Liebe lieber ungewöhnlich:
Mit seltenen Interessen beim Online Dating punkten

Veröffentlicht: 15. September 2018

Der Kölner Sozialpsychologe Dr. Hans Alves beschreibt in einer wissenschaftlichen Abhandlung, dass das Teilen ungewöhnlicher Hobbies und Interessen zu einer besonderen Magie zwischen Personen führt. Kommt jetzt die große (Liebes-)Stunde für Porzellan-Mops-Sammler? Und was bedeutet das für die Partnersuche im Netz?

Laut Aussage des Sozialpsychologen bekommt auch bei der Partnersuche der jeweilige Date-Partner einen Attraktivitätsbonus, wenn die gemeinsamen Interessen selten sind.


Seltene Interessen miteinander zu teilen, löst eine stärkere Anziehungskraft zwischen Menschen aus, als das Teilen häufiger Interessen.

Die Wissenschaft ist sich sicher

Bereits seit einigen Jahrzehnten sind Sozialwissenschaftler der Meinung, dass wir Menschen mögen, die die gleichen Einstellung oder Moralansichten wie wir haben. Freunde und auch Partner werden zumeist danach ausgesucht, wie sehr ihre Werte, Interessen, Hobbies oder Vorstellungen den unseren entsprechen.

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Treffen wir einen potenziellen Partner zu einem Date, dreht sich das Gespräch meist zuerst um Vorlieben und Einstellungen. Man klopft erstmal ab, wie schräg es wohl das Gegenüber findet, wenn man von seiner Porzellan-Mops-Sammlung, der Liebe zum Film Noir oder seiner Strickleidenschaft erzählt. Teilt der Date-Partner eine "seltene" Leidenschaft, ist ein Wiedersehen quasi schon ausgemacht.

Je schräger, desto mehr >>BOOM<<

Stand bislang die Frage im Raum: "Führen bestimmte Interessen, die man teilt, zu mehr Anziehung zwischen den Leuten?" beantwortet Dr. Hans Alves mit einem klaren Ja. 


Wenn seltene Interessen geteilt werden, ist das Bindungspotential höher, dann wird der oder die Andere als anziehender empfunden.

Zur Untermauerung befragte er Versuchspersonen im ersten Schritt nach Interessen in Rubriken wie Lesen, Reisen, Serien/Filme und Musik. Im Anschluss sollten die Personen einschätzen wie sehr sie einen Menschen mögen würden, der ein bestimmtes Interesse mit ihnen teilt. 


Das gemeinsame Mögen seltener Interessen führte zu besonders starker Anziehung.

In einer weiteren Versuchsanordnung schrieben die Versuchsteilnehmer ihre letzten 20 "Facebook-Page-Likes! auf und bewerteten im Anschluss wie sympathisch sie eine Person finden, die ebenfalls eine dieser Facebook-Page mag. Dabei setzte Alves als Seltenheit-Indikator auf die Likes-Anzahl auf Facebook. 

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Auch bei diesem Versuch zeigte sich, dass das Teilen seltener Likes (also Pages mit wenigen Fans) deutlich anziehender auf die Versuchspersonen wirkte als das gemeinsame Interesse an Facebook-Pages mit mehreren Millionen Likes.

Last, but not least: Klappt das beim Online Dating?

Diese Frage beantwortete Alves ebenfalls mit einer Versuchsreihe. Dabei wurden sowohl weibliche als auch männliche Singles nach ihren seltenen und populären Interessen gefragt. Anschließend sahen sie sich unterschiedliche Profile von Singles an, die mindestens eine dieser vorher genannten Interessen hegt.

"Zusammenfassend zeigen die Befunde ein starkes Bindungspotential seltener Einstellungen. Stellt sich beim ersten Date also heraus, dass die andere Person nicht nur unser Interesse für Sonne, Strand und Shakira teilt, sondern auch unsere exotischen Interessen für Einrad fahren, Bierdeckelsammeln und Tom Waits, so stehen die Chancen auf ein Wiedersehen mehr als gut", sagt Dr. Hans Alves.

Quelle: uni.koeln

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