Singlebörsen-News vom 28. Oktober 2008:
Seitensprung: Junge und Alte tuns immer öfter
Laut einer Langzeitstudie praktizieren zehn Prozent aller
Amerikanerinnen und Amerikaner Ehebruch – darunter immer
mehr Jungverheirate und ältere Menschen
Bei Studien zum Sozialverhalten entscheidet oft auch
die Art der Fragestellung über das Resultat. Noch im
vergangenen Sommer beispielsweise verkündeten
Wissenschaftler von der University of Colorado im Fachblatt
«The Journal of Family Psychologie», dass von 4884 Frauen
im Jahr zuvor nur ein Prozent Ehebruch begangen hatte –
allerdings auf der Basis von persönlichen Interviews. Ein
unpersönlicher Computerfragebogen, bei dem die Peinlichkeit
des Geständnisses keine Rolle spielte, ergab bei denselben
Frauen dagegen eine Quote von sechs Prozent.
Deutliche Veränderung innerhalb von 15 Jahren
Nun scheinen jüngere Studien laut einem Bericht der
Zeitung «New York Times» einen realistischen Eindruck zur
Ehetreue in den USA zu liefern – mit Hilfe einer
Langzeitstudie namens «National Social Survey», in der
eine repräsentative Auswahl von Amerikanerinnen und
Amerikaner schon seit 1972 erfasst werden. Neue Analysen von
Daten zwischen 1991 und 2006 zeigen laut einer Studie von
Sozialkundlern der University of Washington, die im Detail
erst im November publiziert werden soll, drastische
Veränderungen.
Die «Seitensprung-Rate» liegt demnach zwar stabil bei
10 Prozent – doch die Verteilung in der Bevölkerung
veränderte sich stark: Bei Männern über 60 Jahren stieg
die Quote bis 2006 auf 28 Prozent, nachdem sie fünf Jahre
zuvor noch 21 Prozent betragen hatte. Bei den Frauen in
diesem Alter ist der Anstieg sogar noch stärker: von fünf
auf 15 Prozent. Auch die Jungverheirateten nehmen es laut
dem Zeitungsbericht mit der Treue weniger genau als früher:
Rund 20 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen unter
35 bekennen demnach, ihren Partner schon einmal betrogen zu
haben – ein Zuwachs von immerhin 5 beziehungsweise 3
Prozent.
Viagra und Online-Pornos als Ursachen?
Wodurch diese Veränderungen zustande kamen, ist den
Wissenschaftlern derzeit noch nicht ganz klar. Und so
kursieren derzeit zahlreiche Theorien – darunter auch die
Vermutung, dass bei Männern Viagra und ähnliche
Medikamente und bei Frauen Östrogen-Präparate und andere
Mittel das Sexualleben intensiviert haben. Auch bessere
künstliche Hüftgelenke, so vermuten manche
Wissenschaftler, könnten dazu beigetragen haben. Bei den
jüngeren Menschen hingegen vermuten Sozialforscher den
Porno-Boom im Internet als Ursache: Eine veränderte
Vorstellung von dem, was «normal» ist, war in Studien
bereits festgestellt worden – und mehr Seitensprünge
wären demnach die logische Konsequenz.
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