|
Da eine Single-Frau bereits mit 25
„etwas schräg“ angesehen wurde, wenn sie weder verlobt noch
verheiratet war, gab es einen „zweiten Heiratsmarkt“ bereits für
sehr junge Frauen. Das Ziel war stets, sich nach einer möglichst kurzen
Kennenlernzeit von etwa einem Jahr zu verloben und dann gemeinsam auf den
Hausstand zu sparen, um mit der Eheschließung eine eigene Wohnung
beziehen zu können.
Für „spezielle Singles“, wie
Witwer, Witwen und alleinerziehende Frauen war der Weg über die
Zeitungsanzeige in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundertes so gut wie
der einzige Weg, um andere Singles und somit potentielle Partner zu
treffen, wenn man nicht auf professionelle Heiratsvermittler zugehen
wollte.
2. Singles treffen und kennenlernen: Das Date – der
neue Weg
Ab den 1970er Jahren kam das „Dating“
in Deutschland erst richtig in Mode. Seit dieser Zeit finden wir immer
mehr Singles, die den Weg „schnell binden, um weg von den Eltern zu
kommen“ nicht mehr gehen wollen.
Die neue Devise der jungen
Singels heißt:
„Erst auf eigenen Füßen stehen, verschiedene Singles treffen und
kennenlernen und dann erst fest binden“. Mädchen entdeckten, wie
wichtig ein Abitur für sie sein konnte, und bleiben deshalb länger auf
der Schule, um später zu studieren. Bis sie zu den ersten Sporen des
Berufslebens kamen, waren sie also bereits im Alter von etwa 30 Jahren –
und bis dahin hielten die Jugendbeziehungen selten, die vorher noch oft
zur Ehe geführt hatten. Die Zahl der Singles explodierte in dieser Zeit.
Die Möglichkeiten Singles zu treffen, stiegen damit natürlich auch.
Das Date trat an die Stelle der
romantischen, frühen Jugendbegegnungen und Singles wagen sich mehr und
mehr öffentlich zu treffen. Dies charakterisiert genau den Zustand
des beginnenden 21. Jahrhunderts.
Mehr und mehr erfolgreiche
Single-Frauen drängen relativ spät an den Heiratsmarkt, und treffen im
vollen Bewusstsein ihrer eigenen Stärke die Auswahl unter den Männern,
die noch Singles sind.
Das Date und somit die Möglichkeit männliche
Singles zu treffen, ist für die Single-Frauen unter 35 das „große
Spiel“ geworden, weil sie zum ersten Mal in der modernen Geschichte den
Partnermarkt für Singles beherrschen - sehr im Gegensatz zu den jungen
Frauen der 1959er Jahre (um genau fünfzig Jahre zurückzugehen).
Der
Grund ist sehr einfach: In den 1950er Jahren galt eine Frau nur dann
etwas, wenn sie einen Mann hatte – also hatten alle Single-Männer
Chancen „irgendwie“ an eine Frau zu kommen („der Spatz in der Hand
ist besser als die Taube auf dem Dach“).
Heute jedoch gilt eine Frau etwas aus sich selbst heraus
– also hat sie die Wahl zwischen den vielen Männern, die als Partner in
Frage kommen würden, und kann so viele Singles treffen und kennenlernen
wie sie will, bevor sie sich festlegt oder eben auch nicht.
3. Singles treffen und kennenlernen via Online Dating
Viele Menschen glauben, dass das
moderne Blind Dating, bei dem lediglich jeder dritte bis fünfzehnte
Partner „zündet“ eine bessere Grundlage bietet andere Singles zu
treffen und kennen zulernen als alle anderen Methoden einer eher zufälligen
Partnerwahlen zuvor – in diesem Fall ist das Blind Dating für die
Partnersuche also ein Glücksfall. Ja – man hofft durch modernes
Blind-Dating sogar die Scheidungsraten zu reduzieren.
Besonders das Online-Dating gilt als
eine wichtige Möglichkeit, nicht nur irgendwelche x-beliebigen Singles zu
treffen, sondern den „wirklich passenden Partner“ zu
finden, dem man ansonsten nur in der Umgebung des Arbeitsplatzes oder
anderer zufälliger Begegnungsstätten finden könnte – freilich immer
mit zahllosen Einschränkungen und Kompromissen.
Natürlich entstehen auch
Bekanntschaften und Beziehungen ohne Dating – doch die Praxis zeigt,
dass die ziellose Suche oder die Hoffnung auf ein zufälliges Finden ab
etwa 35 kaum mehr Chancen hat – es sei denn, man wäre eine typische
Partyeule, oder würde sich sonst wie ständig flirtbereit in einer
Singlegesellschaft befinden.
Die Idee der Partnerschaft ist in den
letzten Jahren immer mehr zu einer aktiven Selektion geworden, an deren
Ende die Liebe steht. Dagegen spricht keinesfalls, dass es aufgrund von
Blind Dates auch zu zahllosen One
Night Stands kommt. Die ist vielmehr die Bestätigung
für die Behauptung, dass Frauen und auch Männer bei der Partnersuche
selektiv vorgehen: Man trifft sich nur mit Singles, die „in Frage“
kommen.
Erweisen sie sich als Fehlgriff (was
durchaus passiert) so fallen sie durch das Raster. Sind sie akzeptabel
oder gar sehr interessant, aber eben nicht als dauerhafter Partner, so
schläft man ein paar Mal mit ihnen und lässt es dann sein. Nur, wenn
sie wirklich passend sind, wird man versuchen, sie „aus dem Verkehr zu
ziehen“ und immer stärker an sich zu binden – und genau das ist das
Ziel des Dating, nicht einfach Singles, sondern DEN Single zu treffen.
|