier nutzt die Polizei die App unter anderem dafür herauszufinden, welche Ägypter Grindr nutzen. Falls Nutzer enttarnt werden, landen sie im Gefängnis, da Homosexualität in diesem Land illegal ist. 

Quelle: heise.de

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