1. Prozess gegen Love Scammer
Liebesbetrüger der Nigeria Connection verurteilt

Veröffentlicht: 18. August 2013

Love Scamming erster Strafprozess gegen Nigeria Connection

Erstmalig ist am 12. August 2013 in Deutschland ein Rechtsurteil in einem Fall von Love Scamming / Romance Scamming gegen einen Mann afrikanischer Herkunft ergangen, der im Verdacht steht, über die so genannte "Nigeria Connection" einem weiblichen Opfer Liebesabsichten vorgetäuscht und die Frau so um 10.000 Euro betrogen zu haben.


Nach dem klassischen Muster des Love Scamming Betrugs hatte ein nigerianischer Mann seinem Opfer Liebe vorgetäuscht und sie dadurch dazu bewegt, die hohe Geldsumme auf ein ausländisches Konto zu überweisen.

Der Schuldspruch in diesem ersten Rechtsfall des organisierten Liebesbetrugs im Internet lautet auf ein Jahr und drei Monate, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung für den 31-Jährigen. Obgleich die Indizienlage sich schwierig gestaltete, zog der entscheidende Richter Andreas Spreng in seinem Urteil den Schluss, dass es sich beim Betrug nicht um ein einzelnes Delikt eines Täters Einzelfall, sondern um einen Fall organisierter Kriminalität im Kontext der "Nigeria Connection" handelt.


Die Love Scamming Masche der Nigeria Connection

Bei dieser Form von Love Scamming oder Romance Scamming nehmen junge nigerianische Männer über Singlebörsen und SingleChats Kontakt zu Frauen auf, die in der Regel um die 40 Jahre alt und auf Partnersuche im Internet sind. Sie bauen eine romantische Beziehung über Mailverkehr zu ihren auf und täuschen dann nach einer Weile einen persönlichen Schicksalsschlag vor und bitten um Hilfe in Form von hohen Geldsummen, die auf ein ausländisches Konto überwiesen werden sollen.

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In Konstanz hatte eine auf diese Weise um 10.000 Euro betrogene Frau Chat-Protokolle und 1000 Seiten Aufzeichnung eines Internet-Dialogs als Beweismaterial eingebracht um zu beweisen, dass sich hinter dem adretten Ingenieur Derrick, in den sie sich verlieb und dem sie mehr als 10 000 Euro über eine Reisebank überwiesen hatte,in Wirklichkeit der verdächtigte nigerianische Mann verborgen hat.


Klare Indiziensprache weist auf Love Scamming

Die Indizienlage gegen den Mann ließ den Richterbeschluss offenbar zu: Die Betrugsmails wurden von dem Laptop aus verfasst, das bei dem 31-jährigen Mann sichergestellt worden war. Der Angeklagte verstrickte sich in widersprüchliche Aussagen über den Besitz des Gerätes, das er einmal in Paris, ein andermal von einem Mitbewohner im Asylbewerberheim erhalten haben wollte. der Verdächtigte hatte der Polizei mehrere eigene eMail-Adresse angegeben und einen Vornamen angegeben, der ihn als Besitzer des Betrugs-Laptops und als Autor der mails identifizierte, die das Opfer erhalten hatte.


Love Scamming als Internetbetrug im großen Stile

Das so genannte Love Scamming oder Romance Scamming hat sich im Laufe weniger Jahre zu einer lukrativen Betrugsmasche auf Partnerbörsen im Internet entwickelt. Die Täter erbeuten mit der jährlich allein in den USA über 50 Millionen Dollar, auch in Deutschland ist von 6stelligen Summen auszugehen.


Nigeria Connection - größte Love Scamming Kategorie

Die bevorzugten Opfer der Nigeria Connection sind dabei alleinstehende Frauen um die 40. Sie werden auf der Suche nach der großen Liebe über das Internet angeschrieben, die Täter täuschen ihnen viel Aufmerksamkeit vor und betrügen sie um ihr Geld.

Die Täter der Nigeria Connection agieren überwiegend aus dem Ausland und werden auf diese Weise ungreifbar für die deutschen Rechtsorgane. Der Konstanzer Fall gilt daher als große Ausnahme. Der Angeklagte hatte sich im Süden als Asylbewerber niedergelassen und war registriert.


Bildnachweis: Buchcover Dana Wahr "Liebe auf Anzahlung: Vorschussbetrug und Internet-Scam", Books on Demand, 1. Aufl. 2013, ISBN-10: 3732234177

Quelle: südkurier.de

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