Fakes
sind ein echtes Problem: Rund 50% der Nutzer empfinden den Kritikpunkt
"zu viele Fakes" generell als zutreffend, während sich weniger
als 30% nicht durch
Fakes gestört fühlen (vgl. Kapitel 8.3).
Jede von uns vorgegebenen
Fake-Gattung wurde immerhin von mindestens 25% der befragten Online-Dating-Nutzer
wahrgenommen:
(Mehrfachnennungen möglich)
Diesen Fake-Gattungen liegt eine
sehr weit gefasste Definition des Begriffs "Fake" zu Grunde: Die
Realität hält nicht den Erwartungen stand, die die Online-Beschreibung
eines Mitgliedes erzeugt:
- Die am häufigsten
wahrgenommenen Fake-Gattungen sind darauf zurückzuführen, dass die
Nutzer von Online-Dating-Angeboten sich untereinander
"beschummeln": Optische Übertreibungen sowie Vorspiegelung
falscher Tatsachen und Absichten.
- Kommerzielle Fakes (v.a. Werbung
für SMS- und Telefondienste sowie für andere Dating-Portale), bei
denen Online-Beschreibungen frei erfunden werden, spielen eine nicht
ganz so große Rolle.
Die geschlechtsspezifische
Wahrnehmung von Fakes weist gravierende Unterschiede zwischen weiblichen
und männlichen Nutzern auf:

(Mehrfachnennungen möglich)
Weibliche Nutzer fühlen sich in
erster Linie von Männern gestört und an der Nase herum geführt, die
nicht mit offenen Karten spielen. Dieser Online-Dating-Mangel ist
weitgehend systeminhärent - d.h. ohne Änderungen an der grundsätzlichen
Funktionsweise von Online-Dating-Angeboten wird er sich nicht beheben
lassen - ganz abgesehen davon, dass es sich dabei vermutlich um ein
allgemeines gesellschaftliches Phänomen handelt, das ins Online-Dating
hineingetragen wird.
Männliche Nutzer hingegen sind
primär von kommerziellen Fakes betroffen, die von unseriösen
Dienst-Anbietern ins Leben gerufen werden. Seriöse Online-Dating-Anbieter
sollten sich in viel höherem Maße als bisher darauf konzentrieren, ihre
Mitglieder-Datenbank von Werbe-Fakes Dritter zu befreien.
Diese Tendenzen wurden auch bei den
Angaben unter "Sonstiges" bestätigt:
Frauen wiesen dort
explizit hin auf "Männer, die es nicht ernst meinen",
"Männer, die gar kein Single sind" und "Männer, die dann
doch nur das Eine wollen" , während Männer teilweise Geschichten
erzählten wie "Habe einer Russin Geld für die Reise gesendet - sie
ist nie gekommen..." oder "Habe über 300 Euro für
0190-'Singles' verschwendet..."
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