| Sie erfahren etwas über die wesentlichen
Meilensteine in der Entwicklung der Partnervermittlung (bzw.
Ehevermittlung) und wir haben
einige schöne Anekdoten und Randnotizen für Sie herausgesucht. |
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Einschub:
Unsere Testergebnisse
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Geschichte der
Partnervermittung - Teil 1:
Von der traditionellen Ehevermittlung zur kommerziellen
Partnervermittlung
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| Partnervermittlung
bzw. Ehevermittlung gehört zu den ältesten Gewerben der Welt und hat eine Jahrtausende alte Tradition. Die frühesten Quellen, die die Branche
"Ehevermittlung" erwähnen, finden sich bereits im Alten
Testament. Dabei handelt es sich zwar nicht um Adam & Eva (die ja bei der Partnerwahl nicht wirklich jemanden zum Aussuchen brauchten), aber schon ein paar Generationen später sandte Abraham seinen Hausknecht Eliezer
als Ehevermittler nach Mesopotamien, um für Isaak eine Frau zu suchen. |
| Partnervermittler alias
Ehevermittlung alias Heiratsvermittler alias Brautwerber alias... wurden über Jahrhunderte in vielen Kulturen von höhergestellten Familien damit beauftragt, insbesondere für männliche Familienmitglieder geeignete Partnerinnen
zwecks Heirat zu finden. Ihnen fielen zwei wichtige Funktionen zu: |
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Erkundung und Sondierung des regionalen und überregionalen Heiratsmarktes unter Berücksichtigung v.a. sozialer und religiöser Passung |
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Übernahme der Schmach, die die Familie oder der jungen Mann auf Brautschau im Misserfolgsfall erleiden müsste |
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| Noch heute
ist in Deutschland ein offizieller Schadchen (traditioneller jüdischer
Ehevermittlungs-Fachmann) tätig: |
José Weber führt Heiratswillige unter die Chuppa
Geduld, ganz viel Geduld sollten die Kunden schon mitbringen. Und darauf vertrauen, dass der liebe Gott ihnen hilft. Wenn der jüdische
Ehevermittlung-Experte José Weber neue Kunden in seine Kartei aufnimmt, dann verspricht er keine schnellen Erfolge. "Ich lasse niemanden los, den ich in meine Fänge bekommen habe", sagt der 58-Jährige schmunzelnd. "Aber es kann auch schon mal zehn Jahre dauern." Wer zu Weber kommt, hat nur eingeschränkte Möglichkeiten der Partnerwahl. Der Frankfurter ist von Beruf her Schadchen, das ist Hebräisch und heißt: Kuppler. Zu ihm gehen ausschließlich Juden, die Jüdinnen suchen, oder umgekehrt. Weber führt diese lange Tradition fort und ist der einzige Schadchen im deutschsprachigen Raum inklusive Schweiz und Belgien.
Als seinen schönsten Erfolg nennt Ehevermittler Weber eine Liebesheirat zwischen einer 83-jährigen Jüdin aus Amsterdam und einem 87 Jahre alten Berliner. "Um die Liebe kümmert sich Gott, ich bin nur sein Handlanger", kommentiert er seine Erfolge. Einen 49 Jahre alten Mann aus dem Elsass, der von seiner Frau verlassen worden war, schickte Weber zehn Jahre kreuz und quer durch Europa und nach Israel zu interessierten Frauen, bis der Kandidat schließlich eine 53-jährige Berlinerin
als Traumpartner
fand und heiratete. Die Partnersuche per Mausklick im Internet sieht Weber nicht als echte Konkurrenz. "Das Internet stiehlt viel Zeit, und viele Suchende bleiben auf der Strecke."
Eine spezielle Ausbildung hat der Eheanbahner nicht, lange Jahre hat er als Vermögensberater
gearbeitet bevor er auf Ehevermittlung "umschulte". "Bei beiden Berufen geht es um das Intimste des Menschen: sein Geld und sein Herz." Aber nicht nur
die Klienten seiner Ehevermittlung, auch der Südamerikaner selbst muss Geduld haben. Sein Honorar erhält
der Heiratsvermittler erst, wenn beide Ehe-Anwärter beim Rabbiner unter dem Hochzeitshimmel, der Chuppa, gelandet sind. Von den "früher üblichen zehn Prozent der Mitgift" kann
Ehevermittler Weber nur träumen.
Quelle: www.dpa.de (Januar 2007) |
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| Ehevermittlung
auf Bällen und zu anderen gesellschaftlichen Anlässen
Als "Konkurrenz" zu
Ehevermittlung haben sich in diversen Zivilisationen auch andere gesellschaftlich akzeptierte "Institutionen" für die Anbahnung von Ehen herausgebildet, wie z.B. pompöse Bälle für Adel und Bürgertum oder sonntägliche Promenaden auf der Hauptstraße der Städte (Was glauben Sie, woher der "Jungfernstieg" an der Hamburger Alster seinen Namen hat?).
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| Ein außergewöhnliches Beispiel
einer Ehevermittlung in diesem Zusammenhang ist die "Eutiner Bräutigamseiche": |
Ehevermittlung per Baum
Die originale "Bräutigamseiche" steht im Dodauer Forst in Eutin und bietet einen einzigartigen Service: Partnersuchende können an den Baum Brief und Postkarten schreiben und hoffen, dass der oder die Richtige vorbei kommt, die Nachricht liest und beantwortet.
Dabei hilft die Deutsche Post, die die Postsendungen in einem Astloch der Bräutigamseiche
deponiert.
Die Eutiner „Bräutigamseiche“ ist mehr als 500 Jahre alt, aber die Geschichte als
Ehevermittlung geht auf das Jahr 1891 zurück. Damals hatte sich die Tochter des Försters Ohrt zum Unwillen des Vaters in den Leipziger Schokoladen-Fabrikanten Schütte-Felsche verliebt. Über ein Jahr nutzte das Pärchen ein Astloch des imposanten Baums als „toten Briefkasten“ für heimliche Liebesbotschaften, erst dann durften sie heiraten.
Wenn Sie es auch einmal mit der Ehevermittlung via Baum versuchen möchten, schreiben Sie einfach an:
Bräutigamseiche
Dodauer Forst
23701 Eutin |
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Die Zeit der klassischen Ehe-
und Heiratsvermittlungen
Nach dem 2. Weltkrieg begann in Deutschland für ein halbes Jahrhundert die Ära der kommerziellen
Agenturen für Partnervermittlung / Ehevermittlung in der Form, wie sie noch heute zu
Dutzenden in den Branchenbüchern stehen.
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| Als
Auftraggeber der
Ehevermittlung traten nicht mehr schwerpunktmäßig die Familien, sondern plötzlich die Singles selbst auf. Und auch die Motivation und das Image hatten sich gewandelt: Von der gesellschaftlich etablierten Institution zu einem Business, das von denjenigen Singles in Anspruch genommen wurde, die die eigene
Partnersuche für wenig aussichtsreich hielten. |
| Die Branche der "klassischen
Partnervermittlung" bzw. Heiratsvermittlung oder "Ehevermittlung", wie wir Sie in Abgrenzung zur "Internet-Partnervermittlung" bezeichnen, erlebte insbesondere zwischen 1970 und 2000 goldene Zeiten. Der Markt bot für unzählige professionelle und weniger professionelle Partnervermittler Raum, die ihre Klienten primär über das Inserieren in regionalen und überregionalen Zeitungen gewannen. |
Wir haben noch den Satz einer erfolgreichen Münchener Partnervermittlerin im Ohr:
"Mit einem guten Mann in der Kartei - um die 60, keine Glatze, Nichtraucher, anständiger Beruf und eigenes Auto - habe ich in den 90ern für über 30.000 DM Damen
in meiner Ehevermittlung abgeräumt..." |
| "Partnervermittlung"
respektive "Ehevermittlung" ist übrigens keine geschützte Berufsbezeichnung wie etwa "Apotheker". Alle in diesem Metier Tätigen sind daher "selbsternannt" und unterliegen keinerlei Qualitätsstandards. Gerade
die "Schwarzen Schafe" verursachten Akzeptanzprobleme u.a. aufgrund intransparenter Preissysteme, grenzwertiger Vertriebsmethoden und schwammiger Leistungskataloge.
Durch die Gründung von Berufsverbänden, die ein gewisses Niveau ihrer Mitglieder gewährleisten sollen, z.B. den "Gesamtverband der Ehe- und Partnervermittlungen e.V.
(www.g-d-e.de) oder den "Berufsverband für Partnervermittler in Europa e.V."
(www.bvp-berufsverband.de) will die Branche der Problematik entgegenwirken.
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