Herr Dr. Roller, willkommen
zu unserem zweiten Interview anlässlich des erneuten Testsiegs in
unserer Kategorie "Internet-Partnervermittlungen"!
Was wir beim ersten Interview mit
PARSHIP.de im Jahre 2004
vergessen hatten:
Was bedeutet eigentlich "PARSHIP"?
Der Name ist ein Kunstgebilde, der von einer eigens dafür
engagierten Agentur kreiert wurde. Er hat sich als gutes Sinnbild und
Symbol für die dahinter stehende Leistung erwiesen - auch
international.
PARSHIP wurde - so die
Sage - pünktlich zum Valentinstag 2001 der Öffentlichkeit
präsentiert und seit unserem ersten Interview sind auch schon knapp
drei Jahre verstrichen. Damals war Online-Dating noch ein bisschen wie
McDonald's: "Alle machen es, aber keiner gibt es zu." Ist
die Thematik Ihrer Meinung nach nun in der Mitte der Gesellschaft
angekommen?
Online-Partneragenturen und Datingplattformen haben das Exotische
verloren, das sie 2001 noch hatten. Insbesondere weil sich viele Paare
über das Internet gefunden haben, die mehr als früher auch darüber
sprechen. So scheuen sich Singles nicht mehr, zuzugeben, dass sie
über das Internet nach einem Lebenspartner suchen - inzwischen kennt
jeder jemanden im persönlichen Umfeld, der auf diesem Weg fündig
geworden ist. Die Internetsuche hat sich damit als weitere und sehr
erfolgreiche Möglichkeit etabliert, Mr. oder Mrs Right zu finden.
Zudem gibt es einen
Zusammenhang mit der Etablierung des Computers und des Internets in
der Arbeitswelt und zu Hause. Im Grunde hat sich der breite Einzug der
Computer in die Büroräume erst Mitte der neunziger Jahre vollzogen.
Nach einer Phase der Umstellung ist der Umgang mit beidem heute eine
Selbstverständlichkeit - auch für die Partnersuche.
Inwiefern beeinflusst die
PARSHIP-Öffentlichkeitsarbeit (Single- und Partnerstudien,
TV-Werbung, Plakatkampagnen,...) das Image der Internet-Partnersuche?
Durch die aktive Thematisierung von Singledasein und Partnersuche -
auch durch unsere zahlreichen Studien - haben wir sicherlich dazu
beigetragen, ein gesellschaftliches Bewusstsein zu schaffen. Als
Pionier und klarer Marktführer im Bereich der langfristigen
Partnervermittlung gehört das zu unseren Aufgaben.
In der PARSHIP Single-Studie 2005 haben wir beispielsweise erstmals
die Zahl der Singles in Deutschland erhoben. Bis dahin war vom
statistischen Bundesamt lediglich die Zahl der Einpersonenhaushalte
erfasst worden. Die tatsächliche Zahl von 11 Mio. Singles in
Deutschland wird vielfach aufgegriffen und hat die Bedeutung dieser
Gruppe erst richtig zur Sprache gebracht.
Mit unseren breit angelegten Plakat- und TV-Kampagne haben wir die
Partnersuche öffentlich gemacht und aus der versteckten Ecke der
Kennenlernanzeigen in den Medien herausgeholt. Wir haben mit unserer
Arbeit darüber hinaus - in aller Unbescheidenheit - Maßstäbe
gesetzt in der Qualität von Angeboten; unsere Wahrnehmung als
Premium-Marke hat der Glaubwürdigkeit des neuen Bereichs
"Internet-Partnersuche" sicherlich insgesamt geholfen.
Was hat sich am
Online-Partnersuchenden und seinen Ansprüchen gegenüber
Internet-Services wie PARSHIP in dieser Zeit gewandelt? Wie reagieren
Sie darauf?
Viele Singles haben heute schon ihre Erfahrungen im Netz gesammelt:
sie können stärker die verschiedenen Angebote vergleichen und das
für sie passende heraussuchen. Der Markt ist transparenter geworden.
Das führt zu steigenden Ansprüchen.
Vor sechs Jahren war das noch nicht so. Wir waren 2001 die ersten im
deutschen Markt - heute sind wir die größte Online-Partneragentur
für langfristige Beziehungen in Europa. Aufgrund unserer vielen
Mitglieder und langjährigen Erfahrungen konnten wir umfassendes
Know-how bezüglich der Wünsche der Singles sammeln - was wir
wiederum nutzbringend für unsere Mitglieder einsetzen. So haben wir
unser Angebot ständig weiterentwickelt. Zum Beispiel haben wir unser
Testverfahren umfassend überarbeitet und der heutigen
gesellschaftlichen Situation angepasst.
Bei einer Sache bewegen wir uns aber nicht: Unseren
Qualitätsansprüchen an eine seriöse Online-Partnersuche sind wir
immer treu geblieben.
Wir finden es spannend,
dass PARSHIP dem Partnersuchenden immer mehr
Interaktionsmöglichkeiten an die Hand gibt, z.B. eine Foto-Vorschau
oder die unverbindliche Kurznachricht "Spaßmatch" -
Funktionen, auf die vor drei Jahren noch bewusst verzichtet wurde, um
sich von den "oberflächlichen Flirtbörsen" abzugrenzen.
Ist Ihren Kunden der partnerpsychologische Purismus zu langweilig
geworden?
Die klare Positionierung von PARSHIP als Premiummarke der
seriösen Partnersuche war damals und ist heute wichtig - auch um
unseren Kunden eine Hilfestellung in einem unübersichtlichen Markt zu
bieten. Aber natürlich haben sich die Wünsche und Bedürfnisse der
Singles im Laufe der Jahre geändert.
Als wir anfingen genügte es, die wichtigsten Funktionen zu bieten,
mit denen man den Lebenspartner suchen und finden konnte. Heute reicht
das nicht mehr aus: Die Mitglieder wollen Tools an die Hand bekommen,
die ihnen die Interaktionsmöglichkeiten erleichtern. Außerdem gehen
sie inzwischen spielerischer mit dem Thema um, da der Umgang mit dem
Internet und die Partnersuche dort gelernt sind.
Die von Ihnen angesprochenen Neuerungen helfen bei der Kontaktaufnahme
und machen Spaß, untergraben aber nie unseren Anspruch: Sie werden
bei aller Leichtigkeit und Lockerheit nur Menschen in unserer
Datenbank finden, die tatsächlich auf der Suche nach einer festen
Beziehung sind.
Was machen die
Partnersuchenden bei PARSHIP untereinander anders als noch vor drei
Jahren? Geht man offener und mit weniger Berührungsängsten
aufeinander zu? Gibt es vielleicht einen Trend zum schnelleren ersten
Treffen?
Sicherlich hat der gelernte Umgang mit dem Netz auch zu einer
gezielteren und professionelleren Nutzung geführt: Die Menschen haben
Erfahrungen gesammelt, was im Internet gut funktioniert und was
nicht.
Die Nutzer wissen z.B.: Wenn ich eine feste Beziehung suche, gehe ich
zu PARSHIP - da treffe ich Gleichgesinnte und habe keine
"Streuverluste", die vielleicht nur auf einen Flirt aus
sind. Gleichzeitig hat sich die Interaktion aber auch beschleunigt -
doch bleibt der persönliche Eindruck essentiell.
Wochenlanges hin- und her mailen kann falsche Erwartungen schüren,
deshalb verabredet man sich heute schneller als noch vor fünf Jahren.
Es wird auch schneller mal ein Korb verteilt - aber anders herum auch
besser verschmerzt.
Insgesamt gehen die Menschen offener und direkter mit dem Kennenlernen
um, die Erwartungshaltung ist realistischer geworden. Das Netz hat
hier seinen Sonderstatus verloren - die Normalität hat Einzug
gehalten.
Wie viel Prozent der
Nutzer sind nach Ihrer Einschätzung "alte
Online-Dating-Hasen" und wie viele "Frischfleisch"?
Europaweit verzeichnet PARSHIP täglich rund 5.000 Registrierungen.
Inzwischen haben wir über 2,3 Mio. Mitglieder in der Datenbank. Klar
gibt es auch die "alten Hasen", die sich bei der Suche mehr
Zeit lassen. Aber gemäß unserer unternehmerischen Zielsetzung - der
Vermittlung von langfristigen Partnerschaften - sind selbst "alte
Hasen" bei uns irgendwann nicht mehr da.
Denn 38 Prozent finden tatsächlich die große Liebe bei uns. Und sind
damit für uns - auf hoffentlich lange Sicht - keine potenziellen
Kunden mehr. Außerdem: Sind Mitglieder vier Wochen inaktiv, werden
sie den anderen Mitgliedern nicht mehr vorgeschlagen. Insofern kann
man sagen, dass wir unseren aktiven Mitgliedern zu 100 Prozent frische
Kontakte vorschlagen.
Wie lange braucht denn
ein Mitglied bei PARSHIP im Schnitt, bis es vermittelt ist? Und wie
hoch ist die Erfolgsquote?
Es gibt Mitglieder, die werden gleich bei den ersten drei Kontakten
fündig, andere lassen sich mehr Zeit. Das ist individuell ganz
verschieden und natürlich gehört das berühmte "Quäntchen
Glück" auch dazu. Ein Großteil der Mitglieder gibt uns aber
bereits während der ersten Mitgliedschaft bei PARSHIP eine positive
Rückmeldung: Insgesamt liegt die Erfolgsquote bei unseren
Premium-Mitgliedern bei 38 Prozent. Darauf sind wir sehr stolz. Die
"Dunkel"- bzw. "Hellziffer" wird schätzungsweise
noch darüber liegen, es ist schließlich niemand verpflichtet, uns
von seinem Glück zu berichten.
Das allerneuste: PARSHIP
Classic. Worum geht es dabei?
PARSHIP Classic-Kunden werden individuell betreut. Ein persönlicher
Ansprechpartner berät sie bei den ersten Schritten, der Auswahl der
Partnervorschläge, der Kontaktanbahnung und bei allen weiteren Fragen
rund um die Partnersuche.
Die Partnervorschläge werden auf Basis der 2,3 Millionen Mitglieder
umfassenden Datenbank gemacht, aber die Korrespondenz geht über den
Postweg. PARSHIP Classic richtet sich damit gezielt an Menschen, die
einen persönlichen Ansprechpartner und Beratung wünschen und den
klassischen Brief dem Internet vorziehen.
Wird dieser Service gerne
angenommen?
Ja, die Nachfrage ist groß. Ich denke, dass wir mit diesem Produkt
das Bedürfnis einer großen Gruppe angesprochen haben: Sie möchten
die Vorteile von Europas größter Singledatenbank für langfristige
Beziehungen nutzen, gleichzeitig aber die direkte Kommunikation ohne
das Internet abwickeln. Keine klassische Partnervermittlung kann eine
annähernd so umfassende Datenbank bieten.
Die einzige wirkliche
Kritik an PARSHIP, die häufiger an uns herangetragen wird, ist die
Klage der Premium-Mitglieder, dass andere Mitglieder nur antworten
können, wenn sie auch zu den Zahlern gehören, und dass der Status
des anderen Mitglieds - Zahler oder nicht - nicht einsehbar ist. Was
entgegnen Sie?
Die Auswertung des psychologischen Tests und der
Profilabgleich mit den anderen 2,3 Millionen Mitgliedern sowie die
daraus resultierenden Partnervorschläge sind kostenfrei. Davon
profitiert jedes neue Mitglied, das sich so ein sehr präzises Bild
von der Leistung und den Kontaktmöglichkeiten machen kann.
Viele schauen sich den Service erst einmal ein paar Tage an, und
entscheiden sich bei entsprechenden Kontaktanfragen für eine Premium
Mitgliedschaft. Davon profitieren dann umgekehrt auch die zahlenden
Mitglieder, da konstant "frische Vollmitglieder" in die
Datenbank kommen.
Um sicherzustellen, dass die Kontaktgesuche der Premium-Mitglieder
nicht im Nirvana landen, haben wir auch für nichtzahlende Mitgliedern
die Möglichkeit geschaffen, auf Anfragen zu reagieren: Sie können
kostenfrei eine begründete Absage schicken.
In Deutschland haben
insbesondere ElitePartner und be2 das Vakuum nach PARSHIP gefüllt -
wer von beiden ist in Ihren Augen der zähere Widersacher? Und warum
wird PARSHIP Ihrer Meinung nach führend bleiben?
Wir waren die Pioniere im Markt und haben damit gerechnet, dass andere
dieses Erfolgsmodell kopieren würden. ElitePartner hat seinen
kommunikativen Fokus dabei auf die Akademiker gesetzt. Wir haben bei
PARSHIP mit rund 60 Prozent ebenfalls einen hohen
Akademikeranteil.
Viel wichtiger als die Quote ist aber die absolute Anzahl, und da
bieten wir dieser Zielgruppe sehr viel mehr Auswahl. Davon abgesehen
richten wir unsere Kommunikation ganz bewusst an eine breiter gefasste
Zielgruppe.
be2 klingt schon ein bisschen
nach "me too"! Aber Spaß beiseite: Selbstverständlich
nehmen wir diese beiden und einige andere Wettbewerber ernst. Unser
Wachstum ist aber so stark, dass wir sie keinesfalls als Bedrohung
empfinden.
PARSHIP ist nicht nur in
Deutschland am Start, sondern auch in diversen anderen europäischen
Ländern. In welchen?
Wir sind mittlerweile in elf europäischen Ländern aktiv: Man
kann unseren Service unter Länderdomains in Belgien, Dänemark,
Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden,
Österreich, der Schweiz, Spanien und Schweden abrufen.
Ist PARSHIP die Nummer 1
in Europa? Dann hätte sich ja Ihre Prognose vor drei Jahren
(Anmerkung der Redaktion: "Europa-Marktführer")
bewahrheitet...
Ja, wir sind mittlerweile nicht nur Wegbereiter einer Branche, wir
sind mit 2,3 Millionen Mitgliedern auch klarer europäischer
Marktführer.
Wie viel Prozent der
PARSHIP-Mitglieder nutzen denn die Möglichkeit, internationale
Lebenspartner zu suchen?
Das ist sehr unterschiedlich - je nach Sprache, Land und Standort.
Generell schauen PARSHIP-Singles eher einmal über den nationalen
Tellerrand, wenn sie grenznah wohnen. Zum Beispiel suchen 21 Prozent
der Österreicher und Schweizer Singles auch in Deutschland.
Zur Zeit unseres ersten
Interviews hatte PARSHIP 25 Angestellte. Wie viele sind es denn heute?
Europaweit hat PARSHIP mittlerweile rund 100 Mitarbeiter.
Uns beeindruckt
besonders, dass ungefähr alle sechs Monate eine stark veränderte
PARSHIP-Version veröffentlicht wird. Wie viel "Manpower"
und wie viel Vorlauf benötigen Sie für so ein Update?
Europaweit steht PARSHIP stellvertretend für Premium-Partnersuche im
Netz. Darauf sind wir sehr stolz. Aber wir haben auch den Anspruch,
diese Position mit ständigen Innovationen weiter auszubauen.
Entsprechend stocken wir unser Produktmanagement und unser
Psychologen-Team immer weiter auf, um vom inhaltlichen wie auch
technischen Standpunkt her europaweit Benchmarks zu setzen.
Ein weithin "unsichtbares" Großprojekt war zum Beispiel die
umfassende Testrevision, die wir im letzten Jahr umgesetzt haben.
Über ein Jahr lang war ein Experten-Team damit beschäftigt, den
neuesten Stand der gesellschaftlichen Entwicklung auch in unserem
Persönlichkeitstest zu verankern.
Auch unsere Mitgliederbetreuung wird kontinuierlich aufgestockt, da
persönliche Betreuung nach wie vor ein wichtiges Merkmal des
PARSHIP-Services ist. Das führt dazu, dass aus einer Drei-Mann-Bude
ein Unternehmen mit 100 Mitarbeitern wird. Und ein Ende ist noch nicht
abzusehen…
PARSHIP gehört zur
Holtzbrinck-Verlagsgruppe, die sich ja kürzlich das Studenten-Portal
"StudiVZ" angelte - Eine Million Mitglieder für 85
Millionen Euro... Wie bewerten Sie diese Investition und gibt es
vielleicht Ideen, wie PARSHIP und StudiVZ zusammenkommen können?
PARSHIP und StudiVZ sind zwei vollkommen verschiedene Services mit
unterschiedlichen Zielgruppen. Von daher gibt es keine Bestrebungen,
diese beiden Angebote zusammenzulegen. Was die Bewertung der
Investition anbetrifft, müssten Sie sich bitte an Holtzbrinck direkt
wenden - das ist nicht mein business.
Herr
Dr. Roller, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch!
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