In welchem Maße werden eigentlich
andere aus professioneller Hand angebotene Möglichkeiten des Verkuppelns
genutzt? Wir haben hier einen ersten Eindruck für Sie,
der allerdings nur begrenzt repräsentativ ist, da die Basis unserer
Studien-Teilnehmer nicht "Deutsche" sondern
"Online-Dating-Nutzer" sind.
Auch wissen wir wenig über den
zeitlichen Bezug: Wurde die klassische Kontaktanzeige von den Singles vor
der Entdeckung des Online-Dating eingesetzt oder parallel zum
Online-Dating oder gar erst danach?
Nichtsdestotrotz liefert die
folgende Abbildung interessante Informationen über die relative Bedeutung
alternativer Kennlern-Angebote:

(Mehrfachnennungen möglich)
Hier lassen sich folgende Schlüsse
ziehen:
- Fast ein Drittel der
Online-Dating-Nutzer hat schon mal eine klassische Kontaktanzeige
ausprobiert - und jeder fünfte war schon auf einer
"Fisch-sucht-Fahrrad"-Party.
- Die klassische
Partnervermittlung nimmt eine eher unbedeutende Stellung ein - was die
Zahl der Teilnehmer angeht. Wir können aber eine vorsichtige
Umsatzschätzung für diese völlig undurchsichtige Branche wagen:
- 6,4 Millionen deutsche Online-Dating-Nutzer (Quelle: Online-Dating-Report
2005)
- 7,5% haben schon klassische Partnervermittlungen eingesetzt
- Durchschnittspreis konservativ geschätzt: 1.000 Euro
Das bedeutet: In den letzten - sagen wir - 20 Jahren haben die
klassischen Partnervermittlungen alleine mit denjenigen, die heute
Online-Dating nutzen,
rund 500 Millionen Euro Umsatz erzielt. Insgesamt wird der Umsatz
dieser Branche zwischen 3 und 10 Mal so hoch sein. Zum Vergleich: Mit
Online-Dating wurden in Deutschland seit dem Jahr 2002 weniger als 150
Millionen Euro Umsatz erzielt - alles vorher lässt sich
vernachlässigen.
- Uns überraschte das schlechte
Abschneiden der SMS- und Telefon-Dating-Dienste, denn diese werden
eigentlich am penetrantesten beworben.
- Speed-Dating und Single-Dinner
schaffen es ob ihrer guten Visualisierbarkeit zwar häufig in
TV-Beiträge, haben im Gesamtzusammenhang aber nur eine untergeordnete
Bedeutung.
Insgesamt zeigt sich, dass
Online-Dating für die meisten Nutzer die erste Art von Kennlern-Dienst
ist, die in Anspruch genommen wird.
Die folgende Abbildung geht auf geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Nutzung alternativer
Kennlern-Angeote ein:

(Mehrfachnennungen möglich)
Abgesehen von der klassischen
Kontaktanzeige (23% mehr weibliche als männliche Nutzer) werden
alternative Kennlern-Angebote deutlich häufiger von Männern als von
Frauen genutzt. Das gilt insbesondere für das SMS-Dating und die
klassische Partnervermittlung.
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