| Göttingen,
13.01.2005. In einer im Projekt Theratalk am Institut für
Psychologie der Universität Göttingen (www.theratalk.de)
durchgeführten Studie wurde untersucht, wie häufig sexuelle
Unzufriedenheit in der Partnerschaft als Grund für einen
Seitensprung eine Rolle spielt. Befragt wurden 219 Männer und
Frauen, die selbst untreu waren.
Das Ergebnis:
- 76 Prozent der Männer
und
- 84 Prozent der Frauen
gaben an, dass sexuelle
Defizite in der eigenen Partnerschaft bei ihrem Seitensprung die
Hauptrolle spielten. Sexuelle Unzufriedenheit war damit der
häufigste Grund für den Seitensprung.
Negative Folgen eines
Seitensprungs
Ein Seitensprung spielt
in etwa jeder zweiten Paartherapie eine Rolle, die im Projekt
Theratalk durchgeführt wird. Eine Paartherapie nach einem
Seitensprung ist in der Regel schwieriger und dauert länger als
eine Paartherapie, bei der die Partner sich treu waren. Denn ein
Seitensprung zählt zu den schlimmsten Ereignissen, die eine
Partnerschaft treffen können.
Auch wenn der
Seitensprung nicht herausgekommen ist, kann die Partnerschaft
stark leiden. Der untreue Partner kann die vielfältigen
möglichen Folgen eines Seitensprungs im Voraus kaum absehen.
Häufig gestaltet sich beispielsweise das Vertuschen des
Seitensprungs schwieriger als erwartet und fordert Opfer. Oder
das schlechte Gewissen lässt sich nicht so leicht beruhigen und
behindert das Gefühl für den Partner. Nicht selten verliebt
sich der Untreue auch ungewollt oder beginnt an einer
Partnerschaft zu zweifeln, die vor dem Seitensprung intakt war.
Neuer
Partnerschaftstest für Untreue nach einem Seitensprung
Um die negativen Folgen
eines Seitensprungs für Betrogene im individuellen Fall
abschätzen zu können, steht auf der Theratalk Website bereits
seit längerem ein Partnerschaftstest für Betrogene online zur
Verfügung. Eine neue Entwicklung ist ein Partnerschaftstest
für Untreue, mit dem nun auch untreue Partner nach einem
Seitensprung feststellen können, in welchem Ausmaß
charakteristische Probleme bei ihnen vorhanden sind und wie sie
sich im Laufe der Zeit verändern.
Drastische Abnahme der
sexuellen Zufriedenheit im Laufe der Partnerschaft
Im Hinblick auf die
große Belastung, die ein Seitensprung für eine Beziehung in
der Regel darstellt, wäre es deutlich besser, die Bereitschaft
zu einem Seitensprung von vornherein möglichst niedrig zu
halten. Eine Verbesserung der Sexualität ist nach den
vorliegenden Daten und nach therapeutischen Erfahrungen einer
der wichtigsten Ansatzpunkte hierfür.
Zur Entwicklung der
sexuellen Zufriedenheit im Verlauf der Partnerschaft wurde im
Projekt Theratalk eine groß angelegte Studie durchgeführt, an
der 8204 Männer und Frauen teilnahmen. Das Ergebnis ist
erschreckend: Im Mittel nimmt die sexuelle Zufriedenheit in den
ersten 10 Jahren der Partnerschaft kontinuierlich ab, und erholt
sich dann nie wieder. So ist es nicht verwunderlich, wenn bei
vielen Partnern eine Bereitschaft zu einem Seitensprung
vorhanden ist.
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