Geschichte der Kontaktanzeige - Teil 7:
Bekanntschaftsanzeigen - der neue Stern am Anzeigenhimmel

Aktualisiert: 19. April 2018

Das Ende der Heiratsanzeige und die Geburt der Bekanntschaftsanzeigen beginnt mit einer neuen Lebensform: der Ehe nach Probe. War das Ziel gegen 1900 noch, nach wenigen Treffen zur Verlobung zu schreiten, so wandelte sich das Ziel gegen die 1960er Jahre zu einer Begegnungskultur: Man wollte den Partner erst eine Weile genau kennenlernen, bevor man zur Verlobung oder gar zur Ehe schritt.

Diese Seite gehört zu:
"Die Kontaktanzeige im Wandel der Zeit".

In diesem Abschnitt unseres Kontaktanzeigen-Dossiers geht es um die bewegte Geschichte und die verschiedenen Formen von Kontaktinseraten.

Die Geheimsprache der Bekanntschaftsanzeigen entsteht: Der Anzeigencode

Dabei war die neue Anzeigenform der Alten recht ähnlich: Man annoncierte in der Wochenendausgabe seiner Regionalzeitung oder in einer überregionalen Zeitung in der Rubrik "Bekanntschaften", vorzugsweise dann in der „ZEIT“. Für die Wortwahl galten ähnlich strenge Regeln wie zuvor: Erotische Wünsche wurden offiziell nicht gestattet und mussten deshalb verschlüsselt werden, was zum Kontaktanzeigen-Code führte, der viele bunte Blüten trieb.

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Im 20. Jahrhundert erlebte die Heiratsanzeige sowohl Blüten wie auch Abstürze – denn das Bürgertum war spätestens nach dem Ersten Weltkrieg (1917) nicht mehr das, was es zuvor war: man spielet sich selbst, imitierte den Adel, ohne wirklich mit ihm gleichziehen zu können und verlor vor allem durch die Inflationen nach dem ersten und Zweiten Weltkrieg erheblich an Geld.

Auch gleichgeschlechtliche Kontakte, insbesondere bei Männern, waren nicht gestattet – homosexuelle Frauen konnten aber auf die Sparte „Verschiedenes“ abwandern, wo man dann ohne Weiteres „eine geneigte Freundin für eine moderne Freundschaft“ finden konnte.

Bekanntschaftsanzeigen sind nicht nur bei homosexuellen Singles beliebt

Bekanntschaftsanzeigen wandelten sich schnell, als in vielen Städten kostenlose Wochenzeitungen aufkamen, die Anzeigen für Bekanntschaften erstens billiger und zweitens nicht ganz so restriktiv anboten.

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Wer hat dieses Dossier zum Thema "Bekanntschaftsanzeigen" gemacht?

Henning Wiechers beobachtet seit 2003 die Welt der Singlebörsen und gilt in den Medien als führender Fachmann zum Thema.

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