Herr Kaiser, Herr Schröder,
was schätzen Sie
als Branchenkenner: Wie viele Männer aus Deutschland sind aktiv auf
der Suche nach einer russischen Frau?
Hierzu gibt es keine gesicherten Zahlen. Bei Millionen von
Single-Männern in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird die
Zahl der Männer, die ihren Blick "nach Osten" wenden, immer
größer. Immer mehr Männer entdecken die Möglichkeiten einer
binationalen Beziehung.
Was ist denn für diese
Männer so faszinierend? Und was umgekehrt für die russische
Frau?
Männer fasziniert natürlich vor allem die sehr feminine Schönheit
und Wärme der Frauen. Aber das ist nicht alles. Die Frauen haben
einen Blick auf die wirklich "wichtigen" Dinge des Lebens:
in unserer sehr komplexen Gesellschaft finden sie oft sehr einfache
Lösungen für Probleme.
Den Frauen gefällt die
Zuverlässigkeit der westlichen Männer. Diese sind in ihren Augen
familienorientierter und pflichtbewusster als die Männer, die sie aus
ihrem Land gewohnt sind.
Weit verbreitet ist ja
das Vorurteil, dass die Art von Ost-West-Beziehungen, die Sie in die
Wege leiten, darauf basieren, dass sich Männer, die mit emanzipierten
deutschen Frauen Schwierigkeiten haben, mit Russinnen zusammentun, die
auf diesem Wege der Armut entfliehen. Was können Sie entgegnen?
Nichts gegen die Emanzipation westlicher Frauen. Wer kann ihnen
verdenken, dass sie die Möglichkeiten nutzen, wirtschaftlich
unabhängig von einem Mann zu sein? Allerdings befinden sich die
westlichen Frauen häufig in einer Zwickmühle: Sie sind genauso Frau
- und wollen auch Mutter werden/sein.
Osteuropäische Frauen, bei
aller hohen Ausbildung, sehen ihre Rolle in der Familie - der
Betreuung der Kinder und der Unterstützung ihres Mannes. Sie stehen
an seiner Seite. Für sie ist die Rollenverteilung (noch) eindeutiger:
der Mann schützt die Familie, die Frau sorgt für Wohlbefinden
innerhalb der Familie.
Man kann sagen, dass die
osteuropäischen Frauen einem Mann aus ihrem Land den Vorzug vor einem
westeuropäischen Mann geben würden. Sehr sehr viele osteuropäischen
Frauen finden aber keinen Mann in ihrem eigenen Land. Dies hat
verschiedene Gründe. Vielerorts gibt es einfach zu wenig
heiratsfähige Männer! Um ihre eigenen Lebensträume - Familie mit
Kindern - in einer anderen, (noch) kalkulierbareren Gesellschaft
verwirklichen zu können, sind die Frauen bereit, ihre eigene Umgebung
zu verlassen.
Mit InterFriendship
betreiben Sie eine der größten Internet-Kennlern-Portale für
russische Frauen und deutsche Männer. Seit wann gibt es diesen
Service und was waren wichtige Meilensteine in Ihrer Firmengeschichte?
Im Frühjahr 1999 wurde die Idee geboren, eine neue Kennlern-Plattform
zu schaffen. Vorhandene Angebote, vorwiegend US-Seiten, waren kalt,
die Frauen wurden meist völlig unpersönlich dargestellt wie
"Nummerngirls". Erster Meilenstein in unserer Konzeption war
der Name: "InterFriendship". International, Freundschaft.
Freundschaft als Basis für eine Beziehung. Und die Konzeption, die
die Gründer, Ralf Kaiser und Tom Schröder, damals im Kopf hatten:
Freundlichkeit, manchmal etwas unorthodox in der Ansprache. Und immer
100% ehrlich unseren Mitgliedern gegenüber. Diese Grundkonzeption
trägt InterFriendship bis heute.
Zweiter Meilenstein, passend
zur Konzeption, war unser sog. "Männerkatalog": Wir waren
schon damals der Meinung, dass sich auch die Männer präsentieren
sollten ("show your face!"), womit wir nicht gerade offene
Türen bei den Männern einrannten. Aber damit gaben wir den Frauen
auch die Möglichkeit, selbst "aktiv" werden zu können,
indem sie Männer selbst anschreiben konnten. Einen technischen
Riesensprung haben wir im Dezember 2001 gemacht: Wir hatten eine
Online-Datenbank und einen Mitgliederbereich für Männer und Frauen.
Das gab uns ganz neue Möglichkeiten: mehr Frauenanzeigen in kürzerer
Zeit, besseren Service für unsere zahlenden männlichen Mitglieder.
Seit Mitte 2004 nutzen wir unsere selbst entwickelten Tools, um
Scammerinnen (Fake-Anzeigen von unseriösen Frauen, oft aufgegeben von
organisierten Banden) im Vorfeld auszufiltern. Damit bieten wir einen
um ein Vielfaches verbesserten Schutz für unserer Kunden.
Wie viele Angestellte
arbeiten mittlerweile für InterFriendship und was machen diese im
Einzelnen?
Wir sind ein Team von ca. 12 Leuten, nicht alle festangestellt, dazu
ist InterFriendship zu klein. Die Endredaktion sämtlicher
Photos/Anzeigen nehmen immer noch Ralf und Tom, die Gründer von
InterFriendship, vor. Sämtliche Photos werden manuell von unserem
jungen Team qualitativ nachbearbeitet. Das Team prüft auch die Daten
der registrierten Frauen auf Schlüssigkeit, übersetzt die Texte.
Prüft die Texte der "Männerkatalog-Anzeigen" und gibt den
Männern individuelle Tipps für bessere Photos.
Zwei festangestellte Frauen
bearbeiten schwerpunktmäßig täglich ca. 350 Support-Anfragen der
Männer und der Frauen. Eine ganz wichtige Aufgabe: In den Weiten des
Internet ist InterFriendship für jedes Mitglied schnell erreichbar.
Unser Rechtsanwalt und Notar
war unser Kunde und ist seit 2 Jahren glücklich verheiratet mit einer
Frau aus der GUS, - vermittelt durch InterFriendship. Er sagt:
"Wir müssen die Frauen über informieren, aufklären und auch
schützen!".
Unser Mitglieder-BOARD wird von
Ralf und Tom betreut, sie lesen täglich Hunderte von Postings und
mischen sich als Moderatoren auch ein.
Programmierer und
System-Administratoren haben wir natürlich auch! Andy, unseren Mann
der ersten Stunde, haben wir 1999, 2 Wochen nach unserer Gründung
kennengelernt. Er und die anderen Programmierer haben das technische
Know-How, um eigene neue Ideen, aber auch die vielen Anregungen von
Seiten unserer Mitglieder schnell umzusetzen. Photos vom Team sind auf
unserer Seite online:
- Wer
wir sind...
- Wer
arbeitet, der kann auch feiern:-)
- Privates
Grillfest
Was hat Sie dazu bewogen,
das ganze nicht als eine klassische Partnervermittlung mit
organisierten "Brautschau-Reisen", sondern als
kontaktanzeigenbasiertes Internet-Angebot aufzuziehen? Wo sehen Sie da
die Vorteile?
Die Brautschau-Reisen, die gibt es bereits. Sie wurde erfunden von
US-Agenturen, diese verdienen viel Geld damit mit ihren Kunden.
Westeuropäische Männer haben
weniger Probleme, weil sie viel selbständiger sind: Sie buchen einen
Flug, besorgen sich ein Touristenvisum und fliegen zu der Frau, die
sie via viele eMails und Telefonaten kennen gelernt haben. Sie lesen
im InterFriendship-BOARD und stellen dort ihre Fragen.
Eine 1:1 Vermittlung können
wir nicht leisten, wir müssten einen Stab von einem Dutzend
Vollzeit-Mitarbeiter haben.
Im Moment bauen wir eine
Info-Datenbank auf, unser INFOCENTER ist nicht mehr ganz auf dem
neuesten Stand.
Als besonders fair
empfinden wir das Preismodell bei InterFriendship: Gezahlt wird nicht
etwa eine Pauschale von mehreren Hundert Euro, sondern immer nur ein
Kleinbetrag für einzelne Anschriften und E-Mail-Adressen.
Verhungern Sie da nicht?
Bisher sind wir nicht verhungert! :-) Aber da "Geiz ist
geil" immer mehr die deutsche Schnäppchenjäger-Mentalität
widerspiegelt, bieten wir unsere Kontaktinformationen auch zu einem
günstigen Preis an. Als kostenlose Serviceleistungen eingeschlossen
sind unser Support und unser BOARD.
Einen Pauschalbetrag pro Monat
(=Zugriff auf alle Frauen-Adressen zu festem Preis) kommt für uns
nicht in Frage, wir wollen die Frauen schützen vor Blödsinn. Diesen
Blödsinn kennen alle Frauen, die sich auf deutsch-deutschen
Singlesites registriert haben: Mehrere Tausende Zuschriften von
Männern in 4 Wochen.
Deutsche Männer gelangen
einfach über das Internet in Ihre Kartei. Aber wie haben Sie es
geschafft, über 70.000 Russinnen für Ihren Service zu begeistern -
wo doch das Internet in der GUS weit weniger alltäglich ist als
hierzulande?
Das Meiste läuft über Mundpropaganda. Jede Frau, die eine Anzeige
online bei InterFriendship hat, die hat ein Dutzend Freundinnen. Wir
haben einen guten Namen in osteuropäischen Ländern. Und: wir sind
kein "Gemischtwarenladen". InterFriendship = Ost (GUS) und
West (Deutschland, Schweiz, Österreich).
Was kennzeichnet denn ein
"typisches" männliches bzw. weibliches Mitglied bei
InterFriendship?
Es gibt kein "typisches Mitglied". Wir bieten eine
Plattform. Als Alternative, als zusätzliche Möglichkeit. Wer diese
Plattform intelligent nutzt, der wird Erfolg haben.
Wie läuft üblicherweise
das Kennenlernen ab? Welche Schritte durchläuft ein Pärchen bei
Ihnen, bevor es zur ersten Reise und zum gegenseitigen Besuch kommt?
Es ist im Grunde auch nicht anders, als bei z.B. den deutsch-deutschen
Singlesites: Man schreibt sich (entweder nimmt der Mann den Kontakt
zur Frau auf oder umgekehrt), man tauscht Photos untereinander aus,
dann wird telefoniert, man stellt sich viele Fragen, lernt sich immer
besser kennen. Und wenn die Spannung immer größer wird, besucht der
Mann die Frau, oder eben umgekehrt.
Was kann man am besten
gegen eventuelle sprachliche Probleme unternehmen? Bieten Sie dort
Unterstützung?
Ein Mann kann Russisch lernen! ;-)
Im Ernst: Sehr viele Frauen
sprechen Englisch oder (etwas) Deutsch. Wenn es keine Sprache gibt, in
der ein Mann und eine Frau kommunizieren können, dann wird es
schwierig - aber nicht unmöglich! Es gibt mittlerweile sehr gute
Online-Übersetzungsprogramme, Sprachcomputer. Wenn es
"gefunkt" hat, dann haben die meisten Frauen eine große
Motivation, die deutsche Sprache zu erlernen: entweder in ihrem
Heimatland oder in dem Land, in dem sie auf Dauer leben werden.
Einige Russinnen sind ja
auf die clevere Idee gekommen, die Hilfsbereitschaft und blinde
Verliebtheit deutscher Männer systematisch auszunutzen, z.B. indem
sie um Geld für angebliche Operationen bitten oder sich in der
Hoffnung auf Geschenke sehr viele Herren einladen. Im Internet gibt es
eine Reihe "schwarzer Listen", auf denen vor diesen
Abzockerinnen gewarnt wird. Was tut InterFriendship, um die seriösen
von den unseriösen Inserentinnen zu trennen?
Wir haben mittlerweile eine umfangreiche Datenbank aufgebaut (diese
wird täglich gepflegt und ergänzt), in der wir Daten von sog.
"Scammerinnen" sammeln. Die Daten jeder Frau, die sich neu
bei InterFriendship registriert, werden mit dieser Datenbank
abgeglichen. Dadurch können wir die allermeisten unseriösen Frauen
schon im Vorfeld, bevor sie überhaupt einem Mann schreiben können,
stoppen.
Gleichzeitig machen wir unsere
Männer immer wieder darauf aufmerksam, dass es diese sog.
"schwarze Schafe" gibt. In unserem Mitglieder-BOARD gibt es
einen eigenen Themenbereich dafür mit vielen Tipps. Ansonsten
appellieren wir unermüdlich an den gesunden Menschenverstand der
Männer: Wer würde, z.B. in Deutschland, einer unbekannten Frau nach
5 eMails 500 Dollar senden?
Und was würden Sie
Männern empfehlen, die versuchen, bei einem konkreten Kontakt
abzuklopfen, ob es die Dame ernst meint? Gibt es typische
Auffälligkeiten, die Mann mit einer "Checkliste"
überprüfen könnte?
Erste Anlaufstelle ist unser Support. Wir empfehlen, mit der Frau bald
zu telefonieren, zu verschiedenen Tageszeiten und auch ohne
Vorankündigung. Man sollte der Frau einen Brief per Post schreiben,
tagesaktuelle Photos von ihr erbitten. Wichtig ist es, Fragen zu
stellen, die individuell beantwortet werden müssen.
Können Sie uns etwas
über Ihre Erfolgsquote sagen? Wie groß ist rein statistisch die
Wahrscheinlichkeit, bei InterFriendship die Richtige zu finden?
Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 100%. Das ist eine gewagte Aussage,
aber sie ist richtig. Wenn ein Mann das InterFriendship-Angebot
richtig nutzt, dann sind seine Chancen riesig. Er muss nur die
Bereitschaft haben, sich auf etwas ganz Neues einlassen zu wollen. Er
muss wissen, was er will und was nicht. Er muss zunächst dafür
sorgen, dass Kontakte mit mehreren Frauen zustande kommen, indem er
ein paar freundliche Photos von sich erstellt und sich Mühe mit
seinem "Erstanschreiben" gibt.
Nicht jeder Versuch führt
gleich zum Erfolg. Man darf nicht aufgeben, sondern muss aus evtl.
gemachten Fehlern lernen.
Abschließend unsere
Standardfrage: Wo sehen Sie InterFriendship in fünf Jahren?
An unserer Konzeption werden wir festhalten, aber unser Angebot
erweitern durch zusätzliche Dienstleistungen, z.B. persönliche
Betreuung. Wir wollen den "Community-Gedanken" weiter
ausbauen und mehr InterFriendship-Mitgliedertreffen veranstalten.
Wichtig erscheint es uns auch, die Frauen noch ausführlicher über
das zu informieren, was sie im Westen erwartet.
Außerdem möchten wir auch
unser soziales Engagement in den Ländern der GUS verstärken. So ist
für Anfang 2005 die Zusammenarbeit mit einem gemeinnützigen Verein
geplant. Der Verein unterstützt mehrere weißrussische Dörfer an der
ukrainischen Grenze, organisiert Kinderaufenthalte in Deutschland und
ein Waisenhaus in Weißrussland.
Herr Kaiser, Herr
Schröder, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch!
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