Herr Köhler, eben noch
haben Sie MEETIC.com in Deutschland bekannt gemacht, jetzt stürzen
Sie sich schon auf Ihr neues Projekt: stadthunde.com. Worum geht's?
Mit Stadthunde.com realisiere ich gemeinsam mit meinem Partner Florian
Hellberg eine Idee, die schon lange in mir gewachsen ist, aber
aufgrund beruflicher Verpflichtungen bisher nicht verwirklicht werden
konnte. Es geht um "Petworking" : Also Networking für
Tierliebhaber. In unserem Fall für Hundeliebhaber und diesmal nicht
auf der Hundewiese sondern im Internet
Was wird dem Hundefreund
alles geboten?
Im Prinzip findet der Hundeliebhaber alles was er braucht um sich auf
einer Social-Networking-Plattform wohl zu fühlen. Er kann Profile von
seinem Hund/seinen Hunden anlegen, Spielkameraden für seinen Hund
finden, im Forum diskutieren oder Mails schreiben. Man kann aber auch
andere Profile, Bilder oder bestimmte Beiträge bewerten oder
besonders tolle Hundeprofile mit Geschenken auszeichnen. Wie es sich
für eine moderne Plattform gehört, kann jeder registrierte User auch
eigenen Blog betreiben.
Hand in Hand mit der Community wir ein redaktionell gepflegter
Magazin-Bereich gehen, der neben übergeordneten Hundethemen auch
regionale Aspekte umfasst.
Dürfen eigentlich auch
"Landhunde" teilnehmen?
Wir definieren unsere Zielgruppe als "Hundeliebhaber", wobei
es schön wäre auch einige "Noch-nicht-Hundeliebhaber" zu
überzeugen. Es sind alle Hunde willkommen! Stadthunde.com hat schon
jetzt eine kleine Historie. Wir sind gestartet als kleine private
Informationsseite für Hamburger Hundehalter, die im Dschungel des
Hamburger Hundegesetzes nicht mehr zu Recht fanden.
Entgegen des Image welches Hundehaltern in Großstädten heutzutage
leider teilweise anhaftet, wurde die Idee Stadthunde.com durchweg
positiv aufgenommen, weswegen wir den Namen beibehalten haben. Für
Hundehalter ist die soziale Komponente "Austausch" ganz
wichtig. Also auch der Austausch mit Landhunden. Der Name Stadthunde
soll daher nicht als Limitierung verstanden werden.
Können sich auf
stadhunde.com auch die Menschen hinter den Hunden kennen lernen? Quasi
als "Singlebörse" innerhalb der
"Hunde-Community"?
In der Stadt ist es ja eher selten, dass Hunde allein spazieren gehen
;-) Da kommen Herrchen und Frauchen automatisch ins Gespräch bzw. die
Hunde sorgen dafür. Welche Art der sozialen Kontakte sich entwickeln
ist offen bzw. wir von uns weder in die eine noch die andere Richtung
forciert. Die Halter zu den Hunden können sich bei uns auch
darstellen allerdings führt die Kommunikation immer über den Hund.
Allerdings beobachten wir mit Spannung, ob die Halter von und über
ihrem Hund erzählen oder quasi in die Rolle des eigenen Hundes
schlüpfen.
Laden die Leute eher
Fotos von sich oder von ihren Hunden hoch?
Wir bieten beides an, unterscheiden aber zwischen Halterprofil und
Hundeprofil. Bilder von Menschen werden im Bereich der Hundeprofile
nicht akzeptiert und umgekehrt.
Die Zielgruppe derer, die
sich austauschen wollen, ist doch riesig, oder? Wie viele Hunde bzw.
Herrchen gibt's denn in Deutschland überhaupt?
In Deutschland leben ca. 5 Mio Hunde. Knapp 10 Mio Menschen ab 14
Jahren leben in einem Haushalt mit Hund. Wir denken, dass wir hier
eine gute Basis haben, um eine Community aufzubauen, die schnell die
"kritische Masse" übersteigt und mit für den Einzelnen
spannend ist.
Ein richtig bekanntes
Hundeportal - wie etwa Dogster.com in den USA - existiert in
Deutschland noch gar nicht. Wenn sich das Thema etabliert hat, mit wie
vielen Mitgliedern rechnen Sie dann?
Richtig, ein Portal wie Dogster.com gibt es noch nicht. Eine
Mitgliederzahl zu schätzen ist zum jetzigen Zeitpunkt ganz schwer.
Zum einen sind Hundeliebhaber ein sehr sensibles Publikum, zum anderen
können wir erst in der nächsten Zeit sehen, was wir richtig gemacht
haben und was nicht - und dann wird optimiert. Lassen Sie uns in einem
Jahr noch einmal sprechen. Das Potential ist da. Denn das Gros der
Hundeliebhaber zeichnet sich durch eine Eigenschaft aus: Die Liebe zum
Tier. Da trifft sich der Vorstandsboss auf der Hundewiese mit dem
HartzIV-Empfänger und beide sind per "DU" - wir sind sehr
gespannt, wie sich solche Momente online abbilden.
Sind Sie selbst
eigentlich auch ein richtiger Hundefreund, oder geht's nur um
"Business"?
Oh, jetzt wird es privat: Ich bin mit Hunden großgeworden, konnte
aber leider nie einen eigenen haben. Meine Tante und mein Onkel haben
mich früh an das Thema rangeführt. In den Ferien war ich oft bei ihnen
und war dann der "Mann fürs Gassi gehen". Sie hatten einen
Boxer. Nacht bin ich dann immer aufgestanden und habe versucht den
Hund zu mir ins Bett zu holen. Sie kam mit bis an die Bettkante und
ist dann wieder gegangen, nachdem ich schlief. Ins Bett kam sie nie -
dafür war sie viel zu gut erzogen. Später hatten dann Frauen mit
Hunden im familiären Umfeld echte Vorteile bei mir. Jetzt habe ich
eine eigene Labrador-Hündin und es ist für mich unvorstellbar ohne
Hund zu leben.
Aber natürlich möchte ich mit
den Stadthunden auch meinen Lebensunterhalt bestreiten. Es ist eben
eine Art des "Hobby/Leidenschaft zum Berufmachens"...
Vielen Dank für das
Interview und viel Erfolg!
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