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Aber was soll sie
machen? Beim Clubbing am Wochenende und den unzähligen Karaoke-
und Gocon-Parties ist außer ein paar Nächten im Love Hotel
nichts herausgekommen.
Darum will sie bei der
Partnersuche nun neue Wege gehen und das Mobile- und
Online-Dating ausprobieren.
Kennlern-Portale sind
gefährlich!
Die erste Reaktion ihrer
Freundin: "Um Gottes Willen, lass die Finger davon!
Kennlern-Portale sind viel zu gefährlich."
Das Dating-Business war
im Jahre 2002 auf einem guten Wege, im internationalen Vergleich
früh den großen Durchbruch zu schaffen. Insbesondere die
Handy-Singlebörsen ("Deaikai") erfreuten sich bei den
Handy-verrückten Japanern während des Berufsverkehrs
allergrößter Beliebtheit.
Dann schritt allerdings
die Regierung ein und bescherte der Branche Anfang 2003 den
Schwarzen Freitag. Von 793 im Jahr 2002 registrierten
Entführungs- und Erpressungsdelikten im GroßraumTokio wurde
ein Großteil via Deaikai angebahnt. Mit der Japan-typischen
Vehemenz bleute die politische Führung der Bevölkerung ein,
dass das Treffen mit Online- bzw. Mobile-Bekanntschaften eine
gefährliche Sache sei. Und anders als hierzulande üblich
hielten sich die meisten potenziellen Nutzer lange Jahre artig
an diese Maxime.
Exkurs:
Wie man Japanerinnen aufreisst...
Einleitend
müssen wir zwei Dinge erwähnen: Erstens
waren wir überrascht, wie unglaublich viele
unglaublich attraktive Frauen es in Japan gibt. Und
zweitens haben wir keine einzige westliche Frau
getroffen, die auf japanische Männer stehen
würde.
Darum
beschränken wir uns hier darauf, unseren
männlichen Lesern, die sich vielleicht mal nach
Japan verirren, den einen oder anderen kleinen
Hinweis zu geben, wie man sich eine Einheimische
angeln kann:
1.
Vergessen Sie Alltagssituationen!
Ein Flirt in der U-Bahn, nach dem Weg fragen und
festquatschen, ...
Keine Chance! 99,9% aller Japanerinnen werden Sie
einfach ignorieren, da sie den Umgang mit
Ausländern nicht gewohnt sind. Wahlweise stellen
sie sich schlafend, antworten "Solli, no
English" oder gehen einfach weg. Das hat nichts
mit mangelndem Interesse zu tun, sondern mit
Unsicherheit und der Angst sich zu blamieren. Und:
Wer hat schon Lust auf dumme Anmachen???
2. Gehen
Sie zu den wenigen angesagten Spots!
In jeder größeren Stadt gibt's einige Läden, in
denen diejenigen Japanerinnen, die eine gewisse
Affinität zu West-Männern haben, sich tummeln.
Steht wahrscheinlich in Ihrem Reiseführer ;-)
3. Werten
Sie sich auf!
Mit den relevanten Japanerinnen in den relevanten
Läden kommen Sie sehr leicht in Kontakt, denn was
glauben Sie, was die Mädels da machen? Sie suchen
einen passablen Ehegatten aus dem angesagten Westen.
Diese Fantasie müssen Sie bedienen: "Ich bin
gerade nach Japan gezogen!" statt "Ich
reise übermorgen wieder ab." und "Ich
arbeite für eine große Firma!" Sie sollten
auch den Eindruck vermitteln, mehr als 3.000,- Euro
pro Monat zu verdienen, z.B. indem Sie einen
schicken Anzug tragen.
4.
"Nein" heisst noch lange nicht
"Nein"
Auf das erste "Zu mir oder zu Dir?" werden
Sie immer ein klares "Nein" hören. Immer.
Aber aus dem "Nein" wird manchmal ein
"Ja". Allerdings: Wenn's beim dritten
Treffen immer noch beim "Nein" bleibt,
sollten Sie sich verdrücken...
Sehr viel
leichter wird's übrigens, wenn Sie verblümter
argumentieren: "Bei mir um die Ecke gibt's eine
tolle Bar!"
5. Nur
Reden sind Japanerinnen nicht gewöhnt...
Wenn Sie die junge Dame erstmal Richtung Hotel o.ä.
bugsiert haben, ist der Auserwählten zu 100% klar,
was passieren wird: Sex!
Dabei müssen Sie allerdings allerlei Anweisungen
geben - Eigeninitiative dürfen Sie nicht
erwarten...
Die tollsten
Geschichten finden Sie übrigens durch
Google-Eingabe
"pick-up japanese girls"! |
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Singlebörsen in
Japan:
Mobile-Dating
Yoko will's aber trotz
alledem versuchen und nimmt sich zunächst die
Handy-Singlebörsen vor. Hier dominieren unzählige inoffizielle
Services, die meisten davon sexlastig, niveaulos und
Fake-verseucht. Für rund 3,- Euro pro Monat ist man dabei.
Die Zahl der Nutzer kann
man nicht wirklich schätzen. Diejenigen, die es wissen
könnten, nennen Werte zwischen "einer und zehn
Millionen". Die ehemaligen Riesen-Datingsites der
Mobilfunk-Betreiber selbst wurden im Zuge der Krise weitgehend
eingestellt. Man spricht auch nicht gerne darüber. Nun
beschränken sich die japanischen T-Mobile's namens NTT DoCoMo
und Softbank darauf, den Underground-Playern Webspace und
Mobilfunk-Werbefläche zur Verfügung zu stellen, um auf diesem
Wege zu verdienen.
Zu den führenen
Mobilfunk-Singlebörsen gehören:

Excite Friends |

i-pure.jp
(Liebe pur") |

i-qpit.jp
("Liebesarmor") |
Singlebörsen in
Japan:
Online-Dating
Yoko ist von den mobilen
Deaikais nicht so begeistert und schaut sich lieber im Internet
um. Dort dominieren drei Kontaktanzeigen-Portale:
Insgesamt ist das Angebot
im Vergleich zu Deutschland viel weniger differenziert: Bei den
Sexseiten führt der Weltmarkt-Platzhirsch
AdultFriendFinder.com, obwohl die japanische Sprachversion erst
2005 gelauncht wurde. Reine Internet-Partnervermittlungen mit
einem Online-Persönlichkeitstest sind unbekannt und auch in den
Nischen hat sich noch niemand breitgemacht.
Die drei Marktführer bei
den Kontaktanzeigen-Portalen sind:
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Match.com
Japan
Der
Weltmarkt-Player ist mit mehreren Millionen
Mitgliedern die Nummer 1 in Japan.
Das Preisniveau ist wie in Deutschland (ca 30 Euro
für einen Monat).
Match.com
unterhält seit 1994 ein eigenes Office in Japan,
insbesondere um MatchMobile zu entwickeln und
Kooperationen (u.a. mit MSN und AOL) zu betreuen. |
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Yahoo!
Japan "Heirat"/"Partner"
Yahoo! ist in
Japan als Suchmaschine so dominant wie Google bei
uns. Im Bereich "Kontakte" werden zwei
unterschiedliche Dienste ("Heirat" und
"Partner") zu unterschiedlichen Preisen
(15 bzw. 50 Euro pro Monat) angeboten, die Technik
ist aber identisch.
Rund 50.000
Partnersuchende sind dort registriert, wobei man
zahlen muss, um aufgenommen zu werden (außer man
ist eine Frau). |
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Excite
Wedding
Während
Yahoo! in Japan so wichtig wie bei uns Google ist,
ist Excite in Japan so wichtig wie Yahoo! bei uns.
Auf dem
eigenen Kontaktanzeigen-Portal sind rund 70.000
Mitglieder zu finden, wobei auch hier alle den
Beitrag von ca. 15 Euro pro Monat bezahlt haben. |
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Momentan sind höchstens
3 Millionen Singles im Internet auf Partnersuche. Der
Branchenumsatz wird auf 20 bis 30 Millionen Euro geschätzt (Zum
Vergleich Deutschland: 115 Millionen Euro). Viel Raum für
rasantes Wachstum!
Augenfällig bei
japanischen Kontaktanzeigen-Portalen ist die große Anzahl von
allen möglichen TÜV-Siegeln und Sicherheits-Zertifikaten auf
der Startseite, mit denen man den Singles die Angst vor den
Gefahren des Online-Datings zu nehmen versucht.
Auch sind diese Angebote
viel textlastiger und ausgeschmückter designt - darauf, und
nicht auf schlanke Effizienz, steht der japanische Konsument
eben. Und für wen sind Singlebörsen geeignet? Zitat von
Yahoo!: Für Menschen, die noch keinen Partner gefunden haben,
weil sie sich bisher voll auf ihren Beruf konzentriert haben,
weil sie in ihrem Alltag über wenig Zeit verfügen, weil sie
andere wichtige Dinge vorgezogen haben, weil sie sich voll in
den Dienst ihres Arbeitgebers gestellt haben, weil sie..."
Jetzt wissen Sie hoffentlich, was wir meinten ;-)
Singlebörsen in
Japan:
Heiratsvermittler
Da Heiratsvermittlung in
Japan eine große Tradition hat, haben sich einige große Ketten
gebildet, die in vielen Städten Filialen betreiben - ganz
ähnlich wie in Indien. Wollte Yoko sich dort vermitteln
lassen. dann müsste sie zunächst einmal in eine der
Geschäftsstellen laufen, dort zwischen 1.000,- und 5.000,- Euro
zahlen und eine ausführliche Aufnahmeprozedur durchlaufen. Je
nach Unternehmen laufen die weiteren Phasen der Vermittlung,
z.B. das Zustellen von Kontaktvorschlägen, über das Internet
ab.
Die beiden größten
Ketten:

onet.jp
("Omiai-net") |

e-kekkon.jp
("e-Heirat") |
Die Anzahl der
teilnehmenden Singles wird auf ungefähr 500.000 geschätzt. Es
handelt sich also um einen Milliarden-Markt, der anders als bei
den Singlebörsen im Internet allerdings auch mit einem
erheblichen Kostenapparat für die Offline-Infrastruktur
(Filialen, Mitarbeiter, Logistik...) verbunden ist.
Singlebörsen in
Japan:
Sonderformen
Yoko ist von der teuren
Partnervermittlung nicht besonders angetan. "So verzweifelt
bin ich vielleicht mit 35!". Bleiben ihr also noch einige
Sonderformen, z.B.:
- e-gocon.com
Auf dieser Seite werden für Singles Gocon-Abende
organisiert. Natürlich treffen sich die weiblichen und
männlichen Teilnehmer vorher separat, um - typisch
japanisch - erstmal Gruppen zu bilden...
- mixi.jp
Mixi existiert schon seit 1999 und ist die japanische
Version von MySpace. Über 10 Millionen Mitglieder, und
keineswegs nur Teens, denn Mixi vereint auch Blogger und
unser openBC/XING.
Yoko weiss immer noch
nicht, was sie machen soll. Vielleicht schaltet sie mal eine
Kontaktanzeige im Internet? Auf jeden Fall will sie für uns den
japanischen Singlebörsen-Vergleich aufziehen. Sobald sie
Hausfrau ist, denn momentan hat sie einfach keine Zeit...
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Dieser Artikel gehört zur Serie
"Singlebörsen in Japan".
Hier die zugehörigen Texte:
» Einleitung und Übersicht
» Teil 1: Die Singles in Japan
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