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Studie: "Der Online-Dating-Nutzer"
Deutschland 2005
7 Wahrnehmung von Fakes
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Fakes sind ein echtes Problem: Rund 50% der Nutzer empfinden den Kritikpunkt
"zu viele Fakes" generell als zutreffend, während sich weniger als 30% nicht durch
Fakes gestört fühlen (vgl. Kapitel 8.3).

Jede von uns vorgegebenen Fake-Gattung wurde immerhin von mindestens 25% der befragten Online-Dating-Nutzer wahrgenommen:


(Mehrfachnennungen möglich)

Diesen Fake-Gattungen liegt eine sehr weit gefasste Definition des Begriffs "Fake" zu Grunde: Die Realität hält nicht den Erwartungen stand, die die Online-Beschreibung eines Mitgliedes erzeugt:

  • Die am häufigsten wahrgenommenen Fake-Gattungen sind darauf zurückzuführen, dass die Nutzer von Online-Dating-Angeboten sich untereinander "beschummeln": Optische Übertreibungen sowie Vorspiegelung falscher Tatsachen und Absichten.
  • Kommerzielle Fakes (v.a. Werbung für SMS- und Telefondienste sowie für andere Dating-Portale), bei denen Online-Beschreibungen frei erfunden werden, spielen eine nicht ganz so große Rolle.

Die geschlechtsspezifische Wahrnehmung von Fakes weist gravierende Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Nutzern auf:


(Mehrfachnennungen möglich)

Weibliche Nutzer fühlen sich in erster Linie von Männern gestört und an der Nase herum geführt, die nicht mit offenen Karten spielen. Dieser Online-Dating-Mangel ist weitgehend systeminhärent - d.h. ohne Änderungen an der grundsätzlichen Funktionsweise von Online-Dating-Angeboten wird er sich nicht beheben lassen - ganz abgesehen davon, dass es sich dabei vermutlich um ein allgemeines gesellschaftliches Phänomen handelt, das ins Online-Dating hineingetragen wird.

Männliche Nutzer hingegen sind primär von kommerziellen Fakes betroffen, die von unseriösen Dienst-Anbietern ins Leben gerufen werden. Seriöse Online-Dating-Anbieter sollten sich in viel höherem Maße als bisher darauf konzentrieren, ihre Mitglieder-Datenbank von Werbe-Fakes Dritter zu befreien.

Diese Tendenzen wurden auch bei den Angaben unter "Sonstiges" bestätigt:
Frauen wiesen dort explizit hin auf "Männer, die es nicht ernst meinen", "Männer, die gar kein Single sind" und "Männer, die dann doch nur das Eine wollen" , während Männer teilweise Geschichten erzählten wie "Habe einer Russin Geld für die Reise gesendet - sie ist nie gekommen..." oder "Habe über 300 Euro für 0190-'Singles' verschwendet..."

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