Wisch&Weg-Mentalität:
Begünstigen Dating-Apps Essstörungen?

Veröffentlicht: 19. Juli 2019

Eine neue Untersuchung der Harvard University brachte unlängst Erschreckendes zutage: Dating-App-Nutzer tendieren 27x häufiger zu ungesunden Mitteln, um schlank zu bleiben. Begünstigen Dating-Apps damit Essstörungen? 

Die Forscher der Harvard University studieren 1.726 Frauen und Männer. Dabei lag der Fokus auf ihren täglichen Gewohnheiten sowie der tatsächlichen Online-Präsenz. Die Forscher untersuchten dabei die Ergebnisse nach Zusammenhängen.

Vor den Risiken wird gewarnt!

Die Wissenschaftler stellten fest, dass absichtliches Übergeben, die Verwendung von Abführmitteln sowie der Konsum anaboler Steroide keine seltenen Verhaltensweisen bei Nutzern von Dating-Apps sind.

Die Ursache dieses selbstzerstörerischen Verhaltens liegt u.a. an der Grundstruktur vieler Dating-Apps: Nur der erste Eindruck entscheidet, ansonsten gibt’s den mittlerweile klassischen Wisch nach links und somit aufs Abstellgleis. Und so manches nicht zustande gekommenes Match zehrt am Ego.

Lieber Dating-Apps links liegenlassen!!!
Die besten Partnervermittlungen im Test 2019

Mit dieser Oberflächlichkeit hat das normale Kennenlernen in der realen Welt reichlich wenig zu tun. Dennoch beeinflussen vor allem Social Media und eben Dating-Apps die eigene Wahrnehmung.

Die Zunahme an Störungen wie beispielsweise Essstörungen ist nicht von der Hand zu weisen. Zudem unterbinden Oberflächlichkeit sowie Ersetzbarkeit die Entwicklung tiefer gehender Beziehungen, die für Erwachsene angemessen sind.

Swipe-Kultur zerstört Selbstwahrnehmung

Nutzern von Dating-Apps wie Tinder sind sich im Klaren darüber, dass sie permanent auf der Partnersuche bewertet werden. Das verändert auch die Selbstwahrnehmung.

Die Wissenschaftler dazu:


Studien deuten darauf hin, dass die Massenmedien - vom Fernsehen über Zeitschriften bis hin zu Social Media - zur Unzufriedenheit des Körpers beitragen, indem sie dominante Körperbildideale für Männer und Frauen aufrechterhalten.

Filter und Prominente geben Nutzern den Rest

Die Forscher stellten zudem fest, dass viele Nutzer - durch das Verlangen wie ein Promi auszusehen - in den Strudel gesundheitsschädigender Verhaltensweise gezogen werden.

Im Segment der befragten App-Nutzer gaben 44,8 Prozent der weiblichen und 54,1 Prozent der männlichen Teilnehmer an, dass Fasten ihre Wahl zur Gewichtskontrolle ist. Im Vergleich dazu nur 27,1 Prozent (27 Prozent) der Teilnehmer, die keine Dating-Apps nutzen.

Grindr, Bumble & Happn

Männliche Nutzer dieser Apps sind laut den Ergebnissen der Forscher zwischen 3,2 und 14,6 Mal empfänglicher, ihre Maßnahmen der Gewichtsreduktion in ein ungesundes Maß zu lenken. Bei den Frauen sind 2,3 bis 26,9 Mal so viel – jeweils im Vergleich mit Personen, die keine Dating-Apps o.ä. benutzen.

Zu ungesunden Maßnahmen zählt u.a. Erbrechen. 36 Prozent der männlichen Nutzer sowie 22,4 Prozent der weiblichen gab an, dass Erbrechen zu ihren "Schlankmachern"zählt. Die Anti-Dating-App-Probanden erreichten da nur einen Wert von 5,3 Prozent bei den Männern und 5,9 Prozent der Frauen.

Auch der Konsum von illegalen anabolen Steroiden wird eher von Dating-App-Nutzern als von Nicht-Nutzern praktiziert: Mehr als in Drittel der befragten männlichen Teilnehmer outet sich, bei den Frauen waren es 15,8 Prozent. Dem gegenüber stehen bei den Nicht-Nutzern 1,4 Prozent bei den Damen und 3,8 Prozent bei den Herren.

Quelle: pressetext.de

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