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singlebörse japanSinglebörsen in Japan - Teil 2:
Die Welt der Singlebörsen in Japan

31.05.2007 - Wir durchstreifen mit Ihnen aus der Sicht von Yoko, einer 30-jährigen Frau aus Tokio, die Möglichkeiten, in Japan via Internet und Mobiltelefon einen Lebenspartner zu finden.

Dabei vernachlässigen wir natürlich nicht unsere eher an Wirtschaftsdaten interessierten Leser.


Yoko (die wir übrigens wirklich getroffen haben) arbeitet seit ihrem Studium im Kundendienst von Tokyu, einem dieser japanischen Riesenkonzerne, die in unzähligen Branchen aktiv sind. Unter der Woche geht - wie bei so vielen - der Großteil ihrer Freizeit für das Pendeln zum Haus ihrer Eltern drauf, knapp drei Stunden täglich. Aber die Mieten in Tokio will sie sich schlicht nicht leisten, denn dann bliebe weniger Bares für ihr Lieblingshobby: Shopping. Louis Vuitton verkauft in Japan jährlich rund vier Millionen Handtaschen, da darf natürlich auch Yoko nicht fehlen...
 
Online-Dating in Japan

Dieser Artikel gehört zur Serie "Singlebörsen in Japan".

Hier die weiteren Artikel:


Das erste, was Yoko zumThema "Männer" einfällt, ist ihre erfolglose Suche: Ihre Eltern und Kolleginnen beginnen sich Sorgen zu machen, und auch sie hat eigentlich überhaupt keine Lust mehr, die "Office Lady" zu geben. Hausfrau und Mutter sind ihr Ideal.


Aber was soll sie machen? Beim Clubbing am Wochenende und den unzähligen Karaoke- und Gocon-Parties ist außer ein paar Nächten im Love Hotel nichts herausgekommen.

Darum will sie bei der Partnersuche nun neue Wege gehen und das Mobile- und Online-Dating ausprobieren.

Kennlern-Portale sind gefährlich!

Die erste Reaktion ihrer Freundin: "Um Gottes Willen, lass die Finger davon! Kennlern-Portale sind viel zu gefährlich."

Das Dating-Business war im Jahre 2002 auf einem guten Wege, im internationalen Vergleich früh den großen Durchbruch zu schaffen. Insbesondere die Handy-Singlebörsen ("Deaikai") erfreuten sich bei den Handy-verrückten Japanern während des Berufsverkehrs allergrößter Beliebtheit.

Dann schritt allerdings die Regierung ein und bescherte der Branche Anfang 2003 den Schwarzen Freitag. Von 793 im Jahr 2002 registrierten Entführungs- und Erpressungsdelikten im GroßraumTokio wurde ein Großteil via Deaikai angebahnt. Mit der Japan-typischen Vehemenz bleute die politische Führung der Bevölkerung ein, dass das Treffen mit Online- bzw. Mobile-Bekanntschaften eine gefährliche Sache sei. Und anders als hierzulande üblich hielten sich die meisten potenziellen Nutzer lange Jahre artig an diese Maxime.

Exkurs:
Wie man Japanerinnen aufreisst...

Einleitend müssen wir zwei Dinge erwähnen: Erstens waren wir überrascht, wie unglaublich viele unglaublich attraktive Frauen es in Japan gibt. Und zweitens haben wir keine einzige westliche Frau getroffen, die auf japanische Männer stehen würde. 

Darum beschränken wir uns hier darauf, unseren männlichen Lesern, die sich vielleicht mal nach Japan verirren, den einen oder anderen kleinen Hinweis zu geben, wie man sich eine Einheimische angeln kann:

1. Vergessen Sie Alltagssituationen!
Ein Flirt in der U-Bahn, nach dem Weg fragen und festquatschen, ...
Keine Chance! 99,9% aller Japanerinnen werden Sie einfach ignorieren, da sie den Umgang mit Ausländern nicht gewohnt sind. Wahlweise stellen sie sich schlafend, antworten "Solli, no English" oder gehen einfach weg. Das hat nichts mit mangelndem Interesse zu tun, sondern mit Unsicherheit und der Angst sich zu blamieren. Und: Wer hat schon Lust auf dumme Anmachen???

2. Gehen Sie zu den wenigen angesagten Spots!
In jeder größeren Stadt gibt's einige Läden, in denen diejenigen Japanerinnen, die eine gewisse Affinität zu West-Männern haben, sich tummeln. Steht wahrscheinlich in Ihrem Reiseführer ;-)

3. Werten Sie sich auf!
Mit den relevanten Japanerinnen in den relevanten Läden kommen Sie sehr leicht in Kontakt, denn was glauben Sie, was die Mädels da machen? Sie suchen einen passablen Ehegatten aus dem angesagten Westen. Diese Fantasie müssen Sie bedienen: "Ich bin gerade nach Japan gezogen!" statt "Ich reise übermorgen wieder ab." und "Ich arbeite für eine große Firma!" Sie sollten auch den Eindruck vermitteln, mehr als 3.000,- Euro pro Monat zu verdienen, z.B. indem Sie einen schicken Anzug tragen.

4. "Nein" heisst noch lange nicht "Nein"
Auf das erste "Zu mir oder zu Dir?" werden Sie immer ein klares "Nein" hören. Immer. Aber aus dem "Nein" wird manchmal ein "Ja". Allerdings: Wenn's beim dritten Treffen immer noch beim "Nein" bleibt, sollten Sie sich verdrücken... 
Sehr viel leichter wird's übrigens, wenn Sie verblümter argumentieren: "Bei mir um die Ecke gibt's eine tolle Bar!"

5. Nur Reden sind Japanerinnen nicht gewöhnt...
Wenn Sie die junge Dame erstmal Richtung Hotel o.ä. bugsiert haben, ist der Auserwählten zu 100% klar, was passieren wird: Sex!
Dabei müssen Sie allerdings allerlei Anweisungen geben - Eigeninitiative dürfen Sie nicht erwarten...

Die tollsten Geschichten finden Sie übrigens durch Google-Eingabe
"pick-up japanese girls"!

Singlebörsen in Japan:
Mobile-Dating

Yoko will's aber trotz alledem versuchen und nimmt sich zunächst die Handy-Singlebörsen vor. Hier dominieren unzählige inoffizielle Services, die meisten davon sexlastig, niveaulos und Fake-verseucht. Für rund 3,- Euro pro Monat ist man dabei.

Die Zahl der Nutzer kann man nicht wirklich schätzen. Diejenigen, die es wissen könnten, nennen Werte zwischen "einer und zehn Millionen". Die ehemaligen Riesen-Datingsites der Mobilfunk-Betreiber selbst wurden im Zuge der Krise weitgehend eingestellt. Man spricht auch nicht gerne darüber. Nun beschränken sich die japanischen T-Mobile's namens NTT DoCoMo und Softbank darauf, den Underground-Playern Webspace und Mobilfunk-Werbefläche zur Verfügung zu stellen, um auf diesem Wege zu verdienen.

Zu den führenen Mobilfunk-Singlebörsen gehören:


Excite Friends

i-pure.jp
(Liebe pur")

i-qpit.jp
("Liebesarmor")

Singlebörsen in Japan:
Online-Dating

Yoko ist von den mobilen Deaikais nicht so begeistert und schaut sich lieber im Internet um. Dort dominieren drei Kontaktanzeigen-Portale:

Insgesamt ist das Angebot im Vergleich zu Deutschland viel weniger differenziert: Bei den Sexseiten führt der Weltmarkt-Platzhirsch AdultFriendFinder.com, obwohl die japanische Sprachversion erst 2005 gelauncht wurde. Reine Internet-Partnervermittlungen mit einem Online-Persönlichkeitstest sind unbekannt und auch in den Nischen hat sich noch niemand breitgemacht.

Die drei Marktführer bei den Kontaktanzeigen-Portalen sind:

Match.com Japan

Der Weltmarkt-Player ist mit mehreren Millionen Mitgliedern die Nummer 1 in Japan.
Das Preisniveau ist wie in Deutschland (ca 30 Euro für einen Monat).

Match.com unterhält seit 1994 ein eigenes Office in Japan, insbesondere um MatchMobile zu entwickeln und Kooperationen (u.a. mit MSN und AOL) zu betreuen.

Yahoo! Japan "Heirat"/"Partner"

Yahoo! ist in Japan als Suchmaschine so dominant wie Google bei uns. Im Bereich "Kontakte" werden zwei unterschiedliche Dienste ("Heirat" und "Partner") zu unterschiedlichen Preisen (15 bzw. 50 Euro pro Monat) angeboten, die Technik ist aber identisch.

Rund 50.000 Partnersuchende sind dort registriert, wobei man zahlen muss, um aufgenommen zu werden (außer man ist eine Frau).

Excite Wedding

Während Yahoo! in Japan so wichtig wie bei uns Google ist, ist Excite in Japan so wichtig wie Yahoo! bei uns.

Auf dem eigenen Kontaktanzeigen-Portal sind rund 70.000 Mitglieder zu finden, wobei auch hier alle den Beitrag von ca. 15 Euro pro Monat bezahlt haben.

Momentan sind höchstens 3 Millionen Singles im Internet auf Partnersuche. Der Branchenumsatz wird auf 20 bis 30 Millionen Euro geschätzt (Zum Vergleich Deutschland: 115 Millionen Euro). Viel Raum für rasantes Wachstum!

Augenfällig bei japanischen Kontaktanzeigen-Portalen ist die große Anzahl von allen möglichen TÜV-Siegeln und Sicherheits-Zertifikaten auf der Startseite, mit denen man den Singles die Angst vor den Gefahren des Online-Datings zu nehmen versucht.

Auch sind diese Angebote viel textlastiger und ausgeschmückter designt - darauf, und nicht auf schlanke Effizienz, steht der japanische Konsument eben. Und für wen sind Singlebörsen geeignet? Zitat von Yahoo!: Für Menschen, die noch keinen Partner gefunden haben, weil sie sich bisher voll auf ihren Beruf konzentriert haben, weil sie in ihrem Alltag über wenig Zeit verfügen, weil sie andere wichtige Dinge vorgezogen haben, weil sie sich voll in den Dienst ihres Arbeitgebers gestellt haben, weil sie..." Jetzt wissen Sie hoffentlich, was wir meinten ;-)

Singlebörsen in Japan:
Heiratsvermittler

Da Heiratsvermittlung in Japan eine große Tradition hat, haben sich einige große Ketten gebildet, die in vielen Städten Filialen betreiben - ganz ähnlich wie in Indien. Wollte Yoko sich dort vermitteln lassen. dann müsste sie zunächst einmal in eine der Geschäftsstellen laufen, dort zwischen 1.000,- und 5.000,- Euro zahlen und eine ausführliche Aufnahmeprozedur durchlaufen. Je nach Unternehmen laufen die weiteren Phasen der Vermittlung, z.B. das Zustellen von Kontaktvorschlägen, über das Internet ab.

Die beiden größten Ketten:


onet.jp
("Omiai-net")

e-kekkon.jp
("e-Heirat")

Die Anzahl der teilnehmenden Singles wird auf ungefähr 500.000 geschätzt. Es handelt sich also um einen Milliarden-Markt, der anders als bei den Singlebörsen im Internet allerdings auch mit einem erheblichen Kostenapparat für die Offline-Infrastruktur (Filialen, Mitarbeiter, Logistik...) verbunden ist.

Singlebörsen in Japan:
Sonderformen

Yoko ist von der teuren Partnervermittlung nicht besonders angetan. "So verzweifelt bin ich vielleicht mit 35!". Bleiben ihr also noch einige Sonderformen, z.B.:

  • e-gocon.com
    Auf dieser Seite werden für Singles Gocon-Abende organisiert. Natürlich treffen sich die weiblichen und männlichen Teilnehmer vorher separat, um - typisch japanisch - erstmal Gruppen zu bilden...
  • mixi.jp
    Mixi existiert schon seit 1999 und ist die japanische Version von MySpace. Über 10 Millionen Mitglieder, und keineswegs nur Teens, denn Mixi vereint auch Blogger und unser openBC/XING.

Yoko weiss immer noch nicht, was sie machen soll. Vielleicht schaltet sie mal eine Kontaktanzeige im Internet? Auf jeden Fall will sie für uns den japanischen Singlebörsen-Vergleich aufziehen. Sobald sie Hausfrau ist, denn momentan hat sie einfach keine Zeit...

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Dieser Artikel gehört zur Serie "Singlebörsen in Japan".
Hier die zugehörigen Texte:

» Einleitung und Übersicht
» Teil 1: Die Singles in Japan


» Übersichtsseite

Dieser Artikel gehört in unsere Serie:
Was geht ab in den Singlebörsen dieser Welt?

Erfahrungsberichte, Reportagen und Facts zum Online-Dating aus diversen Ländern unseres Planeten

Internationale Reportagen und Erlebnisberichte:


» Übersichtsseite

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Afrika:
»Südafrika

Asien/Austr.:

»Australien
»Indien
»Japan
Gute Singlebörsen für die internationale Partnersuche:


Europas führendes
Kontaktanzeigen-Portal, 
stark auch in Südamerika.


» Zu meetic.de


Größtes Sexkontakt-Portal
der Welt, über 30 Millionen 
Mitglieder

» Zu AdultFriendFinder


Außerhalb Europas das bedeutendstes Portal
für die Partnersuche, 
in über 200 Ländern vertreten.


» Zu Match.com

AFF-Index:


Unser AFF-Index gibt Ihnen eine grobe Vorstellung davon, auf welchem Singlebörsen- Entwicklungsstand sich die Länder dieser Welt befinden.

» Zum AFF-Index

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