Single sein kann teuer werden
Was Sie als Alleinstehender beachten sollten

Veröffentlicht: 23. September 2012

So blöd es sein mag, allein und einsam und auf der ewigen Suche nach der oder dem "Richtigen" zu sein - eines muss man Singles lassen: Finanziell erleben sie die pure Freiheit. Aber wer genauer hinsieht, erkennt den Trugschluss.

 

Finanzielle Freiheit für Singles

Sie können von heute auf morgen eine Kreuzfahrt buchen, einen neuen Fernseher kaufen oder im Casino alles auf rot setzen. Sie können sparen oder spenden, und müssen sich dafür weder rechtfertigen, noch anstrengende und zermürbende Diskussionen führen. Singles leben den finanziellen Traum der Unabhängigkeit.

 

Höhere Ausgaben für Singles

So sieht es auf den ersten Blick aus. Schaut man allerdings genauer hin, dann hat auch diese Medaille noch eine zweite Seite. Und die ist gar nicht mehr so frei und unabhängig: Singles haben deutlich höhere Ausgaben, als Paare. Zyniker werden jetzt sagen, dass dies an dem legeren Lebenswandel von Alleinstehenden liegt, der einfach höhere Ausgaben erfordert, doch verschiedene Studien zeigen, dass sich viele dieser hohen Kosten gar nicht vermeiden lassen. Und sie erstrecken sich über nur alle vorstellbaren Lebensbereiche.

 

Singles müssen mehr zahlen

Wohnen muss jeder. Irgendwie und irgendwo. Und das Statistische Bundesamt hält hier eine interessante Zahl bereit: Auf 90 Quadratmetern leben im Durchschnitt zwei Menschen, die sich Miet- und Nebenkosten teilen können. Diese Kosten nun einfach durch zwei zu teilen, um den Wert für Singles zu erhalten, wäre eine Milchmädchenrechnung - denn es ist ja nicht nur der tatsächliche Verbrauch selbst, der bezahlt werden muss.

Besonders ins Gewicht fallen personenunabhängige Abschläge pro Quadratmeter oder Fixkosten wie die Grundgebühr des Strom- oder Gasanbieters. Diese müssen Singles allein tragen. Dazu kommt, dass der Mietpreis pro Quadratmeter steigt, je kleiner die Wohnung ist. Bei Preisen von 14 Euro in München oder bis zu 12,80 Euro in Karlsruhe, kommt da ganz schön was zusammen - vor allem, wenn man berücksichtig, dass ein Single auf durchschnittlich 40 Quadratmetern lebt.

 

Doppelte Lebenshaltungskosten für Singles

Statistisch gesehen gehen Singles öfter aus als Paare. DVD-Abende und Kuschelabende machen allein eben auch nicht so viel Spaß. Hier ließe sich sparen, doch sparte man letztlich wohl eher an der eigenen Lebensqualität. Denn wirklich schmerzhaft sind ganz andere Dinge: So müssen sämtliche Anschaffungen für einen Haushalt vom Single allein bezahlt werden. Sei es die neue Waschmaschine, die Couchgarnitur oder das Auto samt Benzin. Hier lässt sich nicht sparen. Die Steuer für ein Auto bleibt die gleiche. Ob nun eine Person damit fährt oder fünf. Und auch in den Genuss eines Partnervertrages wird ein Single bei seinem Handy-Anbieter wohl nicht kommen.

 

Wer mehr kauft, kriegt mehr

Wer größere Mengen kauft, bekommt meist einen Mengenrabatt - und das gilt nicht nur für Gastronomen und Handelstreibende. Auch im Alltag zahlt sich Masse aus: Zehn Eier sind meist billiger als sechs und ein halber Liter Milch ist im Vergleich zu einem Liter mehr als 30 Cent teurer. Ökonomisches denken erscheint da beinahe wie ein Luxus. Rentieren tut sich lediglich der Kauf loser Waren nach Kilopreis, wie etwa bei Obst oder Gemüse.

 

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Zu zweit reist man weniger allein

Ein Schnäppchen ist der Urlaub für einen Alleinreisenden eher nicht: Reiseanbieter erheben hohe Zuschläge auf ihre Zimmer - bei Anbietern von Kreuzfahrten sind 70 bis 90 Prozent pro Kabine keine Seltenheit. Und auch der Weg zum Ziel ist nicht immer ein Zuckerlecken: Auf Gruppentarife, die manchmal schon ab zwei Personen gelten, müssen Singles verzichten.

 

Die staatliche Doppelmoral gegenüber Singles

Nicht ohne Grund hört man immer wieder, dass Menschen aus "steuerlichen Gründen" heiraten. Ehegatten-Splitting und doppelte Freibeträge fallen weg. Und hier ist noch nicht einmal der Singlestatus ausschlaggebend. Gefördert wird nach wie vor die traditionelle Heirat - eine Lebensgemeinschaft wird vor dem Gesetzt nur dann anerkannt, wenn es etwas zu holen gibt: So zum Beispiel beim Arbeitslosengeld II - eine "Bedarfsgemeinschaft" bekommt weniger Geld als ein Single. Gerechtigkeit ist eben eine Frage des Geldes.

Quelle: zeit.de

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