| Hamburg, 27.01.2005.
Nicht 14 Millionen, sondern 11,2 Millionen Singles leben in
Deutschland. Das zeigt jetzt die PARSHIP.de Single-Studie 2005.
Die Studie, für die das Marktforschungsinstitut Innofact AG
mehr als 2.500 Personen in der relevanten Altersgruppe von 18
bis 69 Jahren zu insgesamt rund 100 Aspekten befragt hat,
widerlegt viele gängige Klischees: Singles sind nicht
grundsätzlich frustriert. Sie sind sogar optimistischer als in
Partnerschaft Lebende. Singles sind keine verantwortungslosen
Egozentriker. Zwei Drittel sind sogar mit den finanziellen
Lasten für Singles zugunsten von Familien einverstanden. Sie
sind nicht oberflächlich, sondern sehnen sich nach
Verbindlichkeit und langfristiger Partnerschaft.
Anders als die bisherige
Statistik, die die Zahl der Singles von der Zahl der
Ein-Personen-Haushalte ableitete, definiert die PARSHIP.de
Single-Studie den „Single“ anhand der Frage „Besteht eine
Partnerschaft oder nicht?“. Erstmals sind somit auch eine
Einteilung von Singles in Altersgruppen und die genaue
Betrachtung ihres Lebensgefühls möglich.
Die deutschen Singles:
Alter, Geschlecht und Wohnort
Die größte
Single-Gruppe stellen mit 3,6 Millionen die 18- bis
30-Jährigen. Nur 69 Prozent der Personen in dieser Altersgruppe
leben in einer festen Partnerschaft. Mit zunehmendem Alter sinkt
dann der Anteil der Singles: So gibt es gut 2,7 Millionen
Singles zwischen 31 und 40 Jahren (Singleanteil in dieser
Altersgruppe: 20 Prozent). Am geringsten ist der Anteil von
Singles in den Altersgruppen der 41- bis 50- und 51- bis
60-Jährigen mit 14 bzw. 16 Prozent. Bei den Über-60-Jährigen
steigt der Singleanteil dann wiederum auf knapp 20 Prozent.
Es gibt insgesamt etwa
gleich viele Singlemänner wie Singlefrauen. Bei den jüngeren
Singles ist ein leichter Männerüberschuss zu verzeichnen, bei
den über 50-jährigen Singles ist der Frauenanteil
überdurchschnittlich hoch.
Singles sind
Stadtmenschen, darauf ließen schon die Schätzungen anhand der
Ein-Personen-Haushalte schließen. Dennoch ist der Anteil der
Singles in Großstädten mit über 500.000 Einwohnern
überraschend hoch: Hier machen Singles mit 34 Prozent ein gutes
Drittel der Bevölkerung aus. In ländlicheren Gebieten liegt
der Singleanteil zum Teil unter 14 Prozent.
Wie sind sie – die
Singles?
Die meisten Singles
bleiben länger als ein Jahr allein. Nur etwa 11 Prozent finden
innerhalb von drei Monaten nach dem Ende einer Beziehung einen
neuen Partner.
Singles sind
selbstbewusst. Eher als in Partnerschaft Lebende beschreiben sie
sich als charmant, attraktiv und schlank. Mit ihrer momentanen
Situation sind die Singles aber eher unzufrieden: 69 Prozent der
in Partnerschaft Lebenden geben an, „sehr zufrieden oder
zufrieden“ zu sein – im Vergleich dazu nur 54 Prozent der
Singles. Interessant: Männer, die in einer Partnerschaft leben,
sind wesentlich unzufriedener als (ihre) Frauen.
Als störend an ihrem
Singledasein empfinden die meisten Singles vor allem die
Einsamkeit und den fehlenden Austausch mit einem Partner. Nur
ganz wenigen fehlt der Sex.
Freizeit: Singles
verbringen viel Zeit allein und meiden Paare
In Bezug auf ihre
Freizeitaktivitäten unterscheiden sich Singles kaum von in
Partnerschaft Lebenden. Weder gehen sie mehr aus, „um unter
Menschen zu kommen“, noch sind sie weniger aktiv, weil
vielleicht die passende Begleitung fehlt. Generell verbringen
Singles viel Zeit allein, schauen etwas weniger TV als Personen,
die in Partnerschaft leben, lesen weniger Zeitung und hören
weniger Radio. Sie lesen mehr Zeitschriften und Bücher, treiben
etwas mehr Sport und sind tendenziell eher an kulturellen Dingen
interessiert.
Viele Singles, vor allem
die 41- bis 50-Jährigen, genießen die Freiheit, tun und lassen
zu können, was sie wollen. Gefragt nach den positiven Aspekten
des Singledaseins ist dies die einzige häufiger genannte
Antwort.
Nur ungern verbringen
Singles Zeit mit Paaren. Über 50 Prozent stört es, dass sie
sich bei solchen Gelegenheiten wie „das 5. Rad am Wagen“
fühlen. Knapp 20 Prozent der Singles sind von guten
Ratschlägen und Kuppelversuchen befreundeter Paare genervt. 13
Prozent gestehen, dass sie eifersüchtig auf das Glück von
Paaren sind.
Kaum “Sex-and-the-City-Singles”:
Nur acht Prozent möchten eine Affäre
Nur etwa 14 Prozent der
befragten Singles bezeichnen sich als „überzeugte Singles“
– die große Mehrheit ist unfreiwillig Single. 46 Prozent
wünschen sich ausdrücklich eine feste Partnerschaft. Nur acht
Prozent aller Singles hoffen auf eine unverbindliche Affäre.
Überraschend ist, dass gerade die jüngeren Singles eine
langfristige Partnerschaft suchen: 40 Prozent der Altersgruppe
der 18- bis 30-Jährigen äußern diesen Wunsch explizit.
Allerdings haben erstaunlich viele junge Singles bereits
Zweifel, ob sie jemals den richtigen Partner finden. Singles
sind aber keineswegs gefrustete Pessimisten: 53 Prozent sehen
die Zukunft insgesamt „sehr positiv“ oder „positiv“. Nur
45 Prozent der in Partnerschaft Lebenden sind ähnlich
optimistisch.
Singlemännern ist vor
allem politische Informiertheit wichtig. Bei den Singlefrauen
fällt dieser Wert etwas geringer aus. Sie geben dafür etwas
häufiger an, gerne shoppen zu gehen und Wert auf Mode, Styling
und Accessoires zu legen. Dennoch entsprechen auch die
Singlefrauen nicht wirklich dem Bild des „Sex-and-the-City-Singles“.
So sind Singles insgesamt tendenziell sparsam und in
finanziellen Dingen weniger risikofreudig als vielfach
angenommen.
Ziele der PARSHIP.de
Single-Studie 2005
„Es war überfällig,
dass die Singles als Bevölkerungsgruppe genauer untersucht
werden“, meint Dr. Arndt Roller, Geschäftsführer der PARSHIP
GmbH. „Wir verstehen Singles noch besser und können unser
Angebot für sie optimieren. Die Studie hilft Singles, ihre
eigene Situation besser zu beurteilen und leichter zu
verändern. Der Politik liefert sie Anhaltspunkte dafür, wie
Singles der Weg in die Partnerschaft und Familie erleichtert
werden kann.“ Die PARSHIP.de Single-Studie soll künftig
jährlich mit unterschiedlichen Schwerpunkten erhoben werden.
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