Facebook als Dating-Möglichkeit:
Verlieben in den Secret Crush

Veröffentlicht: 3. Mai 2019

Erst kündigte Facebook sein eigenes Dating-Feature an, mit dem der Konzern Tinder und Co ein großes Stück vom Dating-Kuchen mopsen möchte. Bei der letzten F8-Entwicklerkonferenz von Facebook überraschte der Konzern nun mit der Funktion "Secret Crush".

Facebook startete anfangs als eine Art Hot-or-Not-Webseite für Studenten an einer Universität. Das Vernetzen der Studenten stand im Vordergrund. Erst später "öffnete" sich das Netzwerk uniübergreifend und entwickelte sich zu der Social-Media-Plattform, die wir alle kennen.

So funktioniert Secret Crush

Packt Sie jemand auf seine Secret Crush Liste, erhalten Sie eine Benachrichtigung von Facebook:


Ein Freund hat dich als Secret Crush hinzugefügt.

Haben Sie die gleiche Person ebenfalls auf Ihrer Secret Crush Liste, werden sie gematcht. Sind die Gefühle nur einseitig, bleibt die Identität des Schwarms anonym. Ein bisschen blöd, dass man dann ewig rätselt, wer Ihrer Facebook-Freunde sich in Sie verliebt hat.

Tinder vs Facebooks Secret Crush

Tinder ist prima, wenn Sie jemanden kennenlernen wollen, der nicht direkt in Ihrem "sozialen Umfeld" ist. Die Erfahrung bei Tinder zeigt, dass viele Nutzer Profile, mit denen sie auf Facebook verbunden sind, direkt nach links wischen. 

Secret Crush setzt dagegen auf persönliche Bekannte und Freundeskreise. So hofft Zuckerberg, dass künftig keine Telefonnummern mehr ausgetauscht werden, sondern Facebook-Freundschaftsanfragen verschickt werden und man seinen – auf der Party kennengelernten – neuen Schwarm direkt auf die Secret Crush Liste packt.

Secret Crush – die Vorgänger

So innovativ wie Secret Crush klingt, ganz so neu ist die Idee nicht! Friendster (2002 online gegangen) führte 2012 ein ähnliches Feature ein. Der Social-Gaming-Service gilt als der "Urvater" des Social Networking. Dabei konnten Mitglieder nach lang verlorenen Freunden suchen oder nach jemanden, den man kürzlich auf einer Party getroffen hatte. Zudem konnte man eine Art Beobachtungsliste erstellen, damit man kein Update seiner Crushs verpasste. Die Liste hieß "MyCrushes".  

Lust sich zu verlieben?
Die besten Singlebörsen 2019 im Test!

Auch GoodCrush hatte 2007 einen ähnlichen Ansatz bei seiner Funktionsweise. GoodCrush war eine Dating-Webseite, die an der Princeton University ins Leben gerufen wurde. Studenten, die sich anmeldeten, konnten die E-Mail-Adresse von bis zu fünf "Crushes" eingeben. Sie mussten jedoch eine E-Mail-Adresse von einer teilnehmenden Hochschule haben, um den Dienst nutzen zu können.

Das Gegenüber erhielt dann eine Benachrichtigung, dass jemand in sie verliebt ist – erfuhren aber nicht wer. Erst wenn auch sie die andere Person der eigenen Crush-Liste hinzufügten, wurden beide identifiziert.

Klingt verdammt nach Secret Crush, Herr Zuckerberg!!!

GoodCrush hat vor einigen Jahren die Segel gestrichen und den Dienst eingestellt.

Bedenken zu Secret Crush

Eine Funktion wie diese kann auch missbraucht werden: Um andere Menschen zu verarschen, z.B. Im Falle von GoodCrush sagte ein Mitarbeiter, er und sein bester Freund "hätten ein ganzes Semester damit zugebracht, Sex mit der halben Uni zu haben." .

Facebook versichert jedoch, dass das Unternehmen die erhobenen Daten von Facebook Dating oder Secret Crush nicht verwenden wird, um Inhalte zu personalisieren. D.h. packt man jemanden auf seine Crush-Liste sieht man nicht automatisch mehr Beiträge dieser Person im eigenen Newsfeed. Alle Aktivitäten, die bei FB Dating auftreten, bleiben bei FB Dating und werden nicht extern weitergegeben.

Inwiefern Facebook an dieser Aussage festhalten wird oder es gar umsetzt, sei dahingestellt. 

Secret Crush funktioniert übrigens nur in Verbindung mit Facebook Dating, das jedoch bislang nur in ausgewählten Ländern - darunter Kolumbien, Kanada, Thailand, Argentinien und Mexiko sowie 14 neue Länder in Asien und Südamerika – verfügbar ist.

Quelle: facebook.com

Share!