Herr King, nach England und
den USA wird das Thema "Speeddates" jetzt auch in
Deutschland immer beliebter. Oder haben wir da noch einige Länder
vergessen?
Das Thema Speeddates verbreitet sich wie ein Lauffeuer in der ganzen
Welt. Als europäischer Marktführer in diesem Bereich veranstalten
wir derzeitig rund 200 Events pro Monat in Ländern wie
Großbritannien, Norwegen, Irland oder Island. Doch auch in Australien
und Südafrika hat sich das Konzept durchgesetzt. Weitere Länder
folgen dieses Jahr.
Was macht diese Form des
Kennenlernens so interessant - z.B. im Vergleich zum
"Blinddate-Dinner" oder einem Kockurs für Singles?
Speeddates finden in angesagten Bars statt. Das Tempo und die
angenehme Atmosphäre brechen schnell das Eis und ermöglichen, in
entspannter Umgebung neue Leute kennen zu lernen.
Warum waren Speeddates in
England viel früher als in Deutschland weit verbreitet? Etwa, weil
dort die zugehörige "Sex and the City"-Folge früher
ausgestrahlt wurde?
Viele Trends entstehen in den USA und gelangen dann über
Großbritannien nach Europa. Dies liegt sicherlich an der nicht
vorhandenen Sprachbarriere. Die "Sex and the City"-Folge hat
bestimmt auch dazu beigetragen.
Gibt es eigentlich
"kulturelle Unterschiede" zwischen den englischen und den
deutschen Speeddate-Teilnehmern? Und wenn ja, wie reagiert
"Speeddaters" darauf?
Ich persönlich habe eine Vielzahl von Speeddates in England und
Deutschland verfolgt und konnte keine großen Unterschiede
feststellen. In England sind Speeddates allerdings noch viel bekannter
als in Deutschland. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass in
London täglich Events stattfinden.
Wer bei einem
Speeddaters-Event mitmacht, hat später via Internet die Möglichkeit
anzugeben, welche Singles ihn oder sie interessieren. Bei
gegenseitiger "Sympathie-Bekundung" werden dann online die
betreffenden Telefonnummern und/oder E-Mail-Adressen ausgetauscht.
Warum gibt es diese Möglichkeit? Oder anders gefragt: Wieso tauschen
sich die Teilnhemer, die sich nett finden, nicht direkt vor Ort aus?
Viele Menschen haben ein Problem damit, direkt nach der Nummer zu
fragen, egal, ob man in einer Diskothek ist oder beim Speeddaten. Und
das ist das Schöne an unseren Events: Man hat am nächsten Tag eine
"zweite Chance" und erhält bei einer Übereinstimmung die
Mail-Adresse des anderen. Nach dem Diskobesuch gibt es keine weite
Möglichkeit.
Kann man sich eigentlich
noch spontan am selben Tag anmelden,
falls noch Plätze frei sind?
In einigen Fällen ist eine Anmeldung am gleichen Tag schon möglich.
Generell gilt jedoch: Es ist ratsam sich einige Tage vorher
anzumelden, da die Events relativ schnell ausgebucht sind.
Und wie viel Prozent der
Singles, die sich angemeldet haben, "schwänzen" im Schnitt?
Es kommt sehr selten vor, dass jemand bucht und dann nicht kommt. Wenn
etwas dazwischen kommt, rufen die Leute in der Regel an, so dass wir
entsprechend reagieren können.
Verzeichnen Sie im Mittel
eher einen Männer- oder eher einen Frauen-Überschuss?
Das Verhältnis ist ausgeglichen, abgesehen von Hamburg, wo wir ein
deutlich höheres Interesse von Frauen beobachten.
Zum Unternehmen
"Speeddaters": Wann wurde es gegründet, seit wann ist es
auch in Deutschland vertreten und was waren wichtige Meilensteine in
der Firmengeschichte?
SpeedDaters Deutschland wurde im Sommer 2004 gegründet. Als
wichtigsten Meilenstein sehe ich unser erstes Deutschland-Event in
Berlin im November 2004. Mittlerweile sind wir in 15 deutschen
Städten vertreten und führen in der Hauptstadt ein Speeddate-Event
pro Woche durch.
Momentan versuchen sich
einige ähnliche Unternehmen in Deutschland zu etablieren, z.B.
"Fastdating.de" und "Speeddating.de". Was macht
Speeddaters anders oder besser als die Konkurrenz?
Als europäischer Marktführer in diesem Bereich profitieren wir von
den langjährigen Erfahrungen unserer Kollegen in anderen Ländern. So
unterscheidet sich unser Konzept in Anzahl und Länge der Dates. Bei
uns dauert ein Date drei Minuten. So haben die Teilnehmer die
Möglichkeit, bis zu 20 Leute zu treffen. Dass drei Minuten ausreichen
um einzuschätzen, ob man den Gegenüber wiedersehen will oder nicht,
beweisen diverse Studien.
Und wie viele Events
haben Sie in Deutschland bisher ausgerichtet?
In Deutschland haben wir bis jetzt über 60 Events veranstaltet.
Wie gehen Sie bei
Veranstaltungen außerhalb von Berlin vor? Wer ist der Gastgeber vor
Ort?
Wir arbeiten mit Eventhosts zusammen, die in den jeweiligen Städten
wohnen.
Wie sind Sie selbst
eigentlich auf die Idee gekommen, in einer solchen speziellen Branche
zu arbeiten?
Was ist schöner, als einsame Herzen zusammen zu bringen? Außerdem
sehe ich es als Herausforderung an, das Speeddaten auf dem größten
Singlemarkt Europas salonfähig zu machen.
Haben Sie selbst
eigentlich schon mal an Speeddates teilgenommen?
Bestimmt ein Dutzend mal.
Zum Schluss unsere
Standardfrage: Wo sehen Sie Speeddaters in 5 Jahren?
In fünf Jahren wird sich das Speeddaten in Deutschland etabliert
haben. Außerdem werden wir bis dahin die Lock & Key-Partys in
Deutschland erfolgreich eingeführt haben. Auf diesen Partys erhalten
die Frauen ein kleines Umhängeschloss und die Männer einen
Schlüssel. Danach kann nach Lust und Laune durchprobiert werden,
welcher Schlüssel zu welchem Schloss passt. Wenn ein Schloss und ein
Schlüssel zusammenpassen, winkt den Beteiligten ein lukrativer Preis.
Im Sommer diesen Jahres findet die erste Lock & Key-Party in
Berlin statt.
Herr King, vielen Dank für das Gespräch!
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