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christian koehler stadthunde.com
Christian Köhler

09. Oktober 2007

 

Was macht eigentlich...

Christian Köhler
Ex-Chef von MEETIC Deutschland
und Gründer von stadthunde.com


.

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Christian Köhler (31) installierte im Alleingang zwischen 2004 und Herbst 2007 den Deutschland-Ableger der börsennotierten französischen Singlebörse MEETIC und sammelte dabei mehrere Millionen Mitglieder ein. Heute widmet er sich seinem eigenen "Baby": stadthunde.com, ein Social-Network für Hunde & Hundehalter.
Herr Köhler, eben noch haben Sie MEETIC.com in Deutschland bekannt gemacht, jetzt stürzen Sie sich schon auf Ihr neues Projekt: stadthunde.com. Worum geht's?
Mit Stadthunde.com realisiere ich gemeinsam mit meinem Partner Florian Hellberg eine Idee, die schon lange in mir gewachsen ist, aber aufgrund beruflicher Verpflichtungen bisher nicht verwirklicht werden konnte. Es geht um "Petworking" : Also Networking für Tierliebhaber. In unserem Fall für Hundeliebhaber und diesmal nicht auf der Hundewiese sondern im Internet

Was wird dem Hundefreund alles geboten?
Im Prinzip findet der Hundeliebhaber alles was er braucht um sich auf einer Social-Networking-Plattform wohl zu fühlen. Er kann Profile von seinem Hund/seinen Hunden anlegen, Spielkameraden für seinen Hund finden, im Forum diskutieren oder Mails schreiben. Man kann aber auch andere Profile, Bilder oder bestimmte Beiträge bewerten oder besonders tolle Hundeprofile mit Geschenken auszeichnen. Wie es sich für eine moderne Plattform gehört, kann jeder registrierte User auch eigenen Blog betreiben.

Hand in Hand mit der Community wir ein redaktionell gepflegter Magazin-Bereich gehen, der neben übergeordneten Hundethemen auch regionale Aspekte umfasst.

Dürfen eigentlich auch "Landhunde" teilnehmen?
Wir definieren unsere Zielgruppe als "Hundeliebhaber", wobei es schön wäre auch einige "Noch-nicht-Hundeliebhaber" zu überzeugen. Es sind alle Hunde willkommen! Stadthunde.com hat schon jetzt eine kleine Historie. Wir sind gestartet als kleine private Informationsseite für Hamburger Hundehalter, die im Dschungel des Hamburger Hundegesetzes nicht mehr zu Recht fanden.

Entgegen des Image welches Hundehaltern in Großstädten heutzutage leider teilweise anhaftet, wurde die Idee Stadthunde.com durchweg positiv aufgenommen, weswegen wir den Namen beibehalten haben. Für Hundehalter ist die soziale Komponente "Austausch" ganz wichtig. Also auch der Austausch mit Landhunden. Der Name Stadthunde soll daher nicht als Limitierung verstanden werden.

Können sich auf stadhunde.com auch die Menschen hinter den Hunden kennen lernen? Quasi als "Singlebörse" innerhalb der "Hunde-Community"?
In der Stadt ist es ja eher selten, dass Hunde allein spazieren gehen ;-) Da kommen Herrchen und Frauchen automatisch ins Gespräch bzw. die Hunde sorgen dafür. Welche Art der sozialen Kontakte sich entwickeln ist offen bzw. wir von uns weder in die eine noch die andere Richtung forciert. Die Halter zu den Hunden können sich bei uns auch darstellen allerdings führt die Kommunikation immer über den Hund. Allerdings beobachten wir mit Spannung, ob die Halter von und über ihrem Hund erzählen oder quasi in die Rolle des eigenen Hundes schlüpfen.

Laden die Leute eher Fotos von sich oder von ihren Hunden hoch?
Wir bieten beides an, unterscheiden aber zwischen Halterprofil und Hundeprofil. Bilder von Menschen werden im Bereich der Hundeprofile nicht akzeptiert und umgekehrt.

Die Zielgruppe derer, die sich austauschen wollen, ist doch riesig, oder? Wie viele Hunde bzw. Herrchen gibt's denn in Deutschland überhaupt?
In Deutschland leben ca. 5 Mio Hunde. Knapp 10 Mio Menschen ab 14 Jahren leben in einem Haushalt mit Hund. Wir denken, dass wir hier eine gute Basis haben, um eine Community aufzubauen, die schnell die "kritische Masse" übersteigt und mit für den Einzelnen spannend ist.

Ein richtig bekanntes Hundeportal - wie etwa Dogster.com in den USA - existiert in Deutschland noch gar nicht. Wenn sich das Thema etabliert hat, mit wie vielen Mitgliedern rechnen Sie dann?
Richtig, ein Portal wie Dogster.com gibt es noch nicht. Eine Mitgliederzahl zu schätzen ist zum jetzigen Zeitpunkt ganz schwer. Zum einen sind Hundeliebhaber ein sehr sensibles Publikum, zum anderen können wir erst in der nächsten Zeit sehen, was wir richtig gemacht haben und was nicht - und dann wird optimiert. Lassen Sie uns in einem Jahr noch einmal sprechen. Das Potential ist da. Denn das Gros der Hundeliebhaber zeichnet sich durch eine Eigenschaft aus: Die Liebe zum Tier. Da trifft sich der Vorstandsboss auf der Hundewiese mit dem HartzIV-Empfänger und beide sind per "DU" - wir sind sehr gespannt, wie sich solche Momente online abbilden.

Sind Sie selbst eigentlich auch ein richtiger Hundefreund, oder geht's nur um "Business"?
Oh, jetzt wird es privat: Ich bin mit Hunden großgeworden, konnte aber leider nie einen eigenen haben. Meine Tante und mein Onkel haben mich früh an das Thema rangeführt. In den Ferien war ich oft bei ihnen und war dann der "Mann fürs Gassi gehen". Sie hatten einen Boxer. Nacht bin ich dann immer aufgestanden und habe versucht den Hund zu mir ins Bett zu holen. Sie kam mit bis an die Bettkante und ist dann wieder gegangen, nachdem ich schlief. Ins Bett kam sie nie - dafür war sie viel zu gut erzogen. Später hatten dann Frauen mit Hunden im familiären Umfeld echte Vorteile bei mir. Jetzt habe ich eine eigene Labrador-Hündin und es ist für mich unvorstellbar ohne Hund zu leben.

Aber natürlich möchte ich mit den Stadthunden auch meinen Lebensunterhalt bestreiten. Es ist eben eine Art des "Hobby/Leidenschaft zum Berufmachens"...

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg!

 

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