"Das typische freenet-Singles-Mitglied gibt es nicht. Wir bieten alles: Von lässig bis konservativ."

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interview mit Sascha Green-Kaiser von Freenet Singles

Sascha Green-Kaiser

Produktmanagerin bei freenet-Singles

Veröffentlicht: 21. August 2006

Über den bevorstehenden Relaunch und die Wandlungen von der Singles Community zum Online Dating Service, die das Portal seit der Gründung 2001 durchlaufen hat, plaudert Produktmanagerin Sascha Green-Kaiser (seit 2007 Senior Product Manager bei Parship) von freenet-Singles. Und sie erklärt, warum das Lesben auf dem Portal zur Kasse gebeten werden, Hetero-Frauen aber nicht.


freenet Singles wurde 2011 in single.de umbenannt.


Die Einführung der kostenpflichtigen Plus-Mitgliedschaft - erst einmal nur für Männer - hat dazu beigetragen, die Plattform von den meisten Fakeprofilen, die zu dem Zeitpunkt hauptsächlich von Männern angelegt wurden, zu reinigen.

Frau Green-Kaiser, herzlichen Glückwunsch: freenet-Singles ist bei unserem letzten Test in die Reihe der Testsieger "Kontaktanzeigen-Portale" vorgerückt!

Ja, vielen Dank. Darüber freuen wir uns sehr. Das zeigt, dass unsere Bemühungen vom letzten Jahr, unseren Dienst sowohl technisch als auch inhaltlich zu verbessern, positiv wahrgenommen werden und wir auf dem richtigen Weg sind. Der bevorstehende Relaunch unserer Plattform Ende August 2006 wird unseren Nutzern ein qualitativ noch hochwertigeres Online Dating ermöglichen. Damit positioniert sich freenet-Singles unübersehbar in der Reihe der Top Anbieter am Markt.


freenet-Singles existiert schon seit 2001 und war lange Zeit eines der letzten großen Portale, die sich kostenlos nutzen ließen. Seit Anfang 2005 werden Männer nun zur Kasse gebeten. Warum ist freenet-Singles nicht kostenlos geblieben?

Der jetzige Online Dating Service "freenet-Singles" hat seit 2001 einige Wandlungen "durchlebt". Gestartet ist freenet-Singles als freenet-Singles Community, also wie der Name schon sagt als Community ähnlich wie die heutige freenet Community. 

Nach und nach wurde der Schwerpunkt des Angebots auf "Online Dating" umgearbeitet. Erforderlich war eine Abgrenzung zur parallel von freenet angebotenen freenet Community. Nach der Umpositionierung von freenet Singles Community in freenet-Singles folgten inhaltliches und technisches Aufrüsten, das erforderlich war, um die Profilqualität und Attraktivität in Sinne einer seriösen Online Partnerbörse zu erhöhen und dauerhaft zu gewährleisten. 

Die Einführung der kostenpflichtigen Plus-Mitgliedschaft - erst einmal nur für Männer - hat dazu beigetragen, die Plattform von den meisten Fakeprofilen, die zu dem Zeitpunkt hauptsächlich von Männern angelegt wurden, zu "reinigen". Es galt, die Nutzer zum richtigen Online Dating-Verhalten zu erziehen und die Profilqualität im Dienst zu verbessern. Das hat hervorragend geklappt und die Mitgliederzahl konnte seither ständig erhöht werden. Das Angebot wird also gut angenommen. 

Im Zuge der Qualitätssteigerung war eine Einführung der Kostenpflicht eine weitere Maßnahme, die Seriosität des Dienstes zu unterstreichen. Der boomende Markt und die Beobachtung des Wettbewerbs haben freenet überzeugt, dass auch freenet-Singles mit seinem kostenpflichtigen Zusatz-Angebot bestehen kann. Dazu sei aber noch bemerkt, dass freenet-Singles das größte Angebot an kostenlosen Features für Basic-Mitglieder gegenüber den bekannten großen Online Dating Betreibern anbietet.

Passende Testsieger im Juni 2018:

Wie hat die freenetSingle-Gemeinde damals reagiert? Um wie viel Prozent ist die "Anzahl der versendeten Flirt Mails pro 1.000 Mitglieder" seit damals zurückgegangen?

Das Forum bei freenet-Singles liefert uns immer direktes Feedback unserer Nutzer zu jedweden Änderungen im Dienst. Wir erhalten aber auch tolle kreative Vorschläge, die wir auf Umsetzbarkeit prüfen. Natürlich gab es auch kritische Stimmen, besonders zu der Entscheidung, die Plus-Mitgliedschaft nur für Männer kostenpflichtig anzubieten.

Wir konnten unsere "Heavy Nutzer" durch gezielte und offene Kommunikation von der Notwendigkeit dieser Maßnahme hinsichtlich Qualitätsoptimierung des Dienstes überzeugen. Mit Einführung der freenet-Singles Plus-Mitgliedschaft haben wir unserem Bestand und den Heavy Nutzern ein Sonderangebot unterbreitet, das sehr gut angenommen wurde. Im direkten Vergleich vom Dezember 2004 zum Januar 2005 haben wir sogar an aktiven Nutzern gewonnen. 

Es hat sich gezeigt, dass im Vergleich zu den Vormonaten einen Monat nach der Einführung nur 2000 Mails weniger verschickt wurden. Inzwischen haben wir so viele aktive Nutzer wie nie zuvor und die Gesamtzahl an registrierten Mitgliedern steigt kontinuierlich. Die Einführung der kostenpflichtigen Plus-Mitgliedschaft hat also nicht geschadet, sondern den Erfolg der Plattform erhöht.


Für Frauen ist freenet-Singles kostenlos - außer sie wollen andere Frauen kontaktieren. Mögen Sie keine lesbischen Frauen?

Um Gottes Willen - sowohl lesbische Frauen als aus schwule Männer sollen bei uns ihr Glück finden können. Für diese Maßnahme können sich die lesbischen Frauen, die bei freenet-Singles Mitglied sind, bei männlichen Nutzern bedanken, die sich, um die kostenpflichtige Plus-Mitgliedschaft zu umgehen, ein weibliches Fakeprofil mit der Suchintention Frau anlegen, um so kostenlos andere Frauen über das Nachrichtensystem zu kontaktieren und meistens zu belästigen. 

Frauen sollen sich bei uns sicher fühlen, egal, ob sie nach Männern oder Frauen suchen. Daher war das die einzig richtige Maßnahme, den Nachrichtenversand von Frauen an Frauen kostenpflichtig anzubieten. Bis heute steigt unsere Frauenquote konstant! Ein Zeichen, dass sich immer mehr Frauen, die bei uns einen Partner suchen, bei freenet-Singles gut aufgehoben fühlen.


Mit einem Einstiegspreis von 8,90 Euro für einen Premium-Monat haben Sie freenet Singles deutlich kostengünstiger gestaltet als die meisten Mitbewerber, bei der man erst mit rund 20,- Euro dabei ist. Welche Strategie steckt dahinter?

Nach genauer Betrachtung des Wettbewerbs und der entsprechenden Preis-Leistungsverhältnisse haben wir unseren Dienst einer sehr selbstkritischen Analyse unterzogen. 

Unser Positionierungsziel war von Anfang klar: Eine der Top-5-Player am Markt zu werden. Die Überarbeitung unseres Dienstes inklusive der Einführung der kostenpflichtigen Plus-Mitgliedschaft ist schrittweise erfolgt und mündet nun in dem anstehenden Relaunch. Zum Zeitpunkt der Paid-Einführung hatten wir noch einige funktionale Schwachstellen. Das haben wir bei der Preisgestaltung berücksichtigt.

Der Preis entspricht der freenet-Maxime, die Services und Dienste so günstig wie möglich anzubieten, aber in der Wahrnehmung seriös zu bleiben. Wir waren uns von Anfang an darüber einig, dass der Preis für ein Monats-Abo unter 10 Euro liegen und den Möglichkeiten der freenet-Zielgruppe angepasst sein sollte. Abgesehen davon, dass freenet-Singles einer von diversen Zusatzdiensten und nicht das Hauptgeschäftsfeld der freenet.de AG ist...


Im Jahr 2004 war freenet-Singles noch unser Lieblingsbeispiel für "Kostenlose Singlebörsen haben oft eine geringe Qualität." - insbesondere aufgrund des geringen Frauenanteils, sehr vieler Fakes und insgesamt einem leichten Wild-West-Verhalten der User, die ja auch nicht kontrolliert wurden und machen konnten, was sie wollten. Mittlerweile ist freenet-Singles in den genannten Punkten als absolut vorbildlich einzuordnen. Wie haben Sie das geschafft?

Wir haben die Plattform schrittweise "aufgeräumt": Nach der Umpositionierung von der Singles Community hin zu freenet-Singles haben wir uns erst einmal die Suchintentionen in den Profilangaben angepasst, um den Service eindeutig von der Community zu trennen. 

Des Weiteren haben wir uns um die Profilbild-"Entfakung" gekümmert und die Nutzer über die Einhaltung der "Fotoregeln" im Dienst aufgeklärt. Parallel wurden die Block- und Sperrfunktionen überarbeitet. Die Einführung der Plus-Mitgliedschaft, ersteinmal für Männer, hat uns von einigen Profilen befreit, die in einer Community besser aufgehoben sind, weil der Need zur "Online Partnersuche" einfach nicht gegeben war. 

Unser Service-Team kümmert sich zudem laufend um die Einhaltung der freenet-Singles- Standards durch die Nutzer: Jedes Profilbild und jeder Profiltextbeitrag werden bei Neuregistrierungen und dann fortlaufend geprüft! 

Die Einführung des kostenpflichtigen Nachrichtenversandes von Frauen an Frauen hat dafür gesorgt, dass die Plattform für eine weitere Klientel männliche Nutzer, mit unseriösen Anliegen uninteressant geworden ist. Beschwerden von Usern werden sehr Ernst genommen und geprüft. Nutzer, die sich bei uns danebenbenehmen, fliegen raus - egal ob Basic oder zahlendes Plus-Mitglied. Es ist auch nicht mehr möglich, dass sich Nutzer, die bei uns gesperrt wurden, einen neuen Login anlegen können, um dann unter anderem Loginnamen andere Mitglieder (weiter) zu belästigen. 

Im Zuge des anstehenden Relaunches wurde die Registrierung bereits angepasst. Hier wird im ersten Schritt die Plausibilität der angegebenen Adresse geprüft. Bevor der Nutzer nach Eingabe der Registrierungsdaten sein Profil anlegen kann, wird ihm per E-Mail ein Profilaktivierungscode an seine E-Mail Adresse gesandt. So wird nicht nur die Validität der E-Mail-Adresse geprüft, sondern sichergestellt, dass der Nutzer unter dieser Adresse auch nur ein einziges Profil bei freenet-Singles anlegen kann.


Frauen können freenet-Singles wie gesagt kostenlos nutzen. Da stehen natürlich unseriöse Drittanbieter Schlange und versuchen, mit Fake-Profilen für ihre 0900- und SMS-Dienste zu werben. Im Gegensatz zu iLove und insbesondere NEU.de, die diese Problematik nur recht mühsam in den Griff bekamen, haben unsere Männer-Testprofile bei freenet-Singles in den letzten 18 Monaten nicht eine einzige Spam-Zuschrift erhalten. Welche Mechanismen setzen Sie hier ein, um die Abzocker gleich am Eingang zu entlarven?

Das ist in der Tat ein Problem, das auch uns sehr beschäftigt. Über den Einsatz von"Bad word"-Listen und durch die ständige "manuelle" Überprüfung der Profilbilder und Profiltexte gelingt es, zumindest einen Großteil von werblich arbeitenden Anbietern, die sich über Fakeprofil-Anmeldung in den Dienst mogeln, herauszufiltern und zu sperren. 

Wir sind aber zusätzlich auf die Mithilfe unserer Nutzer angewiesen, die uns dabei unterstützen, die schwarzen Schafe ausfindig zu machen und zu entfernen. Die Nutzer nutzen selbstbewusst die Sperrfunktionen oder melden unserem Service-Team, von welchen Anbietern Sie im Dienst unerwünschter Weise angesprochen wurden. 100%ige Schutz gibt es nicht, aber es wird diesen Anbietern sehr schwer gemacht, den Massenmailversand wie bei anderen Plattformen zu betreiben. In besonderen Fällen gehen wir natürlich auch rechtlich gegen solche Spammer vor.


freenet-Singles ist Bestandteil der freenet.de AG ("Normal ist das nicht!").Wie groß ist die Bedeutung von freenet-Singles innerhalb des Gesamtunternehmens?

Im freenet-Portalgeschäft ist freenet-Singles der erfolgreichste kostenpflichtige Dienst!


Frau Green-Kaiser, wie würden Sie ein typisches freenet-Singles-Mitglied charakterisieren? Wer ist bei Ihnen richtig aufgehoben?

Unsere Kernzielgruppe liegt zwischen 24 und 40 Jahren. Bei uns treffen sich jüngere Menschen, die gern flirten und zusätzlich zum "Ausgehen" gern online Kontakte pflegen. Nutzer ab 35 haben meist schon langjährige Beziehungen hinter sich und versuchen online einen Partner für eine feste, auf Dauer angelegte Beziehung zu finden. Wahrscheinlich mangels Zeit regelmäßig auszugehen. 

Das typische freenet-Singles-Mitglied gibt es also nicht - dazu sind zu viele verschiedene Typen vertreten. Wir bieten alles: Von lässig bis konservativ.


Bei unseren Mitglieder-Analysen haben wir bei allen anderen Singlebörsen und Internet-Partnervermittlungen festgestellt, dass Singles aus den Neuen Bundesländern deutlich in der Unterzahl sind. freenet-Singles hingegen ist "im Osten" deutlich am stärksten! Wie kommt's?

Bei den übrigen Geschäftsfeldern der freenet.de AG, speziell aus dem Telefonie- und Internetzugangsgeschäft können wir den gleichen Trend beobachten. 

Da freenet-Singles den Großteil seiner Mitglieder über die interne Reichweite am Portal bzw. am Kundenstamm generiert, ist das Verhältnis zur Aufteilung so zu erklären.


Wie viel Prozent Ihrer Mitglieder finden über Werbung in anderen freenet-Bereichen zu Ihnen? Und wie viele kommen "von außerhalb"?

"Außerhalb" bedeutet für uns: Die Vermarktung der Plattform über unser Partnerprogramm. Externe Werbung schalten wir zur Zeit gar nicht. Die kostenpflichtigen Mitgliedschaften aus diesem Vertriebskanal machen ca. 10% der Gesamtverträge aus (Stand Juli 2006).
Über Suchmaschinenoptimierung und Integrationen im freenet-Portal erreichen wir den größten Anteil unserer Mitglieder. Um die 66% beträgt der Anteil der Registrierungen, die über diese Vertriebskanäle generiert werden. Und da ist noch großes Potenzial. 
freenet ist eines der reichweitenstärksten Portale in Deutschland. freenet-Singles schöpft zur Zeit ca. nur 5% dieser Reichweite ab. Es lohnt sich für uns also, verstärkt interne Vertriebsmaßnahmen auszubauen, statt in externe Werbung zu investieren.


Einen ganz ähnlichen Ansatz, nämlich primär die Werbemöglichkeiten des Hauptportals zu nutzen, wurde von Yahoo! Dating praktiziert. Yahoo!Dating wurde vor wenigen Tagen geschlossen, an der entsprechenden Stelle kooperiert Yahoo! jetzt mit Match.com. Droht freenet-Singles ein ähnliches Schicksal?

Nein, das können wir ausschließen. Unsere Mitgliederzahlen steigen kontinuierlich und das freenet-Reichweitenpotenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Bei freenet hat der Dienst freenet-Singles einen hohen Stellenwert. 

Es ist schwer zu beurteilen, welchen Stellenwert der Online Dating-Bereich für Yahoo! hat(te). Der Service von Yahoo!Dating hat uns nicht wirklich überzeugt. Die Features waren nicht wirklich ausgereift und insgesamt wirkte der Dienst nicht "gut gewartet". Daher war es vielleicht die richtige Entscheidung das Angebot gegen einen professionellen und bereits etablierten Service "auszutauschen".


Wie viele Angestellte arbeiten für freenet-Singles und was genau machen die?

Im Produktbereich arbeiten drei Mitarbeiter an der fortlaufenden Entwicklung von freenet-Singles. Zusätzlich arbeiten noch bis zu 30 Kollegen aus den diversen technischen Bereichen und natürlich die Kollegen des Kundenservices ausschließlich an freenet-Singles.


Was ist Ihr beruflicher Hintergrund - und wie sind Sie eigentlich auf die nicht unbedingt alltägliche Idee gekommen, für eine Singlebörse zu arbeiten?

Meine beruflichen Erfahrungen habe ich bisher im Entertainmentbereich, in der Musik- und Computerspielindustrie gesammelt. Vorwiegend im Bereich Produktmarketing und PR. Während eines Ausflugs in die Welt der PR-Agenturen hatte ich zuletzt einen Kunden aus dem Online Dating-Bereich betreut. Das war mit Sicherheit auch ein Grund für freenet, es vor 2 Jahren mit mir als Produktmanagerin für freenet-Singles zu versuchen.


Sind Sie selbst aktiv bei freenet Singles auf der Suche?

Ich bin Single und eigentlich eher "Realist". Aber ich gebe zu, dass ich mir interessante Profil schon mal genauer ansehe - wenn man schon an der Quelle sitzt...


Abschließend unsere Standardfrage: Wo sehen Sie freenet-Singles in fünf Jahren?

Als eine der Top-5-Player am Markt mit seriösem Angebot für erfolgreiches Flirten und dabei immer noch günstig!


Frau Green-Kaiser, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch!

Immer wieder gern ;-)

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Unsere Bewertung:

Wer hat das Interview "Freenet Singles" geführt?

Pamela Moucha arbeitet seit vielen Jahren als Singlebörsen-Testerin und ist unsere Ansprechpartnerin für die Medien.

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